Talentschulen

Acht Oberhausener Schulen hoffen auf Förderung

Die Fördermittel sollen Schulen zugute kommen, in denen es viele Schüler aus sozial schwachen Familien gibt.

Die Fördermittel sollen Schulen zugute kommen, in denen es viele Schüler aus sozial schwachen Familien gibt.

Foto: Ingo Otto

OBERHAUSEN.   Die Landesregierung stellt zusätzliche Ressourcen für „Talentschulen“ bereit. Schulsprecher der Ratsfraktionen müssen eine Schule auswählen.

Das landesweite Förderprojekt „Talentschulen“ stößt in Oberhausen auf breites Interesse: Insgesamt sieben weiterführende Schulen und ein Berufskolleg haben bereits ihre Teilnahme am Bewerbungsverfahren signalisiert. Hierzu zählen die Gesamtschule Osterfeld, die Fasia-Jansen-Gesamtschule, das Hans-Sachs-Berufskolleg, das Elsa-Brändström-Gymnasium, das Bertha-von-Suttner-Gymnasium sowie alle drei Oberhausener Realschulen.

Die NRW-Regierung will ab dem Schuljahr 2019/20 im Rahmen eines Modellversuchs insgesamt 60 ausgewählte „Talentschulen“, die in besonders benachteiligten Stadtteilen liegen, mit zusätzlichen Ressourcen ausstatten. So soll unter anderem die Zahl der Lehrerstellen um 20 Prozent erhöht und die Ausstattung in den Klassenzimmern modernisiert werden. Zudem werden Zuschläge für Sozialarbeiter und Fortbildungen bereitgestellt.

„Die Schulen müssen ein Bewerbungsformular ausfüllen und darlegen, für welche Projekte sie die finanziellen Mittel in Anspruch nehmen wollen“, sagt Schulamtsleiterin Ute Jordan-Ecker. Bis zum 11. Oktober haben die Schulleiter Zeit, ihre Unterlagen beim Schulträger einzureichen. „Nach den Herbstferien kommt dann eine Auswahlkommission zusammen, die sich aus den schulpolitischen Sprechern der Ratsfraktionen zusammensetzt“, erläutert sie.

Da pro Kommune nur eine Schule ins Rennen geschickt werden darf, müssen sich die Oberhausener Lokalpolitiker bis zum 7. Dezember auf einen Bewerber festlegen. Ob die ausgewählte Schule dann auch tatsächlich ins Förderprojekt der schwarz-gelben Landesregierung mit aufgenommen wird, ist jedoch offen.

SPD fordert mehr „Talentschulen“

Bereits im Mai hatte sich die SPD im Rahmen einer Klausurtagung für eine Bewerbung der Gesamtschule Osterfeld stark gemacht. „Es gibt dort viele Schüler mit Migrationshintergrund und Kinder, die aus Hartz IV-Familien kommen“, sagt SPD-Schulsprecherin Kirsten Oberste-Kleinbeck. Zudem habe die Schule bereits einige erfolgreiche Projekte durchgeführt. „Sich vor der Einsicht aller Bewerbungen bereits auf eine Schule festzulegen, wäre jedoch fahrlässig.“ Die SPD-Politikerin würde sich wünschen, dass deutlich mehr Schulen und Berufskollegs eine besondere Förderung erhalten.

Auch Jordan-Ecker sieht das Projekt kritisch: „Sicherlich ist es sehr kurz gegriffen, wenn 60 Schulen bevorzugt werden“, sagt die Schulamtsleiterin. „Andererseits sollen die Talentschulen helfen, pädagogisch wertvolle Erkenntnisse zu sammeln.“ Davon würden laut Jordan-Ecker alle Schulen profitieren.

>>> PROJEKT FÜR SCHULEN MIT BESONDEREN PROBLEMLAGEN

Die Landesregierung will 45 weiterführende Schulen und 15 Berufskollegs fördern. Vor allem Einrichtungen mit Schülern aus sozial schwachen Familien sollen von den Fördergeldern und Modernisierungen profitieren.

Weitere Infos gibt es unter www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulentwicklung/.

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