Kultur

Benefiz-Abend in Oberhausen spielt 15.000 Euro ein

Meisterte die Gratwanderung zwischen ernstem Anlass und kabarettistischem Vergnügen vortrefflich: Gerburg Jahnke.

Meisterte die Gratwanderung zwischen ernstem Anlass und kabarettistischem Vergnügen vortrefflich: Gerburg Jahnke.

Foto: FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Frau Jahnke lädt ausgezeichnete Künstler zum „Damenbad mit Herren“ ins Ebertbad ein. Spagat zwischen Humor und Ernsthaftigkeit gelungen.

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Wer die richtigen Leute ins Boot holt, kann viel erreichen: 15.000 Euro spielte der Benefiz-Abend im Ebertbad ein, den der Zonta Club Oberhausen im Ebertbad veranstaltete. Zum exquisiten „Damenbad mit Herren“ lud „Zonte“ Gerburg Jahnke ein und präsentierte in gewohnt lässig-frecher Art eine Künstlerauswahl der Extraklasse. Der Erlös der äußerst gelungenen Veranstaltung im restlos ausverkauften Haus dient der Unterstützung von Flüchtlingsfrauen und zur Abmilderung von Altersarmut.

„Wir sind ja auch eine Versammlung von Flüchtlingen“, begrüßte Frau Jahnke das Publikum, „Vater aus Danzig, Mutter aus Westfalen und ich weiß nicht, was schlimmer ist und wenn mir einer sagt, ‘du kommst aus dem Rheinland’, kriege ich ‘nen Tobsuchtsanfall.“ Nachdem sie dann vorgeschlagen hatte, aus dem Ruhrgebiet einen Freistaat machen, „nicht gleich mit ‘ner Mauer drum, ‘ne Hecke tut’s auch“, schwenkte sie locker um von Humor auf Ernsthaftigkeit und dankte allen, die den Abend ermöglicht hatten, um dann wieder dem Witzigen den Vortritt zu lassen.

Als „erste Migrantin des Abends“ kündigte Jahnke den Auftritt von Frieda Braun an. Die nahm den Ball auf und stellte sich als „Exportschlager aus dem Sauerland“ vor. Dann enthüllte sie, Tränen lachend witzig, wie es dazu kam, dass die Kölner erstmalig verstanden, was wirklich gemeint ist, wenn vom Sauerländer Reizklima die Rede ist.

Heimat und Hölle

Als „Pflänzchen aus dem Damengarten“ präsentierte Jahnke sodann ihren zweiten „Fang“, die „Zucchinis“ aus Münster. Mit Trompete, Kontrabass und Gitarre und Fahrradhupe Bertha bewaffnet, entführten die Musik-Kabarettistinnen die Zuschauer in die Swing-Ära. Jahnke: „Das ist geil, wenn die auf Reisen gehen, wie ein Film aus den 30er Jahren“. Anschließend riss Herbert Knebel mit zwei Geschichten „aus seiner Ehe als lebenslänglicher Nervenprobe“ (Jahnke) das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Doch Frau Jahnke schaffte es wieder, das Ruder auf Ernst umzulegen. Vor der Pause sahen die Zuschauer den Kurzfilm „Refugee Woman“, der in ergreifender Art drei Schicksale geflüchteter Frauen vorstellt, die in Oberhausen leben. Dass es überhaupt möglich war, die Frauen dafür zu gewinnen, verdanken die Filmemacher der Unterstützung von Terre des hommes.

Nach der Pause eroberte Abdelkarim die Bühne, der Duisburg als „Hauptstadt von Rumänien“ bezeichnete. Der Mann kann sich, seiner marokkanischen Abstammung sei Dank, auf der Kabarettbühne einiges erlauben, wofür sich andere rechtfertigen müssten.

Aus Franken angereist war die bezaubernde Daphne de Luxe mit der Botschaft: „Arrangiert euch mit euren Schwächen.“ Zum krönenden Abschluss kam, als „Mister Mitternachtsspitzen“ angekündigt, Wilfried Schmickler. Dass Komik und Tragik enge Verwandte sind, beweist schon sein Thema: „Heimat und Hölle“.

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