Strassenbauarbeiten

Baustelle Königshardt: Anwohner ärgern sich über die Stadt

Gabriele Gaul, Inhaberin des Reisebüros Gute Reise, und Anwohner Dirk Tobollik fühlen sich über die Baumaßnahmen an der  Königshardter Straße schlecht informiert.

Gabriele Gaul, Inhaberin des Reisebüros Gute Reise, und Anwohner Dirk Tobollik fühlen sich über die Baumaßnahmen an der Königshardter Straße schlecht informiert.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Zum Ferienstart überrascht die Stadt die Bewohner der Königshardter Straße mit einer zehnwöchigen Baumaßnahme. Das sorgt für Ärger und Kritik.

Straßenlärm, Staub und kein Durchkommen mehr zum eigenen Haus: So beginnt für die Anwohner der Königshardter Straße der Start in die Sommerferien. Die Stadt lässt in zwei Bauabschnitten die Fahrbahndecke zwischen Krähenstraße und der A2-Brücke erneuern. Am Wochenende, 13. und 14. Juli, wird im ersten Abschnitt die Straße voll gesperrt und der Asphalt abgefräst. Dasselbe passiert 14 Tage später ein weiteres Mal, wenn dann der frische Straßenbelag aufgetragen wird. Für Anwohner und Anlieger gilt deshalb absolutes Halteverbot am Straßenrand und keine Zufahrt mehr aufs eigene Grundstück.

Wirtschaftsbetriebe informierten vier Tage im Voraus

Die betroffenen Königshardter sind verärgert: „Wir sind erst am Montag informiert worden, da standen die Schilder und Absperrungen schon“, beschwert sich Dirk Tobollik.

„Es lag lediglich ein Zettel der Wirtschaftsbetriebe im Briefkasten.“ Im Schreiben der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO), die für die Bauüberwachung zuständig sind, heißt es, dass die Maßnahme zehn Wochen dauern solle. Weiter: Im Bereich der Grundstückszufahrten werde es „jeweils für längere Zeit“ zu Behinderungen kommen. Außerhalb der Arbeitszeiten wolle man eine „eingeschränkte Zufahrt“ ermöglichen. „Was soll das heißen? Und wo sollen jetzt die ganzen Autos hin, die am Straßenrand parken?“, fragt sich Dirk Tobollik. Bei der WBO hätten die Anwohner am Telefon keine verlässliche Antwort erhalten.

Ladeninhaber fürchten um Kundschaft

Wie lange das Halteverbot gelten soll, ist weder der Bürgerinformation noch den Schildern zu entnehmen. „Für mich ist das geschäftsschädigend, wenn die Kunden hier nicht mehr parken können und meine Mitarbeiter nicht aufs Grundstück kommen“, sagt Gabriele Gaul, Inhaberin des Reisebüros Gute Reise. Zahlreiche Ladengeschäfte sind von den Straßenbauarbeiten betroffen und fürchten um ihre Kundschaft.

Die Mitarbeiter des Zweiradladens Lantermann treffen sich am Samstag gezwungenermaßen am Königshardter Friedhof. „Dann packen wir alle sechs Mann in ein Auto und hoffen, dass wir auf unseren Hof kommen“, sagt Kornelia Kempa. Auch sie ärgert sich über die schlechte Kommunikation seitens der Stadt. „In Schmachtendorf setzen sie sich mit Bürgermeister Daniel Schranz zusammen und wir bekommen ein paar Tage vorher einen Flyer.“

Baumaßnahme sei erst kurzfristig genehmigt worden

Die Maßnahme sei erst kurzfristig genehmigt worden, erklärt WBO-Sprecher Jan Küppers auf Nachfrage dieser Redaktion die späte Information der Bürger. In der Regel passiere das zehn bis vierzehn Tage im Voraus.

Warum viele verunsicherte Bürger nach eigenen Angaben aber bei Rückfragen von der WBO direkt an die ausführende Baufirma Höhler verwiesen wurden, kann er jedoch nicht sagen.

Bei der Dortmunder Baufirma liefen laut Bauleiter Thomas Knaack in den letzten Tagen nämlich die Drähte heiß. Er versteht die vielen Missverständnisse nicht, will aber für Klarheit sorgen: „Unter der Woche läuft der Verkehr ganz normal weiter.“ Dann werden Randarbeiten (etwa Rinn- und Bordsteine) durchgeführt sowie Gullis und Straßeneinläufe erneuert. „Die Halteverbote, die während der Vollsperrungen gelten, werden dann aufgehoben.“ Die WBO sichert indes zu, sich um Lösungen zu bemühen, falls es zu weiteren Behinderungen an Hauseinfahrten kommen sollte.

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