Prozess

Bottroper schießt Freundin aus Eifersucht in den Mund

Im Olga-Park schoss der 17-jährige Bottroper seiner Freundin am 26. Januar in den Mund. Sie überlebte schwer verletzt.

Foto: Tom Thöne

Im Olga-Park schoss der 17-jährige Bottroper seiner Freundin am 26. Januar in den Mund. Sie überlebte schwer verletzt. Foto: Tom Thöne

Essen / Bottrop / Oberhausen.   Eifersucht ist das Motiv: Weil eine Oberhausenerin sich trennte, schoss ihr Freund ihr in den Mund. Jetzt steht er vor dem Landgericht Essen.

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Sie hat es überlebt. Aber körperlich und seelisch leidet die 17-jährige Oberhausenerin immer noch unter dem, was ihr ehemaliger Freund ihr am 26. Januar aus Eifersucht angetan hat. Seit Mittwoch muss der gleichaltrige Bottroper sich vor dem Landgericht Essen wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Mit einer Schreckschusspistole schoss er ihr in den Mund.

Das Verfahren läuft vor der XXIV. Jugendstrafkammer unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil der Angeklagte, der als voll schuldfähig gilt, noch minderjährig ist. Als das Opfer vernommen wird, trennt eine vom Gericht aufgestellte Sichtschutzwand sie vom Angeklagten. So bleibt ihr sein Anblick erspart.

Freundin per WhatsApp mit dem Tode gedroht

Sie waren mal verliebt, dachten an Heirat. Seit Januar 2016 waren sie zusammen, doch schnell soll seine Eifersucht die Beziehung geprägt und belastet haben. Im Januar 2017 entschloss sie sich endgültig zur Trennung. Er nahm das nicht hin, drohte ihr per WhatsApp mit dem Tode: „Du Hure, ich werde Dich umbringen.“

Zwei Tage später, am 26. Januar, soll er um ein Treffen im Oberhausener Olga-Park um 16 Uhr gebeten haben. Sie ging hin. Gleich sei ihr aufgefallen, dass er „böse“ geguckt habe, seine Stimme sei aggressiv gewesen. Es gibt lange Gespräche, vor allem er soll geredet und dabei Haschisch geraucht haben. Schließlich soll er die Pistole gezückt und ihr einen Test vorgeschlagen haben, eine Art Vertrauensbeweis.

Passant vertrieb den Angeklagten

Sie solle die Augen schließen und den Mund aufmachen. Er schwöre, dass er nichts machen werde. Erst weigerte sie sich, dann folgte sie. Als die Waffe in ihrem Mund steckte, schoss er. Später stach er zu, fügte ihr rund 19 Stich- und Schnittverletzungen zu. Ein Stich spaltete den Oberarmknochen. Zwischendurch fiel sie in die Bewusstlosigkeit.

Als sie erwachte, soll er fast vorwurfsvoll gesagt haben: „Du lebst ja noch.“ Gerettet wurde das Opfer, weil ein Passant durch Hilferufe auf die Tat aufmerksam wurde und sich näherte. Der Angeklagte stellte sich später der Polizei.

Vor Gericht legte der 17-Jährige nach Angaben seines Verteidigers Volker Schröder „ein umfassendes Geständnis“ ab. Wie schon in der Vergangenheit habe er eine Tötungsabsicht nicht bestritten. Vom heutigen Standpunkt aus könne er sich die damalige Tat nicht erklären.

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