Kriminalität

Bande soll Kredite und Sozialleistungen erschwindelt haben

Foto: Volker Hartmann/dpa

Oberhausen.   Wegen Urkundenfälschung und Betrug muss sich eine Bande vor dem Landgericht Duisburg verantworten. Auch aus Oberhausen sind Angeklagte dabei.

Oberhausen, Duisburg und Mülheim sollen die Schwerpunkte des kriminellen Treibens einer Bande gewesen sein, die zwischen Juni 2017 und Januar 2018 in großem Stil Betrügereien begangen haben soll. Zu den Geschädigten gehörten vor allem Banken. Die Täter sollen aber auch mit falschen Bezugsscheinen agiert haben, die angeblich von Jobcentern und Sozialämtern ausgestellt wurden. Sechs mutmaßliche Beteiligte stehen seit Freitag, 11. Januar, vor dem Landgericht Duisburg.

Staatsanwalt listet mehr als 100 Fälle auf

Die Angeklagten - zwei Männer und vier Frauen - kommen aus Oberhausen, Hamburg, Lübeck, Gelsenkirchen und Düsseldorf. Geboren wurden sie allerdings alle in der selben Region in Serbien. Die Staatsanwaltschaft wirft den 35 bis 44 Jahre alten Angeklagten Urkundenfälschung und Betrug in mehr als 100 Fällen vor.

Ein 39-jähriger Hamburger soll der Ausgangspunkt für das kriminelle Unternehmen gewesen sein. Er soll falsche Personalpapiere und Meldebescheinigungen hergestellt haben. Später soll ihn ein Mittäter aus Lübeck - zufällig sein Bruder - bei dieser Tätigkeit unterstützt haben. Der 39-Jährige soll auch die Anweisungen an die weiblichen Mittäter gegeben und die Beute aufgeteilt haben.

Mit falschen Papieren Konten eröffnet

Die vier Frauen - zwei davon sind Schwestern - sollen in wechselnder Täterschaft und in einigen Fällen von weiteren Mittätern begleitet, mit den falschen Papieren Konten bei diversen Geldinstituten und Banken eröffnet haben. Diese sollen dazu gedient haben, Kleinkredite zu erschwindeln, die für die Anschaffung zum Beispiel von Möbeln genutzt wurden. Zudem sollen die Dispo-Kredite der Konten jeweils bis auf den letzten Cent ausgeschöpft worden sein. Der Schaden soll bei knapp 30.000 Euro gelegen haben. Eine 43-jährige Oberhausenerin soll allein an 39 der in der langen Anklageschrift aufgelisteten Fälle beteiligt gewesen sein. Weitere 6000 Euro sollen die Angeklagten durch gefälschte Sach- und Lebensmittelgutscheine erschwindelt haben, die auf Jobcenter und Sozialämter in der Region ausgestellt waren.

Nach der Anklageverlesung zogen sich die beteiligten Juristen zu einem ausführlichen Rechtsgespräch zurück. Für das Verfahren sind bis April zahlreiche Fortsetzungstermine vorgesehen.

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