Medizin

Wohlstandskrankheit bedroht in zunehmendem Maße die Leber

Mediziner klären auf und beantworten Fragen: Hier Chefarzt Prof. Philip Hilgard aus dem Evangelischen Krankenhaus bei einem früheren WAZ Medizinforum.

Foto: Oliver Müller

Mediziner klären auf und beantworten Fragen: Hier Chefarzt Prof. Philip Hilgard aus dem Evangelischen Krankenhaus bei einem früheren WAZ Medizinforum. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Beim nächsten Medizinforum im Evangelischen Krankenhaus geht es um Erkrankungen der Leber, die vor allem durch schlechte Ernährung bedroht ist.

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Ein Schwerpunkt der Klinik für Allgemeine innere Medizin und Gastroenterologie im Evangelischen Krankenhaus (EKM) sind Erkrankungen der Leber. Dabei sind diese, wie Chefarzt Prof. Philip Hilgard sagt, keineswegs immer leicht und frühzeitig zu diagnostizieren. Das hängt auch damit zusammen, dass dieses große Stoffwechselorgan keine Signale sendet, wenn es erkrankt.

Auffällige Müdigkeit, so Hilgard, könnte ein Hinweis sein, dass mit der Leber etwas nicht stimmt. Müdigkeit, sagt der Chefarzt, werde auch der Schmerz der Leber genannt. Ein Warnsignal auf jeden Fall sind erhöhte Leberwerte. Doch diese, bedauert Hilgard, würden oft auch in Arztpraxen bagatellisiert, manchmal über Jahre hinweg. Eine chronische Entzündung kann entstehen, Narbenbildung, das Risiko einer Leberzirrhose steigt. Erst wenn etwa 80 Prozent des Organs zerstört seien, träten spürbare Symptome auf. Hilgard plädiert dafür, die Leberwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen im Rahmen eines Check-up.

Leberwerte ernst nehmen

Die Leberwerte ernst nehmen, ist dann auch eine der Botschaften des Mediziners im Rahmen des nächsten WAZ-Medizinforum am Mittwoch, 22. November, um 18 Uhr im Evangelischen Krankenhaus. „An die Leber denken“ lautet das Thema. Die Veranstaltung erfolgt anlässlich des 18. Deutschen Lebertages.

Keineswegs bedeuten erhöhte Werte oder Schädigungen an der Leber automatisch, dass der Patient in erhöhtem Maße Alkohol trinkt. „Der häufigste Grund für erhöhte Werte in Westeuropa ist die nichtalkoholisierte Fettleber“, erklärt Hilgard. Dabei handelt es sich um eine Wohlstandskrankheit, die immer größere Ausmaße annimmt. Viele Übergewichte wiesen eine Fettleber auf, sogar Kinder seien bereits betroffen. Aus der Fettleber kann eine Entzündung entstehen, Lebergewebe sich abbauen. Mit Hilfe von speziellen Ultraschallgeräten, die das EKM einsetzt, lassen sich der Zustand und die Festigkeit der Leber untersuchen und so auch feststellen, in welchem Ausmaß eine Narbenbildung bereits vorliegt. Diese nichtinvasiven Methoden ersparen manchen Patienten auch eine Leberspiegelung oder eine Gewebeentnahme.

Leber kann sich mit aktiver Unterstützung regenerieren

Es gibt nicht die Tablette oder die Arznei, mit der die Leber kuriert werden kann, sagt Hilgard. Es sei denn, es liegt eine Hepatitis C vor, die sich heute mit neuen Medikamenten sehr gut behandeln lasse. Die Leber gehört zu den Organen, die sich – sofern die Schädigung nicht zu weit fortgeschritten ist – regenerieren können. Dazu braucht sie aktive Unterstützung. Prof. Hilgard wird in seinem Vortrag auch darauf eingehen: Eine Lebensumstellung mit gesunder Ernährung und vor allem mit Bewegung hilft nicht nur dem Herz-Kreislaufsystem, sondern eben auch der Leber.

>> AB SOFORT SIND ANMELDUNGEN MÖGLICH

Das WAZ-Medizinforum findet am Mittwoch, 22. November, um 18 Uhr im Evangelischen Krankenhaus, Wertgasse 30, Haus B, 10. Obergeschoss statt.


Ab sofort sind Anmeldungen zu dem Seminar möglich unter 0201/804 80 58. Im Anschluss an den Vortrag besteht ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen.

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