Kultur

Wenn Zeit auf ein Stück Seife tropft

David Kumpernas und Annette Münster-Hoppensack zwischen ihren Ausstellungsstücken.

David Kumpernas und Annette Münster-Hoppensack zwischen ihren Ausstellungsstücken.

Foto: WAZ FotoPool

Menden.   Bei der 35. Ausstellung im Bismarckturm veranschaulichen Skulpturen, Installationen und Fotos den Fluss der Zeit. Die Keramikkünstlerin Annette Münster-Hoppensack und der Fotograf David Kumpernas stellen unter dem Titel „Chronotome“ Arbeiten aus mehreren Jahren vor.

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Aus den gemauerten Wänden des Bismarckturms wachsen krautige Draht-Bast-Pflanzen, in den Fenstern tropft die Zeit aus Infusionsbeuteln auf Hotelseifenstücke und aus einer Ecke blicken körperlose Köpfe fragend und vielleicht ein bisschen vorwurfsvoll hinauf zum Betrachter. Die 35. Ausstellung im Bismarckturm, gestaltet von den Künstlern Annette Münster-Hoppensack und David Kumpernas, nennt sich „Chronotome“ und wird am Samstag, 16. August eröffnet.

Der morbide Charme der tönernen Skulpturen, die Annette Münster-Hoppensack beisteuert, die mal rauen, mal patinierten oder glasierten Oberflächen, geben im Zusammenspiel mit dem nackten Mauerwerk des Turms ein stimmiges Bild ab.

Der Schauspieler am Klavier

Zwischen den Exponaten schleicht Schauspieler Karl Walter Sprungala umher, als sei er soeben aus einem der zahlreichen Abbilder seiner selbst geschlüpft. Denn neben den Skulpturen und Installationen zeigt die Ausstellung Fotografien, die David Kumpernas neben seiner Arbeit als Bühnentechniker während einer Theatertournee gemacht hat.

„Wo ein Klavier war, habe ich ein Stündchen gespielt, zur Entspannung“, erzählt Sprungala, „und dann kam David auf die Idee, mich dabei zu fotografieren“. Manche Fotos prangen auf Notenpapier, andere sehen aus wie Aquarellbilder: Die Farben scheinen ineinander zu fließen. Zu sehen ist Sprungala in Kellern, Garagen, vor leeren Zuschauerräumen – immer am Klavier oder am Flügel.

Auch die Seifeninstallation ist den wechselnden Orten einer Theatertournee geschuldet: „Man ist jeden Tag an einem anderen Ort und bekommt in jedem Hotel ein anderes Stück Seife“, so Kumpernas. So entstand die Idee, Seifenstücke im Laufe der Zeit buchstäblich aufzulösen. Wie die Seife sich während der Ausstellung verändert – darauf ist der Künstler selbst gespannt.

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