Hilferuf

Arena Oberhausen erstrahlt knallrot – das steckt dahinter

Noch sieht sie aus wie immer: In der Nacht von Montag auf Dienstag (22. auf 23. Juni) soll die König-Pilsener-Arena neben dem Centro Oberhausen in roter Farbe strahlen, um auf die Notlage der Veranstaltungsbranche hinzuweisen.

Noch sieht sie aus wie immer: In der Nacht von Montag auf Dienstag (22. auf 23. Juni) soll die König-Pilsener-Arena neben dem Centro Oberhausen in roter Farbe strahlen, um auf die Notlage der Veranstaltungsbranche hinzuweisen.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die König-Pilsener-Arena neben dem Centro Oberhausen erhält eine neue Farbe – zumindest für eine Nacht. Das markante Signal dient als Hilferuf.

Eine Branche sendet ein Notsignal – und setzt dabei auf die Strahlkraft roter Farbe. Die König-Pilsener-Arena soll sich in der Nacht von Montag auf Dienstag (22./23. Juni) für drei Stunden farblich verändern. Die Veranstaltungshalle neben dem Centro Oberhausen beteiligt sich zwischen 22 Uhr und 1 Uhr nachts an einer bundesweit zeitgleich stattfindenden Protestaktion.

„Die Gesundheit steht an erster Stelle. Die Corona-Krise hat unsere Branche maßgeblich negativ beeinflusst. Veranstaltungen, wie wir sie kennen, sind zurzeit nicht mehr erlaubt und ohne Impfstoff auch in nächster Zeit nicht möglich“, sagt Arena-Chef Henrik Häcker. „Dieser Totalausfall hat viele Unternehmen in unserer Branche hart getroffen, insbesondere die Privaten. Wir wollen die Politik mit unserer Teilnahme an der Night of Light zur Rettung unserer Branche aufrufen.“

Arena-Chef befürchtet lange Corona-Folgen

Die geförderten Kreditprogramme und die begrenzte Betriebskostenübernahme der Bundesregierung helfe nur teilweise bei der Deckung der laufenden Kosten, begründet der Hallenchef die Dringlichkeit der Aktion. Durch die bisher noch ungeklärte Dauer des Veranstaltungsverbots sei es wahrscheinlich, dass viele Unternehmen zahlungsunfähig werden und nicht mehr lange überleben.

„Daher braucht es noch mehr zusätzliche direkte Hilfen der Bundesregierung. Nur so können privatwirtschaftlich geführte Event-Stätten, Zulieferer, externe Dienstleister und die gesamte Veranstaltungswirtschaft die Krise überstehen“, sagt Häcker weiter. „Die Pandemie hat der Branche die Existenzgrundlage weggezogen. Von 100 auf 0 in kürzester Zeit und weiter laufende Verpflichtungen. Wir rechnen mit drei bis vier Jahren, um den Stand von 2019 wieder zu erreichen, sofern Events bald wieder erlaubt werden.“

Dieter Bohlen spielte kurz vor dem Shutdown

Große Hallenkonzerte liegen lange zurück, liefen zuletzt im März über die Bühnen. In Oberhausen spielte Dieter Bohlen in der König-Pilsener-Arena eines der letzten Konzerte vor dem Corona-Shutdown. Die Konzertstätte möchte künftig mit Autokonzerten die Zeit ohne Hallenevents überbrücken.

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