Flughafen

Warten auf den Masterplan für das Flughafen-Gelände

Verschiedene Gutachten stehen für das Flughafen-Gelände noch aus, ehe der städtebauliche Wettbewerb folgen kann

Verschiedene Gutachten stehen für das Flughafen-Gelände noch aus, ehe der städtebauliche Wettbewerb folgen kann

Foto: Blossey

Mülheim.   Ursprünglich sollte es 2018 ein Ergebnis geben. Der Planungsdezernent drängt nun auf das nächste Jahr, auch hinsichtlich der Kommunalwahl 2020.

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Der Masterplan für den Flughafen Essen-Mülheim lässt länger auf sich warten als geplant. Der ursprüngliche Wunsch, bereits bis Ende dieses Jahres zumindest eine grobe Richtung für die Entwicklung des Flughafen-Geländes auf den Weg gebracht zu haben, wird sich nicht erfüllen. Als neuen Zeitpunkt gibt Planungsdezernent Peter Vermeulen nun das kommende Jahr vor, ohne dabei genauer zu werden. Klar sei aber bereits jetzt, dass „wir auf keinen Fall bis 2020 warten möchten“, so Vermeulen weiter, der so vermeiden möchte, dass das Thema von den Parteien als Vehikel für den Wahlkampf zur Kommunalwahl genutzt wird.

Ein Grund für die Verzögerung sind die verschiedenen Gutachten, die maßgebend für die weitere Entwicklung sein werden. Das Klimagutachten für das Areal steht mittlerweile und liegt laut Peter Vermeulen nun zur weiteren Beratung in Essen. Das Verkehrsgutachten müsse dagegen noch ausgeschrieben werden und auch das Entwässerungsgutachten sei noch nicht abgeschlossen. Die Gutachten sind maßgeblich für die Weiterentwicklung des Geländes, auf dem 2024 der gewerbliche und 2034 der private Flugbetrieb enden soll, unter anderem für den städtebaulichen Wettbewerb, bei dem ebenfalls noch nicht sicher ist, wann er starten kann. Allerdings werde man im Februar 2019 beim Land den Förderantrag für das Wettbewerbsverfahren einreichen, sagt Planungsdezernent Vermeulen. Dennoch seien die inhaltlichen Arbeiten für die Weiterentwicklung des Geländes noch lange nicht abgeschlossen, so Vermeulen.

„Für uns ist wichtig, dass wir im nächsten Jahr Planungssicherheit für die Phase 2024 bis 2034 haben“

Das Problem: Die drei Konzepte, die Vertreter aus Mülheim und Essen in drei Workshop-Runden dieses Jahr für das rund 140 Hektar große Flughafen-Areal entwickelt haben, könnten laut Meinung des Planungsdezernenten nicht in eine endgültige Form gegossen werden. „Keines der drei Szenarien ist in seiner Reinform umsetzbar“, sagt Peter Vermeulen. Grundsätzlich müsse „mehr Fleisch“ an die Konzepte, um in der Bevölkerung auf Akzeptanz zu stoßen.

Alle Varianten sehen bislang eine Mischung aus Gewerbe, Wohnen und Freiraum vor. Sie unterscheiden sich aber sowohl in der Frage, wo Gewerbe, Wohnen und Freiraum angeordnet werden sollen, als auch im Flächenverbrauch und in der Frage, wie viel Fläche für Gewerbe vorgehalten werden soll. Die Prognose für die Zahl neuer Einwohner schwankt zwischen 3000 und 8500, die Prognose für neue Arbeitsplätze zwischen 1500 bis 2500.

Auskonzipiert sei keine der drei Varianten, sagt Vermeulen, der aber darauf drängen möchte, dass man im kommenden Jahr einen genauen Plan hat, was auf dem Flughafen-Areal entstehen soll. „Für uns ist wichtig, dass wir im nächsten Jahr Planungssicherheit für die Phase 2024 bis 2034 haben.“

Obwohl die Pläne zur Nachnutzung des Flughafengeländes auch nach den drei Werkstattrunden noch vage sind, hat die Stadt das Gebiet im neuen Regionalplan vorsorglich schon einmal als allgemeine Siedlungsfläche ausweisen lassen. Das eröffnet laut Planungsamtsleiter Felix Blasch erst einmal lediglich die Option, vor Ort Baurecht schaffen zu können.

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