Landgericht

20-Jähriger soll im Streit ein Filettiermesser gezogen haben

Foto: Kurt Michelis

Oberhausen.   In der Oberhausener Innenstadt war ein Streit zwischen jungen Männern eskaliert. Nun ist ein 20-Jähriger wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Wegen versuchten Totschlags steht seit Montag ein 20-jähriger Algerier vor der Jugendkammer des Landgerichts Duisburg. Am frühen Morgen des 26. Oktober 2018 soll er an der Stöckmannstraße einen Landsmann durch Messerstiche verletzt haben.

Laut Anklage soll es kurz vor 5.30 Uhr zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. In deren Verlauf soll der 20-Jährige ein Filettiermesser mit 17 Zentimeter Klingenlänge gezogen und Stichbewegungen gegen den Oberkörper des Widersachers gemacht haben. Den meisten Stichen soll der Geschädigte ausgewichen sein. Er erlitt oberflächliche Schnittwunden von bis zu 30 Zentimetern im Gesicht, an der Brust und am Oberbauch und trug Abwehrverletzungen am Arm davon.

Waffe auf das Dach eines Pavillons geworfen

Das Eingreifen eines Zeugen soll Schlimmeres verhindert haben. Als die Polizei eintraf, soll der Angeklagte geflüchtet sein und die Waffe auf das Dach eines nahen Pavillons geworfen haben. Die Polizei konnte ihn noch in der Nähe des Tatortes stellen.

Der 20-Jährige, an dessen Alter man zunächst Zweifel hatte, die aber durch ein entsprechendes Gutachten nicht gestützt wurden, ließ den Vorfall durch seinen Verteidiger anders schildern. Es sei schon zuvor, in einem wenige hundert Meter entfernten Kiosk, in dem der Angeklagte dem Alkohol zugesprochen hatte, zum Streit mit dem Geschädigten gekommen, nachdem der eine Frau belästigt hatte. Beide Männer seien hinausgeworfen worden und hätten sich dann, immer lauter streitend, zu der Stelle begeben, an dem es zum Übergriff kam.

Messer nur anderthalb Minuten in der Hand gehabt

„Nicht mein Mandant hat die Waffe gezogen, sondern sein Kontrahent“, so der Verteidiger Der habe seinen Oberkörper entblößt und sich die Schnittwunden selbst zugefügt. „Es war wohl eine Art Männlichkeitsgehabe.“ Danach, so die Schilderung des Verteidigers, sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf der Angeklagte im Gesicht und am Oberkörper verletzt worden sei. Als der Zeuge die Waffe verlor, habe der 20-Jährige sie aufgehoben. Der Angeklagte ergänzte, dass er das Messer vielleicht anderthalb Minuten in der Hand hatte. „Ich habe es weggeworfen, weil ich Angst hatte.“

Für das Verfahren gegen den Heranwachsenden, der bereits schon einmal eine Zeit in Oberhausen lebte, sich zuletzt aber in Viersen aufhielt, sind bis 13. Mai drei weitere Verhandlungstage vorgesehen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben