Landtagswahl

9000 Postkarten weisen Jugendliche auf den 14. Mai hin

Mit einfach gestalteten Postkarten versucht das Jugendparlament Erstwähler für die Landtagswahl zu begeistern:Im Bild: David Mambo, Alexander Makrlik und Ricardo Kötter.

Foto: Michael Dahlke

Mit einfach gestalteten Postkarten versucht das Jugendparlament Erstwähler für die Landtagswahl zu begeistern:Im Bild: David Mambo, Alexander Makrlik und Ricardo Kötter. Foto: Michael Dahlke

Oberhausen.   Das Jugendparlament will die Wahlbeteiligung für die Landtagswahl im Mai erhöhen – mit einem verblüffend einfachen Konzept.

Wie mobilisiert man die heutigen mit allen digitalen Techniken aufgewachsenen Jugendlichen für die Landtagswahl? Mit einer schnöden Postkarte auf normalem Druckpapier. Das erhofft sich zumindest das Oberhausener Jugendparlament (Jupa), das persönliche Postkarten an die rund 9000 Erstwähler verschicken wird.

„14. Mai 2017“ prangt groß auf der Vorderseite der Postkarte – mit der Unterzeile: „Warum die Landtagswahl für dich wichtig ist!“ Das Datum der NRW-Landtagswahl, aufgehübscht mit einer gelben Blitzbirne, fällt sofort ins Auge. „Wir wollten den Fokus auf das Wahldatum legen“, sagt Alexander Makrlik, der stellvertretende Jupa-Vorsitzende. „Die Jugendlichen sollen den 14. Mai gleich mit der Landtagswahl assoziieren.“

Die Rückseite haben die Jugendlichen inhaltlich gestaltet. Dort sind Argumente für eine Abstimmung fett gedruckt. „Viele der jugendlichen Erstwähler gehen noch zur Schule. Und Schulpolitik ist Landespolitik. Wer da etwas mitbestimmen und verändern möchte, muss wählen gehen“, erklärt Makrlik.

Hinweis zum Wahl-O-Mat

Außerdem weist die Postkarte auf den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung hin. „Dort kann man relativ schnell Meinungen über Politiker und Parteien bilden und sich so orientieren“, begründet er die Empfehlung für dieses Computerprogramm.

Das Jugendparlament hat sich bewusst für die Postkarte und gegen eine digitale Lösung entschieden. „Die Postkarte ist ein gutes Medium. Wenn man sie erstmal auf dem Schreibtisch liegen hat, schaut man sie sich auch an“, sagt Makrlik. „Auch wenn wir im digitalen Zeitalter leben – wie schnell scrollt man über eine Anzeige bei Facebook? Das nimmt man gar nicht wahr.“

Dass die Postkarte im Mülleimer landet, befürchtet Vorsitzender Ricardo Kötter nicht: „Wir haben ein hochwertiges Material genutzt und die Postkarte unterschrieben, damit sich die Jugendlichen damit beschäftigen.“ Außerdem hätten die Erstwähler so weitere Ansprechpartner. Kötter und Makrlik sind über Facebook erreichbar.

Kandidaten ließen sich duzen

Bereits am 22. März organisierte das Jugendparlament ein Speed-Debating mit den Landtagskandidaten. „Die Jugendlichen durften die Kandidaten kennenlernen und sogar duzen“, erzählt Makrlik. „Jeder durfte den Politikern seine Fragen stellen und so herausfinden, wen er wählen möchte.“

2012 lag die Beteiligung an der Landtagswahl in Oberhausen bei rund 54 Prozent. „Wir wollen die Wahlbeteiligung erhöhen“, meint der Ricardo Kötter, der vor allem die Jugendlichen mobilisieren möchte. Dafür hat das Jugendparlament diese Erstwählerkampagne ins Leben gerufen. Rund 3800 Euro fallen für das Design, die Produktion und den Versand der 9000 Postkarten an. Diese werden am Ende der Osterferien verschickt.

Die Kosten übernimmt das Bundesprogramm „Demokratie leben“ des Familienministeriums, das so demokratiefördernde Projekte wie das Jugendparlament unterstützt.

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