Oberhausen. Das Fest naht mit Riesenschritten heran. Der Kauf von Geschenken hat begonnen. Verbraucherschützer haben wichtige Tipps parat.

Alle Jahre wieder ist es so weit: Der Weihnachtseinkauf steht an, um seine Liebsten zu beschenken. Entweder macht man sich auf den Weg in ein Geschäft seiner Wahl oder bestellt - ganz bequem von daheim - online seine Wunschartikel. Doch beim Kaufen und Bezahlen kommt es immer häufiger zu Beschwerden. In vermehrter Zahl wenden sich Kunden an die Verbraucherzentrale NRW. Fachleute dort haben nun fünf Irrtümer aufgelistet, denen Kunden immer wieder aufsitzen. „Was viele Kundinnen und Kunden als ihr gutes Recht erachten, ist oftmals ein weit verbreiteter Irrglaube“, sagt Rechtsexpertin Iwona Husemann.

Unterschrift unter Verträgen

Sehr verbreitet ist die Meinung, dass Verträge nur mit einer Unterschrift gültig sind. Das stimmt aber so nicht. Zwingend unterschrieben werden müssen nur Verträge, die in Schriftform abgeschlossen oder zusätzlich noch durch einen Notar beglaubigt werden müssen wie ein Immobilienkauf. Bei einem mündlichen Vertragsabschluss, beispielsweise am Telefon, kann der Vertrag hingegen auch ohne Unterschrift rechtskräftig sein. Ein weiteres Beispiel aus dem Alltag: Beim Brötchenkauf an der Bäckertheke handelt es sich auch um einen mündlichen Kaufvertrag, der ohne Unterschrift auskommt.

Ausgewiesener Preis

Häufig denken Verbraucher, dass Preisangaben in Prospekten, Schaufenstern oder Online-Shops für die Händler bindend sind. Doch das ist nicht der Fall. Grundsätzlich ist der Preis entscheidend, über den sich Käufer und Verkäufer an der Kasse verständigen. Wer sich also über ein zum Beispiel falsch ausgezeichnetes Produkt zum Schnäppchenpreis freut, kann beim Bezahlen unter Umständen enttäuscht werden.

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Umtausch und Rückgabe

Oft lässt sich in Geschäften gekaufte und makellose Ware innerhalb einer bestimmten Zeit wieder gegen den Kaufpreis oder einen Gutschein umtauschen. Dies beruht jedoch rein auf Kulanz, ein grundsätzliches Recht darauf besteht nicht. In den Geschäften sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher daher vor dem Kauf über die Rückgabebedingungen informieren und sich eine Umtauschmöglichkeit gegebenenfalls etwa auf dem Kassenbon bestätigen lassen. Bei Käufen in Online-Shops besteht grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Hierfür kann das Musterwiderrufsformular des Unternehmers verwendet oder aber der Widerruf auf andere Weise erklärt werden, zum Beispiel über den Umtausch-Check der Verbraucherzentralen. Achtung: Das kommentarlose Zurückschicken der Ware reicht nicht aus. Gründe, weswegen widerrufen wird, müssen allerdings nicht angeben werden.

Gewährleistung und Garantie

Die beiden Begriffe sind streng voneinander zu unterscheiden. Bei der Gewährleistung handelt es sich um eine gesetzliche Regelung, bei der die Verkäufer für zwei Jahre ab dem Kauf für den einwandfreien Zustand der Ware einstehen müssen. Die Garantie hingegen ist eine freiwillige, meist herstellerseitige, Zusage für die Qualität oder Funktionstüchtigkeit eines Produktes oder Teil eines Produktes für einen frei bestimmbaren Zeitraum. Auch hier gilt: Am besten vor dem Kauf über den Umfang solcher Garantien informieren.

Zahlung per Karte

Viele Leute sind der festen Überzeugung, dass sich eine Zahlung per Karte, bei der lediglich die PIN eingegeben werden muss, auch wieder zurückbuchen lässt. Das trifft aber nicht immer zu. Bei einer Kartenzahlung mithilfe einer PIN wird der Kaufbetrag unmittelbar vom eigenen Konto abgebucht und an den Händler gezahlt. Eine Rückbuchung ist dann ohne weiteres nicht mehr möglich. Dies funktioniert nur, wenn die Kartenzahlung per Kundenunterschrift quittiert wird. Dann handelt es sich um ein Lastschriftverfahren und der Kaufbetrag kann innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgebucht werden.