Kirche

Zwei Mülheimer Pfarreien bekommen einen neuen Pfarrer

Pfarrer Manfred von Schwartzenberg vor der St. Barbara Kirche hört zum 25. Mai auf. Sein Nachfolger wird Christian Böckmann.

Pfarrer Manfred von Schwartzenberg vor der St. Barbara Kirche hört zum 25. Mai auf. Sein Nachfolger wird Christian Böckmann.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Mülheim.   Pfarrer Christian Böckmann (56) leitet bald zwei Pfarreien - St. Barbara und St. Mariä Himmelfahrt. Manfred von Schwartzenberg zieht sich zurück.

Gleich zwei Pfarreien, St. Barbara und St. Mariä Himmelfahrt, bekommen am 1. Juni einen neuen Pfarrer. Christian Böckmann (56) tritt in der Nord-Pfarrei St. Barbara die Nachfolge von Manfred von Schwartzenberg an, der am 20. Mai seinen 75. Geburtstag feiert.

In der Linksruhr-Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt kennt man Böckmann bereits seit einem Jahr als Pfarradministrator. Mit einem vorgezogenen Pfarrfest, das am 25. Mai um 17 Uhr mit einem Gottesdienst in der Barbarakirche am Schildberg beginnt und am 26. Mai fortgesetzt wird, werden die Barbarianer ihren alten Pfarrer in den Ruhestand verabschieden und ihren neuen Seelsorger willkommen heißen. Schon jetzt steht fest, dass der neue Doppel-Pfarrer Böckmann in St. Barbara ab 1. September durch einen Pastor verstärkt wird. „Außerdem kann mein Nachfolger auf viele liebe und aktive Menschen bauen, die daran gewöhnt sind, frei und selbstständig zu arbeiten“, sagt von Schwartzenberg, der 27 Jahre lang an der Spitze der Nord-Pfarrei gestanden hat.

Nachfolger kann auf aktive Menschen bauen

In St. Mariä Himmelfahrt stehen die Pastoren Berthold Janberg und Heinrich Weyers (für die Broicher Gemeinde Herz Jesu), Pater Bala Kaligiri (für die Saarner Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt), Pater Johnson Mathew Onasseril (für den Saarner Gemeindebezirk St. Elisabeth) und Diakon Michael Bader (für die Speldorfer Gemeinde St. Michael) als geistliche Kollegen Böckmann zur Seite. Hinzu komm die Gemeindereferentinnen Michael Kaminski und Andrea Schlüter.

Nicht ganz so komfortabel ist die Personalausstattung in der Nord-Pfarrei. Die Winkhauser Gemeinde Christ-König steht seit dem Abzug der Pallottiner im vergangenen Jahr ohne Geistlichen da. Die Styrumer Gemeinde St. Mariae Rosenkranz wird durch die Gemeindereferentin Sigrid Geiger und den Kameruner Pastor Constant Leke betreut. An der Spitze der Eppinghofer Gemeinde St. Engelbert steht der altbewährte Pastor Michael Clemens, der gerade seinen 70. Geburtstag gefeiert hat.

Von Schwartzenberg war 27 Jahre in der Nord-Pfarrei

Christian Böckmann, der noch bis Ende Mai als Diözesanbeauftragter für die Krankenhausseelsorge zuständig ist, wird als Doppel-Pfarrer Verantwortung für zwei Gemeinden mit insgesamt 32.000 Katholiken übernehmen. „Ich habe Manschetten vor meiner Aufgabe. Und ich habe auch noch kein fertiges Konzept. Vieles werde ich in der Praxis erst ausprobieren müssen. Aber ich gehe trotzdem mit einer gewissen Gelassenheit an meine neue Aufgabe heran, weil ich weiß, dass es in beiden Pfarrgemeinden Menschen gibt, die Gemeinde organisatorisch und theologisch tragen können und wollen. Und ohne eine solche Selbstständigkeit wird es auch in Zukunft nicht gehen“, sagt der Theologe, der seine ersten 20 Priester-Jahre als Seelsorger in Gelsenkirchen-Schalke verbracht hat.

Vor dem Hintergrund des akuten Priestermangels in der katholischen Kirche sind sich von Schwartzenberg und Böckmann einig, dass sich der Pflichtzölibat und das männliche Geschlecht als Voraussetzung für den Zugang zum Priesteramt nicht mehr halten lassen. „Bischof Franz-Josef Overbeck ist nicht blind. Er sieht genau, was kommt und was nötig ist“, sagt von Schwartzenberg. Und sein Nachfolger macht deutlich: „Ich kenne viele verheiratete Theologen und Frauen, die mit dem Charisma der Seelsorge begabt sind und denen ich das Priesteramt sofort zutrauen würde.“

Mit Blick auf die Missbrauchsfälle im Priesteramt, die die katholische Kirche in eine Existenzkrise gestürzt haben fordert Manfred von Schwartzenberg die Bistumsleitung dazu auf, „den eingeschlagenen Weg der Offenheit weiterzugehen. Und Christian Böckmann erwartet von seiner Kirche, „dass wir die Opfer konsequent in den Blick nehmen und sie nicht nur mit Lippenbekenntnissen, sondern auch mit Taten begleiten.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben