Autofahrer

Ärger über erhöhte Parkgebühren in Oberhausens Innenstadt

Das kostenlose Parken für 15 Minuten lässt auf sich warten: Nur wenige neue Parkautomaten mit „Brötchentaste“ stehen bislang in Alt-Oberhausen.

Das kostenlose Parken für 15 Minuten lässt auf sich warten: Nur wenige neue Parkautomaten mit „Brötchentaste“ stehen bislang in Alt-Oberhausen.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Seit Juni ist das Parken in der City deutlich teurer. Besonders Beschäftigte kämpfen um Parkplätze und müssen nun tief in die Tasche greifen.

Die seit Juni verdoppelten Parkgebühren in Alt-Oberhausen und Sterkrade sorgen besonders in der Innenstadt für Ärger bei Anwohnern und Geschäftsleuten. Seit knapp zwei Monaten zahlen Bürger einen Euro pro Stunde fürs Parken. Menschen, die in der City arbeiten, sind gezwungen, teilweise bis zu 9 Euro am Tag in den Parkautomaten zu werfen, wie es die neue Gebührenordnung vorsieht. Viele fürchten außerdem, dass dadurch noch mehr Besucher der Innenstadt fern bleiben.

Axel Schmiemann, Verkäufer edler Uhren an der Marktstraße und Vorsitzender des Oberhausener Kaufleute-Vereins CityO.-Management, beobachtet jetzt schon Auswirkungen der neuen Parkraumbewirtschaftung: „Besonders Ärzte, Anwälte und Bäcker, die von ihrer täglichen Kundschaft leben, leiden unter den hohen Parkgebühren“. Es sei ein falsches Signal von der Politik gewesen, in Zeiten kostenloser Parkplätze an Einkaufszentren wie dem Bero Center, ausgerechnet die ohnehin gebeutelte Innenstadt mit einer hundertprozentigen Erhöhung der Parkkosten zu belegen. „Dass es keine Möglichkeit mehr gibt, in bestimmten Bereichen mehrere Stunden kostenlos mit Parkscheibe zu parken, wie es vor einigen Jahren noch möglich war, ist eine absolute Frechheit“, empört sich Schmiemann.

Anwohner konkurrieren um Parkplätze

Für seine 16 Mitarbeiter hat der Geschäftsmann nun fünf Parkplätze angemietet, um sie finanziell zu entlasten. Doch nicht alle Unternehmer können ihre Beschäftigten derart unterstützen. „Wir können eine zehn- bis 20-prozentige monatliche Abgabe nicht aufbringen“, beklagen beispielsweise die Friseure vom Team „Hütter & Hütter“ im Bismarckviertel die Parkkosten, die ordentlich auf den Geldbeutel schlagen. „Im Friseurberuf stehen wir im unteren Lohnsegment.“ Sie haben sich mit einem Protestbrief an Oberbürgermeister Daniel Schranz gewandt. Ihr Ärger spricht vielen Beschäftigten, die auf keinen Firmenparkplatz zurückgreifen können, aus der Seele.

Anwohner der Saarstraße, wie Bettina Rösner, schildern zudem den allabendlichen Kampf um Parkplätze, wenn nach 18 Uhr keine Gebühren mehr anfallen. „Dann bringt mir auch mein Anwohnerparkausweis nichts, wenn hier alles zugestellt ist“, gibt sie enttäuscht zu Protokoll.

Martin Fischer, der eine Anwaltskanzlei in der Sedanstraße betreibt, erfüllte nach Einschätzung der Stadt nicht die Voraussetzungen für einen kostenpflichtigen Bewohnerparkausweis, obwohl die Räumlichkeiten der Kanzlei im Eigentum seiner Frau sind. Mit seinem Kleinbetrieb von vier Mitarbeitern zahlt er der Stadt nach eigener Rechnung nun knapp 32 Euro Parkgebühren pro Tag. „Das Ganze war eine unsinnige Entscheidung und zeigt einmal mehr, wie weit sich unsere Politiker bereits vom Bürger entfernt haben“, so Fischer.

Bürger hoffen auf versprochene Brötchentaste

Im Stadtsüden lassen sich seither immer wieder die gleichen Szenen beobachten: Vielfach kreisen die Autos morgendlich über den kostenlosen „Park & Ride“-Parkplatz an der Hansastraße oder suchen freie Parkbuchten an der Straße „Am Förderturm“. Nur noch wenige Parker stellen ihr Fahrzeug auf dem mit fünf Euro pro Tag (vormals zwei Euro) immer noch günstigen DGB-Parkplatz an der Friedrich-Karl-Straße ab. „Ich weigere mich strikt, das zu zahlen“, sagt Sandra Brosche, die in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes arbeitet. „Immer wieder werden die Bürger zur Kasse gebeten, nur um irgendwelche Haushaltslöcher zu stopfen.“

Zufriedener wären einige Bürger schon damit, wenn die neuen 185 Parkscheinautomaten mit der angekündigten Brötchentaste, die das kostenlose Parken für 15 Minuten erlaubt, deutlich schneller im Bereich der Innenstadt aufgestellt würden. Doch die sucht man an vielen Stellen derzeit noch vergebens. Bis Ende des Jahres will die Stadt sie aufgestellt haben.

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