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Awo Oberhausen baut Wohndorf für Senioren im Norden aus

Das Haupthaus des Wohndorfs am Julius-Brecht-Anger 33 ist eingerüstet, es soll entkernt werden. Es entstehen zusätzliche Wohnungen und ein neuer Gemeinschaftsraum.

Das Haupthaus des Wohndorfs am Julius-Brecht-Anger 33 ist eingerüstet, es soll entkernt werden. Es entstehen zusätzliche Wohnungen und ein neuer Gemeinschaftsraum.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Seit 2004 modernisiert und erweitert die Awo ihr Wohndorf für Senioren im Stadtnorden. Die Arbeiten für den letzten Bauabschnitt haben begonnen.

„Leider sind momentan alle Wohnungen belegt.“ Die Nachricht auf der Internetseite des Hermann- und Luise-Albertz-Wohndorfs der Arbeiterwohlfahrt in Schmachtendorf zeigt, wie beliebt die Anlage ist. Um die Nachfrage nach bezahlbaren und seniorengerechten Wohnungen in Oberhausen künftig noch besser zu bedienen, wird das Quartier in Schmachtendorf ausgebaut. 131 Wohnungen stehen hier aktuell zur Verfügung, wenn die Um- und Ausbauten Ende 2021 fertig sind, sollen es 167 sein.

Baugerüste am Haus am Julius-Brecht-Anger 33 künden davon, dass die Arbeiten am letzten Bauabschnitt begonnen haben. Seit 2004 modernisiert der Awo-Kreisverband Oberhausen die Siedlung, die ursprünglich in den 1950er Jahren entstand. So sind in den vergangenen 16 Jahren die Häuser am Julius-Brecht-Anger 1-5 oder 29a oder am Ebereschenweg 2, 4 und 6 aufgestockt (Staffelgeschoss) sowie unter anderem mit Aufzügen, Balkonen, barrierefreien Bädern und neuen Fassaden versehen worden. Rund 29 Millionen Euro investiert die Awo insgesamt in das Dorf und ruft dafür Fördergelder des Landes ab.

Größter Teil der Wohnungen ist öffentlich gefördert

Damit wird der größte Teil der 167 Wohnungen öffentlich gefördert sein, nämlich 126 Einheiten. Für sie gilt eine Mietpreisbindung, Mieter müssen einen Wohnberechtigungsschein vorweisen. Die Kaltmiete beträgt nach Angaben von Awo-Geschäftsführer Jochen Kamps rund 5,30 Euro pro Quadratmeter (plus Nebenkosten), bei den frei finanzierten Wohnungen (41) koste die Kaltmiete rund 8 Euro. Die Wohnungen für zwei Personen sind 70 bis 75 Quadratmeter groß, die für Einzelmieter 50 Quadratmeter.

Das Haupthaus am Julius-Brecht-Anger 33 wird nun als letztes umgebaut und erweitert, zuerst muss das Gebäude entkernt werden. Der hintere Gebäudeteil, der Saal, soll abgerissen werden, an dieser Stelle entstehen Wohnungen – auch für Familien in einer Größe von 110 bis 120 Quadratmetern. Insgesamt sollen in dem Haus, in dem sich jetzt 20 Wohneinheiten befinden, 36 Wohnungen entstehen. Im Eingangsbereich vor der Haustür von Nummer 33, wo jetzt noch ein Sandhügel Besucher begrüßt, soll künftig ein neuer Gemeinschaftsraum stehen für Freizeitaktivitäten, Sprechstunden der Quartiersarbeit und als Treffpunkt für Wohndorf-Mieter und Menschen aus der weiteren Umgebung.

So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden

Denn das Motto des Wohndorfs lautet „Nachbarschaft mit Anspruch und Verantwortung füreinander“. Ziel des Wohnungskonzepts der Awo sei es von jeher gewesen, „dass Menschen so lange wie möglich eigenständig und selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben können“, sagt Jochen Kamps. Dafür gibt es vor Ort im Quartier ergänzende Angebote (Mittagsverpflegung, ambulante Pflege, Freizeitangebote) und eine Begleitung durch Quartierbüros. Deren Finanzierung sei nach Auslaufen von Projektmitteln auf Antrag der SPD-Fraktion im Rat durch städtische Mittel und Awo-Gelder sichergestellt. Die Awo verstehe ihr Engagement im sozialen Wohnungsbau aber auch als regionale Wirtschaftsförderung, so profitierten nach Angaben von Awo-Vorstand Elia Albrecht-Mainz Oberhausener Firmen von den Bauvorhaben.

Trotz des Hinweises auf die belegten Wohnungen und trotz einer existierenden Warteliste: Interessenten sollten sich nicht entmutigen lassen, meint Jochen Kamps. Fluktuation gebe es immer wieder bei den Wohnungen. So wird die Awo auch zu Infoveranstaltungen einladen, um das neue Angebot zu präsentieren (Termine stehen derzeit noch nicht fest).

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