Ehe für alle

50 homosexuelle Paare haben in Oberhausen geheiratet

Am 30. Juni 2017 hat der Bundestag über die „Ehe für alle“ abgestimmt. Seit Oktober ist die Eheschließung für homosexuelle Paare möglich.

Foto: Fabian Strauch

Am 30. Juni 2017 hat der Bundestag über die „Ehe für alle“ abgestimmt. Seit Oktober ist die Eheschließung für homosexuelle Paare möglich. Foto: Fabian Strauch

Oberhausen.   Seit Oktober haben in Oberhausen viele gleichgeschlechtliche Paare geheiratet. 39 eingetragene Partnerschaften wurden in eine Ehe umgewandelt

Seit der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Oktober 2017 haben in Oberhausen 50 Paare standesamtlich geheiratet. Das teilte die Stadt auf Anfrage der Redaktion mit. 39 weitere schwule und lesbische Paare haben ihre bereits eingetragene Lebenspartnerschaft nachträglich in eine Ehe umwandeln lassen.

Am 30. Juni 2017 wurde im Bundestag über den Entwurf der „Ehe für alle“ abgestimmt: 63 Prozent der Abgeordneten stimmten damals für die Öffnung der Ehe. Linke, SPD und Grüne stimmten geschlossen dafür, bei der CDU waren es 225 Gegenstimmen.

Unterschiede bei der standesamtlichen Eheschließung im Vergleich zu heterosexuellen Paaren gibt es keine: „Alle werden gleich behandelt“, sagt Stadtsprecher Frank Helling. Das bedeutet: Die homosexuellen Paare bekommen die gleichen Ansprachen der Standesbeamten und haben oftmals die gleichen Wünsche, was die Gestaltung der Zeremonie betrifft.

Ehemann und Ehefrau

Auffällig ist, dass im elektronischem Eheregister, welches das Ehebuch abgelöst hat, immer noch die Begriffe „Ehemann und Ehefrau“ verwendet werden – auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren. Das bedeutet: Wenn zwei Frauen heiraten, dann wird eine von ihnen automatisch als Ehemann registriert. „Das wird allerdings zum 1. November umgestellt“, erklärt Helling. Die Paare werden außerdem vor der Trauung darauf hingewiesen. „Die meisten nehmen es mit Humor, oder es ist ihnen egal“.

Anders sieht es bei den Eheurkunden aus: Hier wurden die Begriffe „Ehemann“ und „Ehefrau“ für gleichgeschlechtliche Paare zu „Ehegatten“ angepasst.

Seitdem die standesamtliche Trauung für Schwule und Lesben erlaubt ist, gibt es keinen erhöhten Anstieg an kirchlichen Eheschließungen. Helmut Müller, Pfarrer der evangelischen Markuskirchengemeinde, hat mit anderen evangelischen Priestern und Priesterinnen aus Oberhausen gesprochen: „Insgesamt hatten wir seit Oktober fünf kirchliche Trauungen von homosexuellen Paaren in unterschiedlichen Gemeinden der Stadt“, berichtet er. Allerdings sei zu beachten, dass vor dem neuen Gesetz kaum eine Kirche die Trauung angeboten hat. Pfarrer Müller betont jedoch: „Bis auf eine Ausnahme ist die Eheschließung nun in jeder evangelischen Gemeinde in Oberhausen möglich. Wir begrüßen das sehr!“.

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