Hilfsangebote

Bessere Hilfen für Suchtabhängige in Oberhausen

Die Caritas bietet in Oberhausen, der Stadt mit der höchsten Spielautomatendichte, bereits eine Beratung für Glücksspielabhängige an.

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Die Caritas bietet in Oberhausen, der Stadt mit der höchsten Spielautomatendichte, bereits eine Beratung für Glücksspielabhängige an. Foto: dpa

OBERHAUSEN.   Angebote sollen besser aufeinander abgestimmt werden. Zu viel Arbeit oder lange Zeit ohne Job – auch das kann Ursache für Sucht sein

Oberhausen nimmt einen traurigen Spitzenplatz ein: Nirgendwo sonst in NRW gibt es eine höhere Gerätezahl von Spielautomaten pro Kopf. Auf 164 Oberhausener kommt ein Glücksspielautomat – ein guter Nährboden, auf dem Spielsucht wachsen kann. Hinzu kommen junge Oberhausener, bei denen sich zunehmend eine Online-Spielsucht entwickeln kann. Um den Abhängigen besser helfen zu können oder vorbeugende Angebote zu schaffen, stellt die Stadt Oberhausen nun gemeinsam mit Experten eine Suchthilfeplanung – nicht nur für Spielsüchtige – auf.

Grundsätzlich ist es das Ziel, dass weniger Oberhausener einer Sucht erliegen. Dafür müssten vorbeugende Angebote ausgebaut oder besser miteinander vernetzt werden, erklärte Christian Sauter von der städtischen Psychiatrie- und Suchtkoordination am Dienstag in der Gesundheitskonferenz. Schließlich gibt es in unserer Stadt schon viele Präventiv- und Hilfsangebote. Sie besser miteinander zu vernetzen und aufeinander abzustimmen, ist eine Aufgabe. Der Suchthilfeplan soll auch dazu dienen, die Angebote bekannter zu machen und die Betroffenen und Angehörigen zur Wahrnehmung dieser Hilfen zu animieren. Ein wichtiger Hinweis in Richtung Stadtverwaltung kam von den Teilnehmern der Gesundheitskonferenz: Man müsse die Ursachen für Suchterkrankungen in den Blick nehmen – vor allem aus dem Bereich der Arbeitswelt. Sowohl eine Perspektivlosigkeit durch Langzeitarbeitslosigkeit könne den Weg in die Sucht ebnen als auch zu viel Arbeit, so die Anmerkung.

Gleichzeitig soll anhand des Suchthilfeplans auch dafür gesorgt werden, dass der Bedarf an kompetenten Fachkräften gedeckt, Qualifizierungen und Fortbildungen angenommen werden.

Lenkungskreis nimmt die Arbeit auf

Die Sitzung der Gesundheitskonferenz, ein Gremium mit Vertretern aus der Gesundheitsbranche, der Politik und Stadtverwaltung, gab gestern den Startschuss für den Suchthilfeplan. die praktische Arbeit beginnt nun mit der ersten Sitzung des Lenkungskreises. Darin sitzen Ärzte, vor allem aus Kliniken, Vertreter der Sozialverbände wie Intego, Caritas, Diakonie, Aidshilfe, Mitarbeiter aus dem städtischen Bereich Gesundheitswesen und dem Seniorenzentrum „Gute Hoffnung“. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) unterstützt das Projekt fachlich.

>>> HOHE ZAHL AN ALKOHOLABHÄNGIGEN

Christian Sauter vom städtischen Gesundheitsbereich stellte in der Gesundheitskonferenz Zahlen für Oberhausen vor. Demnach sollen 8715 Menschen Alkohol missbräuchlich konsumieren, 4500 davon gelten als abhängig. „Das ist eine relativ hohe Zahl“, stellte er fest. Darüber hinaus behandele die Drogenberatung im Jahresdurchschnitt mindestens 300 Suchtabhängige im Substitutionsprogramm. Die Tendenz sei leicht steigend.

Für die Arbeit des Lenkungskreises an dem Suchthilfeplan werden zwei Jahre veranschlagt.

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