OBERHAUSEN. . Thomas Krey ist ein waschechter Osterfelder. Beim Rundgang mit unserer Redaktion blickt der Bezirksbürgermeister auf den Stadtteil im Jahr 2017.

  • Unsere Redaktion traf sich mit Thomas Krey zum Rundgang durch Osterfeld
  • Der Bezirksbürgermeister leugnet Stadtteil-Probleme nicht, blickt aber optimistisch auf 2017
  • Das Programm „Soziale Stadt“ bewirke Investitionen von mindestens 26 Millionen Euro

Der Wetterhahn auf der Turmspitze der St.-Pankratius-Kirche blitzt golden im prallen Januarsonnenschein, hell strahlt der blaue Himmel über der Gildenstraße — dieses gar nicht triste Winterwetter passt zum Rundgang mit Thomas Krey, denn der Osterfelder Bezirksbürgermeister blickt durchaus optimistisch auf 2017 und die kommenden Jahre in Osterfeld.

„Osterfeld kann in nächster Zeit mit Investitionen von mindestens 26 Millionen Euro rechnen“, sagt der SPD-Politiker. Als die Düsseldorfer Regierungspräsidentin Anne Lütkes am 22. September 2016 in Osterfeld den ersten Förderbescheid für das Erneuerungsprogramm „Soziale Stadt“ an die Stadtspitze überreichte, war auch Thomas Krey dabei präsent. Ein wichtiger Tag in der Stadtteil-Chronik ; ein Tag, der nun im Jahr 2017 seine volle Wirkung entfalten soll.

2017 zieht Leben ins Stadtteilbüro ein

Vom Café Jederman (Krey: „Seit fünf Jahren wirklich ein Super-Treffpunkt in Osterfeld“) wandern wir ein paar Meter weiter und stehen sogleich vor dem nagelneuen Stadtteilbüro, das im Laufe dieses Jahres seine Arbeit aufnehmen wird.

Café Jederman - ein beliebter und rege besuchter Treffpunkt in Osterfeld.
Café Jederman - ein beliebter und rege besuchter Treffpunkt in Osterfeld. © Kerstin Bögeholz

Die Ausschreibung für den Stadtteilmanager läuft. Info-Plakate weisen im Schaufenster des Büros darauf hin, was hier passiert: Thomas Krey erläutert mit einem Blick auf die Stadtteilkarte das Fördergebiet, das zum Beispiel auch Eisenheim und Rothebusch umfasst und im Süden bis zur Trasse der Autobahn 42 reicht.

Neue Gestaltungs-Akzente für die Osterfelder Mitte

Ja, abblätternde Fassaden, Leerstände und in die Jahre gekommene Straßen – all das gebe es in Osterfeld, attestiert der Bezirksbürgermeister. Er sieht aber gute Chancen, mit Hilfe der „Soziale Stadt“-Mittel für eine nachhaltige Verbesserung zu sorgen.

Historische Fassade an der Gildenstraße.
Historische Fassade an der Gildenstraße. © Bögeholz

Krey erläutert, dass ein neuer Quartiersplatz direkt an der St.-Pankratius-Kirche entstehen wird, dass auch die Gildenstraße als zentrale Innenstadt-Achse, der Marktplatz und der Olga-Park zum Kern des Fördergebiets zählen; dass man in Osterfeld – ähnlich wie beim „Blauen Band“ für Sterkrade – gestalterische Akzente setzen wolle, um gerade auch die Mitte des Stadtteils attraktiver zu machen.

Privaten Hausbesitzern biete das Hof- und Fassadenprogramm zudem finanzielle Unterstützung, um das Erscheinungsbild ihrer Häuser auf Vordermann zu bringen. Wichtige Projekte seien auch das neue Jugendzentrum an der Gesamtschule oder etwa die Aufwertung von Schulhöfen.

Bezirksbürgermeister ist ein waschechter Osterfelder

Thomas Krey ist ein waschechter Osterfelder, der sich als Anwalt für seinen Stadtteil versteht. „Ja, die Osterfelder sind in Oberhausen schon was Besonderes“, sagt er. Das fange bereits damit an, dass Osterfeld historisch gesehen zu Westfalen gehöre und die Eingemeindung ins rheinische Oberhausen keineswegs eine Selbstverständlichkeit war.

Trommelwirbel für Osterfeld – die Lechner-Figuren gehören einfach dazu.
Trommelwirbel für Osterfeld – die Lechner-Figuren gehören einfach dazu. © Kerstin Bögeholz

Der Osterfelder Bürgerring, die Werbegemeinschaft Osterfeld, das reichhaltige Vereinsleben, die Burg Vondern mit ihrer langen Historie, die besondere Bedeutung von St. Pankratius als Propsteigemeinde – all das spiegele nach wie vor Osterfelder Eigenständigkeit.

„Neuer Rewe-Markt verbessert die Einkaufssituation“

„Die Einkaufssituation in Osterfeld – das ist ein Problem“, sagt Bezirksbürgermeister Thomas Krey, der aber auch in diesem Punkt mit Blick auf das Jahr 2017 konkreten Anlass zu Optimismus sieht. Denn die Arbeiten für den neuen Rewe-Markt an der Bottroper Straße haben begonnen. Es tut sich nach langer Zeit des Stillstands endlich etwas auf diesem Gelände. Dieses Projekt werde für die Nahversorgung und die Einkäufer in Osterfeld-Mitte eine wichtige, spürbare Verbesserung bringen, unterstreicht Thomas Krey.

Der Bezirksbürgermeister weist beim Rundgang mit unserer Zeitung auch auf die große Bedeutung von innenstadtnahen Neubaugebieten wie zum Beispiel an der Lilienthalstraße oder an der Renate-Weckwerth-Straße hin. Solche Projekte sorgten für eine neue soziale Dynamik im Stadtteil, schließlich gehe es darum, möglichst viele Familien für den Wohnort Osterfeld zu begeistern und für eine möglichst gute soziale Durchmischung im Stadtteil zu sorgen.

Workshops, Runde Tische, Bürgerbeteiligung, das Stadtfest als Publikums-Hit – all das wird das noch junge Jahr 2017 in Osterfeld prägen, und es wird Leben einziehen in das jetzt noch still daliegende Stadtteilbüro.