Kunst

Ai Weiwei setzt auf Camping

Dass er kommt, um sich sein Projekt der 1000 Zelte persönlich anzuschauen, ist unwahrscheinlich. Ai Weiwei steht unter Ortsarrest.

Dass er kommt, um sich sein Projekt der 1000 Zelte persönlich anzuschauen, ist unwahrscheinlich. Ai Weiwei steht unter Ortsarrest.

Foto: AP

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Oberhausen.Mit einer Kunst-Installation aus 1000 Zelten beteiligt sich der chinesische Künstler und Dissident Ai Weiwei an der Emscherkunst 2013. Auf bis zu zwölf Plätzen in dem Ausstellungsareal zwischen Gelsenkirchen und Oberhausen aufgestellt, können die Zelte vom 22. Juni bis zum 6. Oktober von Bürgern ausgeliehen und genutzt werden. „Das ist kein abgehobenes Projekt. Die Installation lebt von der Beteiligung“, sagt Emscherkunst-Sprecherin Patricia Bender.

Nachhaltigkeit und Beteiligung

Was hat Ai Weiwei mit der Emscherregion zu tun und woher weiß der Künstler, der in seiner Heimat China unter Ortsarrest steht und seine Region nicht verlassen darf, dass Zeltstädte zum Konzept der Emscherkunst passen? „Ökologie, Nachhaltigkeit und Partizipation sind die drei wichtigen Aspekte der Ausstellung Emscherkunst 2013.

Kurator Florian Matzner hat Kontakt zu international bekannten Künstlern aufgenommen, die sich mit diesen Themen befassen. Sie waren hier vor Ort, haben mit dem Fahrrad die Region abgefahren“, erklärt Bender. „Ai Weiwei war natürlich nicht persönlich hier, aber er schickte seinen persönlichen Assistenten,Herrn Yang. Er hat zur Zeit auch mit Deutschland zu tun, weil Ai Weiwei den Auftrag bekam, den Deutschen Pavillon für die Biennale in Venedig zu gestalten.“

Übernachtung im Kunstobjekt

Jedes der Zelte, in China gefertigt, soll ein Unikat werden. Bis zu drei Personen werden darin übernachten können. Wer sich darauf einlässt, nutzt praktisch ein Kunstobjekt.

Doch das, findet Ai Weiwei, ist noch nicht genug Bürgerbeteiligung und Nachhaltigkeit. Bender: „Er hat darauf bestanden, dass die Nutzer, wenn die Ausstellung zu Ende ist, die Zelte bekommen, damit sie an das Kunstprojekt erinnern. Deshalb werden wir sie verlosen.“

Weil freies Zelten nicht erlaubt ist, müssen Zeltplätze geschaffen werden. Bender: „Es müssen sanitäre Anlagen bereit stehen, die Plätze müssen beaufsichtigt werden. Zur Zeit werden geeignete Orte dafür geprüft.“

Drei Zeltplatz-Optionen

Oberhausen hat drei Zeltplatz-Optionen: im Kaisergarten auf dem Gelände des Stadtsportbunds, bei Haus Ripshorst und im Holtener Feld in der Nähe des Jugendhaus-Neubaues, einem weiteren Spielort der Emscherkunst 2013. Oberhausener müssen aber nicht in Oberhausen campen. „Ziel der Ausstellung Emscherkunst ist auch, dass die Menschen ihre Region besser kennenlernen.“

Was es kostet, die Ai Weiwei-Idee umzusetzen, steht noch nicht fest. Sicher ist hingegen, dass das Ausleihen der Zelte erschwinglich sein wird und dass der Star-Künstler keine Ausnahme-Gage erhält. Bender: „Die Honorare sind für alle beteiligten Künstler gleich.“

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