Besucher lauschen Klangperlen aus dem Norden

Sicher war manchem Besucher des Sinfoniekonzertes am Montag nicht recht klar, wo Liepaja eigentlich liegt.Dass es dort aber ein grandioses Orchester unter der Leitung des suggestivmitreißenden Dirigenten Atvars Lakstigala gibt, war bald allen klar: In Beethovens Egmont-Ouvertüre entwickelte sich zwischen der bedrohlichen Wucht des spanischen Sarabanden-Rhythmus und der vor allem zum Schluss siegreich ausschwingenden Befreiungsmelodik ein mitreißendes Drama jenseits der oft erlebten professionellen Routine.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Sicher war manchem Besucher des Sinfoniekonzertes am Montag nicht recht klar, wo Liepaja eigentlich liegt.Dass es dort aber ein grandioses Orchester unter der Leitung des suggestivmitreißenden Dirigenten Atvars Lakstigala gibt, war bald allen klar: In Beethovens Egmont-Ouvertüre entwickelte sich zwischen der bedrohlichen Wucht des spanischen Sarabanden-Rhythmus und der vor allem zum Schluss siegreich ausschwingenden Befreiungsmelodik ein mitreißendes Drama jenseits der oft erlebten professionellen Routine.

Weniger dramatisch, aber mit gleicher gestalterischer Intensität die schon von Brahms bewunderte slawische Melodienseligkeit in Dvoraks Violinkonzert, eher eine Sinfonie mit obligatem Solopart als ein „Konzert mit Begleitung des Orchesters“, wie z.B. Beethoven seine Solokonzerte noch nannte. Die heikle Aufgabe, ein Gegengewicht zu dem ziemlich massiven Orchestersatz zu bilden, löste die junge Solistin Dalia Kuznecovaite hervorragend nicht nur durch kraftvollen Ton, sondern vor allem durch unverstellte Ausdruckskraft. Nach dem eingängigvirtuosen Schlusssatz war eine Zugabe fällig: Ein langsamer Satz aus Bachs zweiter Solosonate als tiefgründige Meditation über eine komplexe musikalische Struktur.

Mendelssohns „Symphonie zur Feier der Kirchenrevolution“ aus Anlass des 300-jährigen Jubiläums der „Augsburger Konfession“ wurde nach der Uraufführung von ihm selbst zurückgezogen und erst posthum als 5. Sinfonie veröffentlicht, obwohl es seine zweite war. Vor allem der komplexe erste Satz, den Mendelssohn unverständlicherweise als „dickes Tier mit Borsten“ bezeichnet hatte, wurde unter der mitreißenden, alle Details zum Leben erweckenden Leitung von Atvars Lakstigala zu einem von Energie und innerer Spannung vibrierenden Panorama.

Nach der großen Schluss-Apotheose „Ein feste Burg ist unser Gott“ eine nordisch-melancholische „Aria“ des lettischen Komponisten Janis Medins als Zugabe.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben