Technik

Autofahrer sollen Parkschein künftig mit Handy zahlen können

Wer nicht das passende Kleingeld zur Hand hat, soll die Parkgebühren in Alt-Oberhausen künftig mit dem Handy begleichen können.

Wer nicht das passende Kleingeld zur Hand hat, soll die Parkgebühren in Alt-Oberhausen künftig mit dem Handy begleichen können.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Die Stadt Oberhausen startet mit der Deutschen Telekom ein Projekt. Über die App „Park and Joy“ sollen Autofahrer Parktickets zahlen können.

Immer wieder hat es die Politik in Ausschüssen und Sitzungen gefordert, jetzt sollen Oberhausener Autofahrer künftig tatsächlich ihr Parkticket mit dem Smartphone bezahlen können. Die Stadtspitze hat gestern eine Absichtserklärung mit der Deutschen Telekom unterzeichnet. Das Unternehmen soll die nötige Technik zur Verfügung stellen – über eine App, die man zunächst gratis herunterladen kann. Auch für die Stadt sollen keine Kosten anfallen – zumindest nicht für die App.

Fahrer muss Benutzerkonto anlegen

Die Bedienung der Handy-App mit dem Namen „Park and Joy“ soll dabei möglichst unkompliziert sein: Der Nutzer lädt sie herunter, gibt schon zu Hause das Ziel ein und erfährt, wie wahrscheinlich es ist, in der Nähe des Zielortes einen freien Parkplatz zu ergattern. Hat er diesen gefunden, soll er mit dem Handy das Parkticket bezahlen. Dafür muss er einmalig ein Benutzerkonto anlegen und seine Kreditkarten- oder Kontodaten hinterlegen.

Das Papierticket fällt somit weg. Damit die Kontrolleure des Ordnungsdienstes nicht zu unrecht einen Strafzettel an die Windschutzscheibe klemmen, will die Telekom eine Internet-Schnittstelle freischalten, damit die städtischen Mitarbeiter auf ihren Geräten erkennen können, für welches Fahrzeug online ein Parkschein gezogen wurde – und für welches nicht. Dafür muss die Stadt diese Geräte aber erst technisch aufrüsten.

In den kommenden Wochen geht es um Details

Noch haben Stadt und Telekom lediglich eine Absichtserklärung unterzeichnet, für das Projekt zusammenarbeiten zu wollen. In den kommenden Wochen und Monaten werden sie weitere Details planen, erklärt Telekom-Sprecherin Sandra Rohrbach. Man werde auch überlegen, die Stellflächen in der Innenstadt mit Sensoren auszustatten, die die Parkplatz-Vorhersage präzisieren sollen. Per Funk können diese der App übermitteln, wo es noch freie Stellflächen gibt. Das Projekt beschränkt sich zunächst auf den bewirtschafteten Parkraum in Alt-Oberhausen.

Noch nicht abschließend geklärt scheint die Frage, inwieweit die Autofahrer für die Nutzung der App zahlen müssen. Während man bei der Stadt davon ausgeht, dass der Nutzer zahlen muss, versichert Telekom-Sprecherin Rohrbach, die Nutzung der elementaren Dienstleistungen sei gratis: die Errechnung der Wahrscheinlichkeit auf einen freien Parkplatz sowie die Online-Bezahlung des Tickets. Hier sollen nur die tatsächlichen Kosten fürs Parken anfallen, die ja bekanntlich noch in diesem Jahr auf einen Euro pro Stunde steigen sollen.

Kostenpflichtig sollen laut Telekom dagegen lediglich Zusatzleistungen sein, wie etwa die passgenaue Navigation zum nächsten freien Parkplatz.

>>> Telekom wertet Nutzungsdaten aus

Die App „Park and Joy“ gibt die Wahrscheinlichkeit an, am Zielort einen freien Parkplatz zu finden. Für diese Vorhersage nutzt die Deutsche Telekom verschiedene Datenquellen, beispielsweise anonymisierte Netznutzungsdaten des Unternehmens, Wetterdaten oder kalendarische Daten. Die geplanten Sensoren an den Stellflächen sollen diese Prognosen präzisieren.

In Hamburg hat die Telekom die App bereits realisiert. Weitere Absichtserklärungen hat sie unter anderem mit den Städten Duisburg, Moers, Bonn und Dortmund unterzeichnet.

Wie viel Geld die Telekom für das Projekt in Oberhausen investiert, gibt das Unternehmen nicht preis. Experten schätzen den Betrag auf rund 2 Millionen Euro.

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