Schlagernacht

11.000 Fans tanzen durch die Schlagernacht in Oberhausen

Treue Fans mit Schal und Trikot: Die Anhänger von Jörg Bausch („Dieser Flug“) feierten ihren Helden in den ersten Reihen der Arena Oberhausen bei der langen Schlagernacht lautstark.

Foto: Fabian Strauch

Treue Fans mit Schal und Trikot: Die Anhänger von Jörg Bausch („Dieser Flug“) feierten ihren Helden in den ersten Reihen der Arena Oberhausen bei der langen Schlagernacht lautstark. Foto: Fabian Strauch

Oberhausen.   Andrea Berg, Vanessa Mai und Jörg Bausch: 11.000 Fans feierten in der Arena Oberhausen beim Schlagerfestival mit unerschütterlicher Kondition.

Der Mann hat Schlösser erbaut und komplette Kornfelder abgeerntet: Trotzdem ist Jürgen Drews niemand, der sich auf dem Sofa ausruhen möchte. Warum auch? Mit 72 Jahren, da fängt das Leben an, möchte man dem Altmeister des Schlagergenres zurufen. Beim Festival „Die Schlagernacht des Jahres“ zählte Drews in der mit 11.000 Fans gefüllten König-Pilsener-Arena zu den Sympathieträgern.

Das liegt daran, dass sich der Mann mit der langen Haarmähne mit Vorliebe selbst genüsslich auf die Schüppe nimmt. Kaum schreitet er auf dem Bühnensteg nach vorne, dreht er die Hüfte wie ein feuriger Latino-Sänger: „Nicht schlecht, für einen alten Opa, oder?“ Wieder alles im Griff, Jürgen Drews!

Die Schlagerparty hat schon verschiedene Namen getragen, vielen dürfte noch die „Schlager-Starparade“ im Ohr herumschwirren. Aus der mittags startenden Tagesparty ist nun aber eine Fete bis zur Mitternacht geworden. Sechs Stunden Musik, die bei den gut gelaunt tanzenden Gästen Kondition erfordert und den Veranstalter sogar vom „größten Hallen-Schlager-Festival in Deutschland“ schwärmen lässt.

Ein riesiger Hit-Mix der Schlagermusik

Das Rezept ist einfach, aber effektiv: Die Bundesliga der Künstler mit eingängigen Melodien und deutschen Texten marschiert in die Halle. Jeder hat rund eine halbe Stunde Zeit für Kostproben, das bringt Abwechslung. Ein riesiger Hit-Mix der Schlagermusik. Alle Künstler spielen live unter einem Dach.

Andrea Berg, zum Beispiel, schloss die klatschenden Fans gleich an ihren Lügendetektor an. Ergebnis: „Du hast mich tausendmal belogen!“ Übel nehmen konnte man ihr die Anspielung auf ihren großen Hit natürlich nicht. Zumal trübe Gedanken von vielen Wirbelwinden vertrieben wurden. Dazu zählt sich auch Maite Kelly, die sich wie ein Gute-Laune-Helikopter über die Bühne drehte.

Über einen besonders treuen Fan-Club durfte ihr Kollege Jörg Bausch staunen. „Dieser Flug“ endete für den gebürtigen Essener nicht mit einer Bruchlandung. Seine Anhänger kamen im Schlager(spiel)-Trikot und mit den passenden Bausch-Fanschals nach Oberhausen. Über mangelnde Anfeuerung konnte er sich nicht beklagen. Großes Kino!

Stühle überflüssig: Stehparty auf den Rängen

Dass die Bühne nicht nur mit drei Großbildschirmen und bulligen Lichtkegeln bestückt war, bewies die Schweizer Schlagersängerin Beatrice Egli („Mein Herz“). Sie ließ vor zwei an der Bühnenkante befestigten Windmaschinen sogar effektvoll ihre Haare tanzen.

Stühle waren dagegen in der Arena meistens überflüssig. Stehparty auf den Rängen. Im Innenraum hatten die Macher sowieso auf Sitzgelegenheiten verzichtet. Das bot denn auch die Chance auf einen spontanen Discofox. Die Füße stillzuhalten, konnte schwer fallen.

Ausnahmen bildeten höchstens die hastigen Pausen, die Raucher auf die Freiluft-Terrassen zog. Zumindest blieb es trocken, was vielleicht auch am sonnigen Gemüt von Schlager-Prinzessin Vanessa Mai lag, die konstatierte: „Wolke Sieben ist noch frei!“ Die 25-Jährige eröffnete am frühen Abend übrigens den sechsstündigen Reigen, was beweist, dass die großen Namen bei diesem Festival nicht erst zur späten Stunde auflaufen müssen.

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