Stadtentwicklung

Vorzeige-Radweg "Rheinische Bahn" gerät auf Mülheimer Gebiet ins Stocken

Die alte Eisenbahnbrücke über die Ruhr soll mal als Radweg zur Hochschule an der Duisburger Straße dienen.

Die alte Eisenbahnbrücke über die Ruhr soll mal als Radweg zur Hochschule an der Duisburger Straße dienen.

Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.   Der Rad- und Wanderweg auf der ehemaligen Rheinischen Bahn soll ein ganz besonderes Projekt werden - und eigentlich soll er bis zum Ende der Bauzeit der Hochschule Ruhr West fertiggestellt werden. Doch am Abschnitt vom Mülheimer Hauptbahnhof bis zum Hochschulgelände hakt es. Noch fehlt das Geld.

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Bequem auf sicheren Wegen mit dem Fahrrad zur neuen Hochschule – daraus wird so schnell nichts. Als ein „Ärgernis für alle Beteiligten“ bezeichnet denn auch Bau- und Planungsdezernent Peter Vermeulen, dass der Radweg-Abschnitt vom Mülheimer Hauptbahnhof bis zum Hochschulgelände an der Duisburger Straße bis zum Ende der Bauzeit der Hochschule nicht fertiggestellt werden kann. Das wäre im Herbst 2015 gewesen. Die ungeklärte Finanzierung bremst das ehrgeizige Projekt, an dem Politiker aller Fraktionen großes Interesse haben.

Wer zahlt, wer öffnet welchen Fördertopf? Darum geht es. Der Rad- und Wanderweg auf der ehemaligen Rheinischen Bahn überquert die Ruhr auf Brücken, was die Baukosten stark erhöht. Der RVR würde den Radweg bauen, die anschließende Verkehrssicherungspflicht läge jedoch bei der Stadt. Nicht ordnungsgemäß sanierte Brückenbauwerke könnten dann sehr teuer werden, weshalb Vermeulen auf eine „Ausbaufinanzierung im üblichen Standard“ drängt. Möglich sei aber auch, dass der Radschnellweg in eine Landesverantwortung geht und dann Straßen.NRW verantwortlich wäre – und die Stadt aus dem Schneider. Doch das ist offen.

Baudezernat sucht nach alternativen Finanzierungswegen

Wegen der hohen Bedeutung des Radweges für die Stadt sucht das Baudezernat auch nach alternativen Finanzierungswegen. „Ich prüfe in Zusammenarbeit mit der derzeitigen Eigentümerin des Streckenabschnitts, der Bahnentwicklungsgesellschaft, intensiv Möglichkeiten mit Einbezug privater Investoren“, so Vermeulen.

Die Strecke der ehemaligen Rheinischen Bahn soll eines Tages von Duisburg bis Dortmund als Fuß- und Radweg ausgebaut sein. Von Osten ist die Strecke bereits bis Essen vollendet. Der Abschnitt von Stadtgrenze Essen bis Mülheim Hauptbahnhof wird im Rahmen des Ökologieprogrammes im Emscher-Lippe-Raum (ÖPEL) finanziert und vom RVR bis Ende 2015 realisiert. Eine Förderung der Fortsetzung des Weges bis zur Hochschule sei aus Mittel des aktuellen Ökologieprogrammes nicht möglich, heißt es.

Schnelle, möglichst querungsfreie Radwegeverbindung geplant

Auf weitere Förderung hofft die Stadt auch deshalb, weil die Landesplanung, eine schnelle, möglichst querungsfreie Radwegeverbindung zwischen den Städten im Ruhrgebiet vorsieht. Vermeulen vermutet zudem, dass eine Landesförderung im Zusammenhang mit dem Radschnellweg Ruhr zusätzliche Priorität erhält, da die Entwicklung von Radschnellwegen ein bundespolitisches Ziel darstellt. Eine vorzeigbare Referenzstrecke in NRW könnte die zwischen Essen und Duisburg sein.

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