Baumschutz

Anwohner verärgert: Die Platanen an der Rudolfstraße bleiben

Viele Anwohner der Rudolfstraße in Oberhausen wünschen sich, dass die alten Platanen gefällt werden.

Viele Anwohner der Rudolfstraße in Oberhausen wünschen sich, dass die alten Platanen gefällt werden.

Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool

Oberhausen.  Viele Anwohner der Rudolfstraße würden die 30 Platanen mit dem vielen Laub und den Wurzelschäden am liebsten fällen. Ihr Antrag wurde abgelehnt.

Die Rudolfstraße ist eine Seitenstraße der Mellinghofer Straße. Ihren besonderen Reiz hat sie durch ihre stattlichen Platanen. 2014 brach der Sturm Ela eine von ihnen ab. Sie fiel ins Dach eines Hauses, richtete großen Schaden an. Überhaupt sind die hohen Bäume inzwischen für viele Anwohner zu einem Ärgernis geworden. Trotzdem hat die Bezirksvertretung Alt-Oberhausen jetzt ihren Antrag abgelehnt, die Bäume zu fällen.

Statt dessen einigten sich die Politiker auf eine sanfte Lösung. Sie lautet: Bis auf eine ohnehin abgängige Platane bleiben alle anderen stehen. Ihre Baumkronen werden leicht zurückgeschnitten. Die Fachverwaltung gab zu bedenken, die Lebensbedingungen für die Bäume dort seien nicht gut, ihre Baumscheiben zu klein, auf Dauer sei mit weiteren Schäden zu rechnen.

Die Anwohner hatten sich gewünscht, alle 30 verbliebenen Platanen dort zu fällen und durch Bäume zu ersetzen, die in 30 und mehr Jahren weniger massiv in Erscheinung treten. Nach einem Ortstermin stellten die Mitglieder der Baumkommission der Bezirksvertretung das Gremium vor vier Alternativen. Davon wäre die Fällung die radikalste Lösung gewesen. Zumal für neun der Bäume, die die Begehung eines Gehwegs unmöglich machen, in der Rudolfstraße selbst gar kein Ersatz vorgesehen war, sondern auf dem Mittelstreifen der Essener Straße.

Thyssen-Wohnungen wurden vor rund 30 Jahren privatisiert

Die zweitradikalste Lösung wäre es gewesen, nur diese neun Bäume zu entfernen und dafür auf der Essener Straße Ersatz zu pflanzen, die übrigen aber immerhin stark zurückzuschneiden. Der Nachteil dabei wäre ein häufiger Rückschnitt an diesen Kappstellen gewesen, da deren nachwachsende Triebe besonders bruchgefährdet sind. Der zweitmildeste Eingriff wäre gewesen, nur die neun hinderlichen Bäume zu fällen, dafür an der Essener Straße Ersatz zu pflanzen und bei den übrigen lediglich eine Pflege der Baumkronen durchzuführen.

Nach Ansicht von Werner Nakot (CDU) wurde jetzt nur eine Übergangslösung beschlossen „Wir müssen über Alternativen nachdenken, wie wir den Menschen dauerhaft helfen können“, erklärte er. Dem schlossen sich Hartwig Kompa (SPD) und Andreas Blanke (Grüne) mit der Ergänzung an, die Kanäle müssten auf Wurzelschäden hin geprüft und danach eine für die Bäume schonende Lösung gefunden werden. Hildegard Kirsten (Linke) vertrat den Standpunkt, man dürfe jetzt nicht die Bäume darunter leiden lassen, dass das Problem beim Verkauf der Häuser durch Thyssen vor rund 30 Jahren einfach auf die Hauskäufer abgewälzt worden sei.

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