Kunstsommer 2018

Al Bundy hängt neben Helmut Schmidt an der Garagenwand

Besucher der Garage konnten sich am Sonntag von der Vielseitigkeit der Arbeiten von Peter Rusam überzeugen.

Besucher der Garage konnten sich am Sonntag von der Vielseitigkeit der Arbeiten von Peter Rusam überzeugen.

Foto: Franz Naskrent

Oberhausen.   Die Arbeiten des Künstlers und Meisterschülers Peter Rusam sind in der Kunstsommer-Garage zu sehen. Motive aus der Zeit- und Fernsehgeschichte.

Ausgeprägte gestalterische Gegensätze sind das Markante an den Arbeiten von Peter Rusam. Der Kunstverein Oberhausen eröffnete am Sonntag in der Garage an der Mühlenstraße den ersten Zyklus seiner Ausstellungsreihe „Kunstsommer 2018“. Dazu konnte der Verein den in Düsseldorf lebenden Meisterschüler von Professor Gerhard Richter begrüßen.

Fotorealistische Motive, die nachträglich unscharf gemacht sind, Naturmotive mit weichen Farbübergängen, deren Konturen aber nachgezeichnet sind, wohlproportionierte Körper mit schemenhaften Gesichtern, das sind nur einige Beispiele für die Arbeitsweise Rusams. An der Mühlenstraße hängen sie grob etwa in der Reihenfolge ihrer Entstehung.

Den Anfang dabei bilden Gemälde, in denen breite Pinselstriche die Figuren oder die Szenerie lediglich andeuten. Ihre Ausgestaltung bleibt dem Auge des Betrachters überlassen, etwa bei der stehenden Person neben einer im Rollstuhl sitzenden Person. Ganz anders dagegen jene Gruppe von Menschen, die auf einer Stufe stehen, jedoch nur von der Brust abwärts zu sehen sind: fast jeder mit etwas in Händen, ob mit einem Brief, einem Strauß Blumen oder beidem.

Erich Honecker und Helmut Schmidt

„Große Bilder habe ich nur während des Studiums gemalt“, berichtete Peter Rusam am Sonntag. Zum Beispiel das Doppelbild von Erich Honecker (mit Pelzmütze), der Helmut Schmidt (mit Elblotsenmütze) hinterher blickt. Rein zufällig halten auf dem Bild daneben Fotografen ihre Objektive genau in ihre Richtung. Oder die drei unbekleideten Frauen, deren Köpfe nur angedeutet sind.

Eine Zeit lang haben es dem Künstler Szenen aus amerikanischen Filmen oder Fernsehserien angetan (zum Beispiel ist Al Bundy aus „Eine schrecklich nette Familie“ dabei). Obwohl vom Ansatz her fotorealistisch, sind sie nachträglich mit Unschärfe überzogen. „Das kann man am Ende mit dem Pinsel machen“, erklärte Rusam seine Vorgehensweise. Überraschend dabei: Je weiter man sich von ihnen entfernt, desto schärfer wirken sie.

Landschaften bevorzugt

„Heute sind mir Landschaften viel wichtiger. Da passiert in meinem Kopf mehr“, sagte der Maler am Sonntag. Ein einziger leicht geänderter Farbton könne eine ganz andere Situation schaffen. Und so erblickt der Besucher in der Garage des Kunstvereins Stadtmotive, wieder in leichter Unschärfe, deren Konturen jedoch verstärkt sind, aber auch das Panorama der Alpenwelt, in dem ebenfalls die Umrisse nachgezogen sind.

Zur Eröffnung des „Kunstsommers 2018“ hatte Ortwin Goertz, der Vorsitzende des Kunstvereins, die etwa 50 Gäste begrüßt. Im Anschluss sprach Bürgermeisterin Elia Albrecht-Mainz. Peter Rusam hielt sich im Hintergrund. „Ich bin nicht bühnentauglich“, sagte er.

>>>Öffnungszeiten in der Garage

Peter Rusam (geb. 1968) ist in Ansbach/Franken geboren. Von 1990 bis 1999 studierte er in Düsseldorf bei Gerhard Richter und Dieter Krieg.

Seine Bilder sind freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr in der Garage des Kunstvereins Oberhausen, Mühlenstraße 125, zu sehen.

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