Woche der Ausbildung

Arbeitsagentur Oberhausen wirbt für Nischenberufe

Sophia Kondring  (l.) informiert sich bei Simon Burowski und Lana Sattelmaier über Möglichkeiten in der Berufsausbildung. 

Sophia Kondring (l.) informiert sich bei Simon Burowski und Lana Sattelmaier über Möglichkeiten in der Berufsausbildung. 

Foto: DANIEL ELKE

OBERHAUSEN.   Bei der „Woche der Ausbildung“ erfahren Jugendliche im B3 der Arbeitsagentur viel über unbekannte aber aussichtsreiche Ausbildungsberufe

Für rund 30 Jugendliche und junge Erwachsene war am Dienstag eine Infoveranstaltung in geheimer Mission angesagt. Im „B3“ (Bildung, Beruf, Begegnung) im Gebäude der Agentur für Arbeit stellten sich im Rahmen der „Woche der Ausbildung“ vier Nischenberufe vor. Vorgestellt wurden die Ausbildungen zur Fachkraft für Bäderbetriebe, zum Hörgeräteakustiker, zum Optiker und zum Orthopädietechnikmechaniker. Den Besuchern wurden dabei die genauen Berufe im Vorfeld nicht verraten. Für zwei Stunden konnten sich die Interessierten die Ausbildungen von Geschäftsinhabern, Mitarbeitern und Azubis genau erklären lassen und bekamen viele Fragen beantwortet.

Dafür waren Vertreter vom Aquapark, Schwanke Hörakustik, Saarner Optik sowie dem Sanitätshaus Willecke vor Ort. An jeweils eigenen Ständen erklärten die Experten beispielsweise das jeweilige Anforderungsprofil für eine Bewerbung, das Gehalt und wie sie selbst zu ihrem Beruf gekommen sind. Im Gepäck hatten sie zur Veranschaulichung unter anderem Hörgeräte, Brillen und orthopädische Hilfsmittel.

Roboter und Windenergie

„Hier stellen sich weniger bekannte Berufe mit freien Ausbildungsplätzen vor. Im Gegensatz zu bekannteren gibt es dabei weniger Bewerber“, erklärt Christiane Artz, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur, das Konzept der Veranstaltung. „Daher ist eine spätere Übernahme fast garantiert.“

Sophia Kondring hat sich an allen Ständen die Berufe vorstellen lassen. Besonders angetan hat es ihr die Hörakustik mit Andreas Schwanke: „Das ist interessant, weil man lernt, wie man anderen Menschen helfen kann und wie das System im Ohr funktioniert.“ So überlegt die 21-Jährige sogar, sich für die Ausbildung zu bewerben. „Aber das vom Aquapark klang auch gut.“

Dann geht es für sie erstmal in den Raum, in dem man mit Hilfe eines Computers und 3D-Druckers Rucksäcke individuell bedrucken kann. Möglich gemacht wird das vom Zentrum „Zukunft durch Innovation“ (ZDI), das mit Koordinatorin Katharina Schwermer verschiedene Projekte mit unter anderem Robotern oder Windenergie Jugendlichen und jungen Erwachsenen näherbringt. Zur Hälfte wird das ZDI von der Agentur für Arbeit finanziert.

Unterdessen steht Jan Krüger am Stand des Sanitätshauses Willecke. „Durch persönliche Erfahrungen in der Familie kenne ich diesen Beruf schon länger und interessiere mich dafür“, sagt der 21-Jährige. Mit Mitarbeiter Anton Fehling unterhält er sich über die Ausbildungsinhalte. Vielleicht bringt es etwas – denn Krüger hat bereits seine Bewerbung für die Stelle abgegeben.

Marion Steinhoff, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, glaubt, dass es für jeden Jugendlichen eine Ausbildungsstelle geben würde: „Auch wenn es Nischenberufe sind: Sie müssen sich nur trauen.“

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