Immobilien

Wie kann es mit dem Haus am „Löhberg 35“ weitergehen?

Seminarleiter Matthäus Nowak präsentiert die Ideen seiner Studenten für die Zukunft des Löhbergs 35 mit Entwürfen und Modellen.

Seminarleiter Matthäus Nowak präsentiert die Ideen seiner Studenten für die Zukunft des Löhbergs 35 mit Entwürfen und Modellen.

Foto: Tamara Ramos

Dortmunder Studierende haben in einem Seminar Pläne für das Eckhaus in der Mülheimer City entworfen. Sie gehen vom Wohnheim bis zur Kunstgalerie.

Was könnte aus dem Haus Löhberg 35 in der Innenstadt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich Matthäus Nowak, der in Mülheim einige Zeit Quartiersarchitekt war, schon seit Längerem. Er entwickelte mit seinem Architekturbüro Pläne, irgendwann aber führte ihn sein Weg an die Universität in Dortmund. Los ließ ihn das Eckhaus nicht. Und so entwickelte er als Seminarleiter mit Architekturstudenten Ideen.

Studio 21 nennt sich eine davon. Ein Studierendenwohnheim mitten in der Innenstadt. „Unten soll es studentische Apartments geben, darüber ein Arbeitsraum“, erläutert Nowak den Vorschlag eines Studierenden. Recht realistisch sei das – funktioniere es auch in anderen Städten, Studierende in die Innenstadt zu holen. Zudem gebe es für solche Projekte viele Fördermittel vom Land.

Entscheiden muss eine Erbengemeinschaft

Doch auch wenn der Entwurf gut sei, sei er nur ein Entwurf. „Gedankenspiele und Ideensammlungen für Gespräche“, erläutert Jens Cüppers aus dem Team Innenstadt, das mit der „Wertstadt“ ein Büro am Löhberg 35 betreibt. Was mit der Immobilien passiert, entscheiden letztendlich die Eigentümer – eine private Erbengemeinschaft.

Wichtig sei allerdings, das etwas passiere. Das Oberschoss stünde komplett leer, obwohl die Lage Potenzial böte: für ein Kunsthaus, mit Atelier und Hostel für die Künstler. Oder ein Epizentrum, das aus dem recht farblosen ein grünes und bepflanztes Gebäude macht.

Studenten planen mehr Stockwerke

Dafür eigne sich auch der Platz vor dem Gebäude. Nowak erzählt: „Außerdem haben bei den Entwürfen alle Studierenden mit Aufstockung gearbeitet.“ Manche um ein Stockwerk, manche sogar um drei. Das wäre laut Nowak eine gute Idee, zeigt er an dem 3D-Modell eines Studenten. Das Eckhaus würde sich so viel besser zwischen seinen Nachbarhäusern einreihen.

Den Fokus des Seminars hat Nowak auf das Thema „Einfaches Bauen“ gelegt. Es ging dabei zum Beispiel um Nachhaltigkeit. Denn: Ist das Gebäude schon mal da, „wäre es schade, es nicht zu nutzen“, meint der Architekt. Außerdem stellte er sich mit den Studierenden die Frage, ob einfaches Bauen günstig sein muss. Das sei nicht unbedingt der Fall – zeigen die zwölf Studierenden und auch Nowak mit einem ursprünglichen Entwurf. Würden die Pläne umgesetzt, könnten die Mieten theoretisch auf überdurchschnittliche 11,50 Euro pro Quadratmeter steigen.

Aber um die Umsetzung gehe es bei den Entwicklungen auch gar nicht. Viel mehr sollen die Ideen – aufgrund der Bekanntheit der Immobilie Löhberg 35 – auch andere Eigentümer anregen, an alternative Ansätze bei Gebäudeumbau und -aufwertung zu denken.

>> AUSSTELLUNG IN DER WERTSTADT

Die Seminararbeiten sind noch bis zum 18. Oktober in der Wertstadt, Löhberg 35, zu sehen. (Öffnungszeiten: Mo-Mi 10 bis 12, 13 bis 16 Uhr; Do 10 bis 12, 13 bis 17 Uhr; Fr 10 bis 12, 13 bis 15 Uhr.)

Gezeichnet wurden die Entwürfe mit Architektur-Software, Gebäudebilder wurden etwa mit Photoshop bearbeitet.

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