Sicherheit

Ältere Mitbürger auf Gefahrenquellen aufmerksam machen

Damit Unfälle vermieden werden: Auch das Ein- und Aussteigen mit dem Rollator wird bei der Seniorensicherheitsberatung in Zusammenarbeit mit der Stoag bei älteren Mitbürgern geübt.

Foto: Volker Speckenwirth

Damit Unfälle vermieden werden: Auch das Ein- und Aussteigen mit dem Rollator wird bei der Seniorensicherheitsberatung in Zusammenarbeit mit der Stoag bei älteren Mitbürgern geübt. Foto: Volker Speckenwirth

OBERHAUSEN.   Die Seniorensicherheitsberatung informiert regelmäßig in Sachen Gefahrenvorbeugung. Dabei geht es auch um richtiges Verhalten im Straßenverkehr.

Die Anzahl aller verunglückten Senioren im Straßenverkehr ging 2017 im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwölf Prozent zurück. Einen Anteil daran hat wohl auch die Seniorensicherheitsberatung in Oberhausen, die in Kooperation mit der Stadt und der Polizei seit knapp acht Jahren verschiedene Projekte anbietet, um ältere Bürger auf Gefahrenquellen aufmerksam zu machen. Dabei sind es oft schon Kleinigkeiten, die die Sicherheit erheblich verbessern können.

23 ehrenamtliche Berater kommen dabei über das Jahr verteilt regelmäßig zum Einsatz, sei es durch Vorträge, Standberatung oder das Verteilen von Broschüren. Doch nicht nur der Straßenverkehr wird dabei angepackt, sondern auch neun weitere Themen, wie Wohnungseinbruch, Trickdiebstahl oder Brandschutz. Dabei lässt der Beruf der Ehrenamtler keinen Rückschluss auf ihre Beratungstätigkeit zu, weiß Dieter Nachtigall. „Vom Akademiker bis zum Handwerker ist bei uns alles dabei. Um zu beraten, muss man sich natürlich fortbilden. Aber das ist gerade die Herausforderung des Ehrenamts: Man macht etwas für andere, aber auch für sich selbst.“

Bunter Schirm wird zum Blickfang

Die gelernte Diplomverwaltungswirtin Christa Thissen kümmert sich seit vier Jahren verstärkt um die Verkehrssicherheit. Speziell geht es ihr darum, dass die Senioren von anderen Straßenteilnehmern wahrgenommen werden, gerade während der dunklen Jahreszeit. „Es ist wichtig, die Kleidung mit reflektierenden Dingen auszustatten oder sich heller zu kleiden. Allein schon mit einem bunten Schirm unterwegs zu sein, macht jeden zum Blickfang.“

Zusätzlich nimmt die Beratung auch die Bereiche Auto- und Radfahren in den Blick. Hier geht es zum Beispiel um die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen und Sicherheitsabstände. Alles im ständigen Austausch mit der Polizei und Verkehrswacht. „Bei Vorträgen war schon oft Hauptkommissar Willi Taubner dabei. Er bringt dann konkrete Fälle aus der Praxis mit ins Gespräch. Diese Schilderungen haben dann nochmal einen ganz anderen Effekt auf die Zuhörer“, weiß Nachtigall.

Die Beratung richtet sich aber eben nicht nur an dynamische, sondern auch an beweglich eingeschränkte Senioren. Dabei geht es besonders um die richtige Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, wie zuletzt bei einer Aktion der Stoag, bei der das Ein- und Aussteigen mit dem Rollator oder Rollstuhl im Bus geübt wurde. Thissen: „Entscheidend ist, dass man zunächst sich selbst nach draußen bewegt, an den Stangen festhält und dann seinen Rollator rückwärts hinterher zieht.“

Auf Augenhöhe begegnen

Wichtig ist den Beratern, den Senioren auf Augenhöhe zu begegnen. „Damit nicht der Eindruck einer Bevormundung entsteht“, erklärt Nachtigall. Christa Thissen sieht die Berater zudem in einer anderen Position, als möglicherweise die nächsten Angehörigen. Schließlich sei es nicht leicht, wenn Kinder die Eltern-Rolle übernehmen. Und das egal in welchem Alter. „Wir als Unbeteiligte können möglicherweise die Senioren etwas besser in die Pflicht nehmen, anders die Gefahren ansprechen, was mit viel Zustimmung angenommen wird.“

>>> PROBEFAHRT MIT EINEM FAHRSCHULLEHRER

Auch für die Zukunft sind in Sachen Verkehrssicherheit weitere Projekte in Planung. So gibt es momentan Überlegungen, Senioren die Möglichkeit zu geben, durch eine Probefahrt mit einem Fahrschullehrer ihre Fähigkeiten in Sachen Autofahren zu überprüfen.

„Für sich einzuschätzen, wann es mit der Selbstständigkeit bezüglich des Autofahrers vorbei ist, kann sehr schwierig sein. Wer gesteht sich das schon gerne selbst ein? Eine Probefahrt kann da sehr aufschlussreich sein“, erklärt Dieter Nachtigall.

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