Straßenausbau

An der Stralsunder Straße in Oberhausen rumort es

Rund 100 Teilnehmer waren zur Bürgerinformation in den Saal der Apostelkirche gekommen. Ricarda Mauksch von der Stadtverwaltung stellte die Ausbaupläne für 2021 vor.

Rund 100 Teilnehmer waren zur Bürgerinformation in den Saal der Apostelkirche gekommen. Ricarda Mauksch von der Stadtverwaltung stellte die Ausbaupläne für 2021 vor.

Foto: Tamara Ramos

Sterkrade.  Die Baustraße des Neubaugebiets soll 2021 zur Spielstraße ausgebaut werden. Stadt stellte Pläne vor. Hohe Umlage für Eigentümer.

Immer wenn in letzter Zeit den betroffenen Bürgern Straßenbauprojekte vorgestellt werden, deren Kosten die Betroffenen zum größten Teil tragen müssen, hat die Stadtverwaltung einen schweren Stand. Im November wäre eine solche Bürgerinformation in Alt-Oberhausen beinahe aus dem Ruder gelaufen, wenn die Lokalpolitiker nicht hoch und heilig versprochen hätten, das Ganze angesichts vieler Ungereimtheiten noch einmal zu überdenken.

Nicht ganz so stürmisch verlief die jüngste Anhörung am Tackenberg, obwohl die Anwohner der Stralsunder Straße und eines Teils der Schweriner Straße sogar 90 Prozent der Baukosten tragen müssen.

Aber auch im Saal der Apostelkirchengemeinde an der Dorstener Straße wehte den Vertretern der Verwaltung der Wind ins Gesicht. Rund 100 Bürger waren gekommen und zeigten etliche Schwachstellen der Planung auf. Es handelt sich um ein Neubaugebiet. 2010 war der zugehörige Bebauungsplan fertig.

Baukosten: 1,2 Millionen Euro

Entlang der schmalen Stralsunder Straße entstanden eng beieinander hohe Ein- und Zweifamilienhäuser, oft mit zusätzlichem Dachgeschoss. Die Straße ist offiziell noch Baustraße. Ihr Zustand ist aber nicht schlechter als der mancher voll ausgebauten Straße. 2021 soll auch sie den Vollausbau erhalten. Die geschätzten 1,2 Millionen Euro an Baukosten werden fast vollständig auf die Eigentümer umgelegt.

Spielstraße soll sie künftig werden, ebenso wie der noch nicht ausgebaute Abschnitt der Schwe­riner Straße. Einen Wendehammer würde sie bekommen und gegenüber der Einmündung der Schweriner Straße eine platzähnliche Aufweitung. Roséfarben würde sie gepflastert, erhielte Jungbäume mit Baumscheiben und die Stellplätze wären darin grau abgesetzt. 87 bislang ungeordneten öffentlichen Parkplätzen stünden künftig 91 markierte Parkplätze gegenüber, auf je zwei Wohnungen käme ein solcher Stellplatz.

Begegnungsverkehr bei nur 4,50 Meter Breite

„Es ist aber nicht überall nach den Vorgaben des Bebauungsplans gebaut worden, sondern mehr und dichter“, begann eine Frau die Aussprache. Viel mehr Verkehr sei daher die Folge. Begegnungsverkehr bei künftig noch 4,50 Metern Breite der Fahrbahn hielten Bürger für bedenklich. In der Straße parken auch Lieferwagen. Sorgen bereitete die enge Zufahrt von der Beet­hoven­straße aus. Dort wie für den Wendehammer müssen Büsche bzw. Hecken weichen.

Jemand erinnerte daran, dass die Stralsunder Straße früher einmal bis zur Bremener Straße durchführen sollte. Zum Schutz des angrenzenden Wäldchens habe man davon abgesehen. Es wurden Zweifel laut, wie die teils beträchtlichen Höhenunterschiede zu den Grundstückszufahrten mit einer Spielstraße vereinbart werden können.

Sackgasse kann knapp 900 Autos am Tag verkraften

Ein Anwohner kritisierte die nötigen Baumfällungen für die Aufweitung. Auch wurden Forderungen laut, die Durchfahrt bis zur Bremener Straße freizugeben oder eine Einbahnstraßenregelung einzuführen oder die Schweriner Straße bis zur Rügenstraße zu verlängern. Aber gegen eine Durchgangsstraße gab es auch Widerspruch.

Ricarda Mauksch von der Stadtverwaltung und ihre Chefin Sabine Janclas versuchten deutlich zu machen, dass 870 bis 890 Autos am Tag auch von einer Sackgasse verkraftet werden könnten, dass eine Durchgangsstraße viele Parkplätze koste und eine Einbahnstraße das gefahrene Tempo erhöhe.

Ein Anwohner wies nach, dass die Baukosten für die Straße vor dem Bau der Siedlung auf 520.000 Euro geschätzt wurden, sich seitdem mehr als verdoppelt hätten. Das passte nicht zur Aussage des Mitarbeiters der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO), wonach die Preissteigerung im Straßenbau in den letzten Jahren bei ein bis zwei Prozent pro Jahr lag.

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