Bietspiel

Wer wird Mülheims Tacho-König?

Der stellvertretende Redaktionsleiter Mirco Stodollick mit seinem Golf, der 157 000 Kilometer auf dem Tacho hat.

Foto: Oliver Müller

Der stellvertretende Redaktionsleiter Mirco Stodollick mit seinem Golf, der 157 000 Kilometer auf dem Tacho hat. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Wir suchen den Autobesitzer aus Mülheim, dessen Wagen den höchsten Kilometerstand aufweist. Zum Auftakt guckt die Redaktion aufs Armaturenbrett.

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Mülheims D-Mark-König und den ältesten aktiven Sportler der Stadt haben wir zuletzt gekürt. Jetzt geht der Leser-Wettbewerb „Wer bietet mehr?“ in die nächste Runde. Ab sofort suchen wir das Mülheimer Auto mit dem höchsten Kilometerstand. Die Redaktion legt diesmal wieder vor: Spitzenreiter in unserer Büro-Gemeinschaft ist WAZ-Redakteur Mirco Stodollick. Er hat 157 044 Kilometer auf dem Tacho.

Mit dem BVB in Mönchengladbach

Er ist meiner – und doch wieder nicht (mehr). Die Entscheidung, den Golf 6 meiner Frau zu überlassen, war im Juni 2014 aus der Not geboren. Ihr Kleinwagen hatte das Zeitliche gesegnet, ohnehin musste für den Nachwuchs ein geräumigeres Fahrzeug als ein Zweitürer her. Meine Frau ist Lehrerin. Ihr Versetzungsantrag, seit Jahren wiederholt gestellt, um nicht mehr täglich nach Mönchengladbach gurken zu müssen, stößt weiter auf Ablehnung. Also schonen wir das junge Familienauto, der Golf nimmt die Autobahn unter die Räder. 60 000 Kilometer sind in drei Jahren dazugekommen, jüngst auch der unverkennbare Knutscher vom Schultor, das bei tiefstehender Sonne der freien Fahrt entgegenstand.

Egal: Ein paar Jährchen sollte es der Golf noch machen. Vielleicht hilft ja die Schulbehörde, die Belastung in Grenzen zu halten. Dann muss meine Frau, Bayern-Fan, nicht länger mit einem BVB-Aufkleber am Heck in die Stadt der falschen Borussia fahren. . .

Schon mal ein Totalschaden

Menschen machen um ihre runden Geburtstage oft viel Wind. Auch wenn sie über den Anlass selber gar nicht glücklich sind. Feiern kann man auf jeden Fall die tolle Tatsache, immer noch zu leben.

Für alternde Autos gilt das Gleiche, obwohl deren fortgeschrittener Tachostand selten beglückwünscht und begossen wird. Mein dunkelgrüner Skoda Fabia nähert sich tapfer der 150 000-Kilometer-Schwelle und wird diese höchstwahrscheinlich jetzt im Osterurlaub passieren. Ganz beiläufig, mit weniger Getöse, als wenn man über einen Kuhfladen fährt.

Im Sommer 2000 wurde er auf die Straße gelassen und sieht von vorne richtig jung aus. Nach einem unverschuldeten Frontalcrash im vorletzten Winter, einem satten Totalschaden, habe ich ihn noch glattziehen lassen. Im Moment läuft es gut mit uns, da gab es schon andere Zeiten. Sorgen bereitet mir nur der Blick auf die rosafarbene Plakette am hinteren Nummernschild. Die nächste Hauptuntersuchung droht im Juni. Ob uns noch ein gemeinsamer Sommer vergönnt ist: ungewiss.

Die rote Roberta

Ach, meine Roberta, sie fährt und fährt. Schon seit 115 173 Kilometern. Die zuverlässige VW-Golf-Dame, die ihren Namen ihrem roten Lack zu verdanken hat, ist elf Jahre alt. Im Stich gelassen hat sie mich noch nie. Sie bringt mich nicht nur zur Arbeit, sondern auch regelmäßig in den Urlaub. An die Nordsee zum Beispiel und einmal gar nach Tarragona in Spanien: Eine Himmelfahrt, nur nicht für Roberta. Sie hatte lediglich einen kleinen Husten (Ein Steinchen hatte sich in der Bremsscheibe verfangen und gab komische Geräusche von sich). Zugegeben, nicht immer kümmere ich mich so pfleglich um sie, wie sie es verdient hätte. Aber einmal im Monat lass ich dann doch was für sie springen. Dann heißt es: „Volles Programm bitte: waschen, pflegen, föhnen!“

Das Montagsauto

Es war wohl ein Montag, als ich meinen VW-Touran kaufte, die hübsche hellblaue Familienkutsche, in die so richtig viel reinpasst. Denn der Wagen (Baujahr 2011, 92 571 Kilometer), kränkelt leider immer mal. Schon bei der ersten Tour nach Österreich, machte er schlapp. Irgendwas war verrußt, ich kann heute gar nicht mehr sagen, was. In Ingolstadt musste der gute Pkw in die Werkstatt – und dort eine Woche bleiben, bis das Ersatzteil kam. Wir mussten umpacken – stopften Skier, Skischuhe, Stöcke, Helme, Koffer und Taschen in einen kleinen Mietwagen. Es sollte nicht die einzige Panne bleiben. Dennoch mag ich unseren Wagen, er ist bequem, praktisch, hübsch – und wenn er gut drauf ist, fährt er richtig spritzig. Ein paar Kratzer hat er in seinem Alter auch – wie seine Besitzer.

Ach, der Alfred

Ich fahr einen Kleinwagen, und der ist ebenso zuverlässig wie langweilig: 64 149 zumeist Stadtkilometer hat er auf der Uhr. Mein Nissan Micra in blauer Metallic-Lackierung, das war keine Herzens-, sondern eine reine Vernunftentscheidung. Für 2500 Silberlinge weniger habe ich ihn 2009 erworben. Abwrackprämie hieß das damals, und sein Vorgänger, ein Uralt-Polo namens „Alfred“ aus der Zeit, als es noch zwei deutsche Staaten gab, wandert in die Schrottpresse. Hätte „Alfred“ doch nur einen Kat gehabt, wir wären heute noch zusammen. Und ich die Tacho-Königin. Aber mit Abstand!

Magisch anziehend

Mein Wagen umkreist gerade die 34 000-Kilometer-Marke. Erwähnenswert ist das kaum für einen VW Polo, Baujahr 2014. Immerhin hat der Silberling schon große Teile der Niederlande gesehen, ein bisschen Österreich, den Südharz von der A 38 aus und Leipzig. Was den Wagen besonders macht: Er scheint leider eine magische Anziehungskraft auf Vandalen auszuüben. Das vordere Nummernschild ist schon von einer Anhänger-Kupplung „geküsst“ worden, auch mit einem Lackstift wurde an dem VW herumexperimentiert.

Und irgendwer hat es tatsächlich gewagt, einmal quer über Dach und Motorhaube zu laufen. Den diversen Fußabdrücken nach könnte es ein Träger von Dr. Martens-Schuhen gewesen sein. Aufgefallen ist mir das wohl erst Tage später, als ungünstiges Tageslicht die Delle in der Motorhaube offenbarte. Wahrscheinlich war ich vorher einfach immer zu abgelenkt gewesen – von den eingeschweißten „Ich kaufe das Auto um jeden Preis“-Annoncen, die ich regelmäßig aus der Seitenscheibe ziehen muss. Keine Chance: Die Kärtchen landen im Müll.

Unsere Schlusslichter

Den letzten Tabellenplatz teilen sich gleich mehrere Kollegen. Darunter Frank-Rainer Hesselmann, der passionierter Bus- und Bahnfahrer ist – und unsere Volontärin Lina Wiggeshoff. Die wartet noch auf den Tag, an dem eine Anschaffung lohnenswert erscheint. Es gibt ja zur Not noch das Eltern-Taxi. . .

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- Liebe Leser! Wie hoch ist der Kilometerstand an Ihrem Auto? Und welche nette Geschichte können Sie dazu erzählen?

- Schreiben Sie uns eine Mail mit ein paar Zeilen, gerne auch mit einem Foto an redaktion.muelheim@waz.de. Name und Telefonnummer bitte nicht vergessen. Oder rufen Sie uns an: 44 308 31.

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