Mülheimer Rennverein

Wie marode sind die Bauten auf der Rennbahn-Anlage?

Reicht der Brandschutz aus? Gibt es gar gravierende bauliche Mängel auf dem Rennbahn-Gelände festzustellen? Die Bauaufsicht hat auf diese Fragen (noch) keine Antworten.

Foto: Christoph Wojtyczka

Reicht der Brandschutz aus? Gibt es gar gravierende bauliche Mängel auf dem Rennbahn-Gelände festzustellen? Die Bauaufsicht hat auf diese Fragen (noch) keine Antworten. Foto: Christoph Wojtyczka

Mülheim.  Wie marode sind die Bauten auf der Rennbahn-Anlage? Die Ratsgruppe „Mülheim 5 vor 12“ stellt unangenehme Fragen und erhöht so den Druck.

Sind die Gebäude auf dem Rennbahngelände am Raffelberg so marode und mit Brandschutzmängeln behaftet, dass Bauaufsicht und Feuerwehr eine Sperrung wie beim VHS-Haus in der Müga verlangen müssten? Diese Frage steht unbeantwortet im politischen Raum.

Ratsherr Lutz Zimmermann („Mülheim 5 vor 12“) hatte zuletzt im Hauptausschuss den Versuch gestartet, Antworten von Baudezernent Peter Vermeulen zu bekommen. Entsprechen die Anlagen den aktuellen Vorgaben des Brandschutzes? Bei welchen Bauten sei aus welchen Gründen „von einer erhöhten Gefährdung von Zuschauern oder Mitarbeitern auszugehen“ oder könne die Verwaltung eine solche Gefährdung ausschließen? Müssen Gebäude wegen Brandschutzmängeln stillgelegt werden?

Eine Investition im zweistelligen Millionenbereich

Zimmermann spricht mit Verweis auf eine Ortsbegehung von einem „verfestigten Verdacht“ seiner Ratsgruppe, dass der Brandschutz auf dem Rennbahngelände „schon seit Jahren nicht mehr den aktuellen Vorgaben entspricht“. Unverzüglich sei eine Brandschau zu veranlassen, forderte er. Es sei zu prüfen, „ob die Anlage geschlossen werden muss“. Zu befürchten sei, dass eine Investition im zweistelligen Millionenbereich nötig sei, um die Rennbahn-Anlage zu ertüchtigen.

Die Stellungnahme von Baudezernent Peter Vermeulen im Ausschuss stellte Zimmermann nicht zufrieden. Die Prüfung von Gebäuden richte sich einerseits nach dem Baurecht, das zum Zeitpunkt der Entstehung gegolten habe. Danach gelte Bestandsschutz, so lange keine baulichen Veränderungen vorgenommen würden, die baurechtlich zu genehmigen seien. Wiederkehrende Prüfungen oder Brandschauen seien nur für bestimmte Bauten verpflichtend, dazu zähle das Rennbahngelände nicht. „Darüber hinaus wird die Bauaufsicht nur tätig, wenn es konkrete Hinweise auf Gefahren für Bewohner oder Nutzer gibt.“ Da es aktuell solche Hinweise gebe, werde die Bauaufsicht an der Rennbahn tätig.

Stromleitungen sind defekt – und das seit Jahren

Vermeulen sprach von „Behauptungen“ – und bezog sich damit wohl auch auf die Absage des Rennbahn-Crosslaufs am vergangenen Wochenende. Peter Degener vom veranstaltenden Verein Marathon Mülheim hatte davon gesprochen, dass der Rennverein „Sicherheitsmängel“ auf der Anlage als Grund angeführt habe, den Crosslauf in diesem Jahr nicht mehr zuzulassen.

Derweil berichtet Torsten Danz von der Bürgerinitiative zum Erhalt der Galopprennbahn davon, dass jüngst zwei Trainerinnen aus eigenem Antrieb ihre Pferde aus den Stallungen des Baltromei-Rennstalls herausgenommen hätten. Wegen Brandschutzmängeln. „Die Stromleitungen sind defekt – und das seit Jahren schon“, sagt Danz. „Wenn einer vom Brandschutz kommt, wird das mit Sicherheit beanstandet.“ Zur Absage des Crosslaufs sagt Danz, es sei gar von „Einsturzgefahr“ die Rede gewesen, von einer „Gefahr für Leib und Leben“. Die baulichen Mängel seien für die Trainer ein großes Problem. Nur wüssten sie nicht, wohin mit ihren Pferden. „Wir können sie ja schlecht am Rathaus anbinden.“

Im Stallgebäude des Reitstalls Diana ist laut Baudezernat jüngst „auf private Veranlassung“ eine Brandmeldeanlage überprüft worden. Es habe „keinen Anlass zum Einschreiten gegeben“.

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