Arbeitslosenhilfe

30 Jahre „Starthilfe“ für Arbeitslose in Oberhausen

Seit 30 Jahren gibt es die Arbeitslosen-Beratungsstelle „Starthilfe“. Im Bild: Sebastian Girrullis (Vorsitzender; links) und Uwe Cotta (Berater)

Seit 30 Jahren gibt es die Arbeitslosen-Beratungsstelle „Starthilfe“. Im Bild: Sebastian Girrullis (Vorsitzender; links) und Uwe Cotta (Berater)

Foto: Bögeholz

Oberhausen.   Pro Jahr berät der Verein 750 bis 800 Menschen in allen Fragen rund ums Thema Arbeitslosigkeit. Finanzielle Förderung vom Land bleibt unsicher.

Mit einem Volkshochschulkurs „Arbeitslose helfen sich selbst“ hat’s angefangen. Jetzt, 30 Jahre später, berät der im Zentrum Altenberg ansässige Verein „Starthilfe“ pro Jahr rund 750 bis 800 Menschen in allen Fragen rund ums Thema Arbeitslosigkeit. Nicht eingerechnet diverse Kleinauskünfte am Telefon. Und selbst wenn die Entwicklung der Arbeitslosigkeit aktuell ein klein wenig Anlass zur Hoffnung gibt – eine beträchtliche Sockelarbeitslosigkeit und damit ein anhaltender Beratungsbedarf sind geblieben.

In diesem Monat jährt sich die Gründung der „Starthilfe“-Beratungsstelle zum 30. Mal. Ein Grund zum Feiern? „Eher nicht. Ich hätte mich gern selbst überflüssig gemacht“, sagt dazu Uwe Cotta, der als Berater von der ersten Stunde an dabei ist.

Laumann überlegt, die Landesförderung einzustellen

Deshalb wird man in der Beratungsstelle im Zentrum Altenberg auch keine Sektkorken knallen hören – zumal aktuell mal wieder dunkle Wolken über der Anlaufstelle für Arbeitslose und ihre Familien aufziehen: Anlass sind Überlegungen von NRW-Arbeitsminister Laumann (CDU), die Landesförderung für Arbeitslosenzentren und -beratungsstellen ab 2021 einzustellen.

Es geht dabei um Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds, die über das Land weitergegeben werden können. „In dieser unsicheren Situation, finden wir es unpassend, zu feiern“, sagt Sebastian Girrullis, erster Vorsitzender des Vereins „Starthilfe“.

Denn diese bittere Erfahrung hat Uwe Cotta mit der Beratungsstelle schon einmal machen müssen: Im Jahr 2008 hatte Laumann die Förderung schon einmal gekappt: „Wir haben da zwei Jahre richtig rumgekrebst, ich bin auf Teilzeit gegangen und wir konnten hier nur überleben, weil wir für die BFO Qualifizierungen angeboten und Unterstützung von der Sparkassenstiftung bekommen haben.“

Die rot-grüne Nachfolgeregierung hatte dann die Förderung für die unabhängige Beratung und Betreuung von Arbeitslosen wieder sichergestellt.

Ein Auf und Ab seit Beginn

Vom Start weg sei es ein ständiges Auf und Ab gewesen. Mal gab’s zusätzliche Unterstützung durch ABM-Kräfte oder das Programm „Arbeit statt Sozialhilfe“. Dann habe man das Angebot zeitweise ein wenig ausbauen können. Immer nur befristet. Was aber all die Jahre den Kern der Arbeit ausgemacht hat, ist die unabhängige Beratung und Unterstützung von Arbeitslosen vor allem beim Stellen der nötigen Anträge auf Hartz IV oder Kindergeld, beim Erklären und Überprüfen der Bescheide. Über die Jahre habe sich da auch eine gute Arbeitsebene mit dem Jobcenter entwickelt: „Die Zusammenarbeit funktioniert gut. Die schicken uns Kunden zur Beratung“, erzählt Cotta.

Mittlerweile seien mehr als die Hälfte aller Ratsuchenden Migranten, die häufig Unterstützung suchen, um in Arbeit zu kommen. „Wenn dann eine Familie mit sechs Kindern herkommt und einiges abgeklärt werden muss – das kann schon mal zwei Stunden dauern“, erzählt Cotta. Das sei oft kompliziert und anstrengend: „Aber es macht Spaß, wenn man am Ende helfen kann.“

Keine Planungssicherheit

Und wenn’s einen Wunsch zum 30. Geburtstag gäbe? Planungssicherheit über 2020 hinaus wäre schön. Denn der geschätzte Anlaufpunkt für Betroffene wird wohl auch auf absehbare Zeit leider noch nicht überflüssig sein.

>>> Info: Terminvereinbarung ist sinnvoll

Die Arbeitslosen-Beratungsstelle „Starthilfe e.V.“ ist an der Hansastraße 20 (auf dem Altenberg-Gelände) ansässig. Telefonisch ist der Verein zu erreichen unter 85 97 8-33.

Offene Beratungszeiten sind dienstags von 10 bis 17 Uhr und donnerstags von 13 bis 18 Uhr. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, ist eine Terminvereinbarung für montags, mittwochs und freitags sinnvoll.

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