Kultur

Werke von Mülheimer Künstler erinnern an imaginäre Orte

Künstler Matthias Meyer in seiner Ausstellung im Kunstmuseum Mülheim.

Künstler Matthias Meyer in seiner Ausstellung im Kunstmuseum Mülheim.

Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Kunstmuseum widmet dem in Mülheim lebenden Künstler Matthias Meyereine Ausstellung mit vielen neuen Arbeiten. Eröffnung ist am heutigen Samstag.

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In seinen Malereien erzählt Matthias Meyer Geschichten, die an imaginäre Orte erinnern, die geheimnisvoll aus der Tiefe gläserner Seelenlandschaften leuchtend an die Oberfläche schwimmen. Im Rausch der ineinanderfließenden Farben und Formen kann sich der Betrachter manch fabelhafte Story in der Fantasie ausmalen.

Rund 50 Arbeiten des in Mülheim lebenden Künstlers präsentiert das Kunstmuseum in der Ausstellung „Gläserner Tag“, die am heutigen Samstag, 18 Uhr, eröffnet wird. Museums-Mitarbeiterin Anja Bauer-Kersken und der Künstler selbst haben diese Präsentation wunderbar in Szene gesetzt. Der erste Raum ist den großformatigen Landschaftsbildern gewidmet, im zweiten stehen Architektur, Interieurs und Stillleben im Fokus.

Gewollte Farbverläufe und Verwischungen

Vielschichtig und feinsinnig wie seine Arbeiten ist auch der Künstler. Zurückgenommen, eloquent, ein bisschen lakonisch-ironisch, erzählt er über seine spezielle Nass-in-Nass-Technik, bei der er mit Lösungsmitteln verdünnter Ölfarbe gewollte Farbverläufe und Verwischungen in Gang setzt, damit dem Prozess ein gewisses Eigenleben gestattet. „Aber es ist schon wichtig, dass ich dabei bin. Dann kann ich eingreifen“, sagt Meyer: „Man muss gucken, was mit dem Bild passiert und aufhören, wenn es gut ist.“ In einem Spiel aus Farbe, Raum und Tiefe verleiht er dem Werk Struktur und Charakter.

Meisterschüler von Gerhard Richter

Offen antwortet der Meisterschüler des deutschen Kunststars Gerhard Richter auf die Frage, welchen Einfluss der auf seine Arbeit habe: „Ach, das weiß ich gar nicht mehr so genau, das ist schon so lange her.“ Von 1991 bis 1995 studierte Matthias Meyer an der Düsseldorfer Kunstakademie – inklusive eines Gaststudiums am Chelsea College of Art in London in 1994. Aber etwas hat Richter seinem Schüler doch mitgegeben. Denn Meyer ist überregional bekannt geworden mit seinen großformatigen Landschaftseindrücken und Naturimpressionen. Die hat er auf Reisen gewonnen und auf Fotos im Internet gefunden.

Fotos und collagierte Zeichnungen sind Vorstudien zu den großen Bildern. Im In- und Ausland hängen seine Werke in zahlreichen Sammlungen und Museen. 2014 kam auch das Mülheimer Kunstmuseum in den Besitz einer zauberhaften Parklandschaft in Pastell – ermöglicht durch den Förderverein und mit großzügiger Unterstützung des Künstlers. Galerien in Frankfurt, München und New York vertreten den Künstler, der in seinem Mülheimer Atelier zurückgezogen produziert.

Einflüsse aus der japanischen Kunst

1969 in Göttingen geboren, wuchs er in der Stadt an der Ruhr auf und ist ihr treu geblieben. Bodenständig wie Matthias Meyer ist, holt er sich auch schon mal florale Inspiration für seine Bilder bei Blumen Kocks. Der Kontakt zu einem alten Studienkollegen ermöglichte es ihm, sogar schon in Japan auszustellen. Einflüsse aus der japanischen Kunst, der informellen Malerei, des Konstruktivismus und der klassischen Moderne sind in seinen neuen Arbeiten sichtbar, die er immer weiter abstrahiert. Der Ausstellungstitel „Gläserner Tag“ verweist auf das gleichnamige Gemälde von Erich Heckel. Während in früheren Werken das Element Wasser zentral war, so setzt Meyer jetzt auf ein weiteres transparentes Medium: Das Fensterglas dient aber vor allem als Projektionsfläche für all das dahinter.

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