Theater

Vorverkauf für die Theatertage im Mai beginnt

In „Der Westen“ verhindert die sowjetische U-Boot-Besatzung in der Kuba-Krise den dritten Weltkrieg.

In „Der Westen“ verhindert die sowjetische U-Boot-Besatzung in der Kuba-Krise den dritten Weltkrieg.

Foto: martinkaufhold.de

Bei den 44. Theatertagen in Mülheim kommen ab dem 11. Mai überwiegend junge Autoren mit ihren Texten und Inszenierungen auf die Bühne.

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Der Vorverkauf für die 44. Mülheimer Theatertage beginnt am Freitag, 15. März. „Auch nach der Absage von Simon Stone haben wir ein sehr gutes Programm“, sagt Festivalchefin Stephanie Steinberg. Die Einladung des Berliner Ensembles mit „Eine griechische Trilogie“ war an den Terminschwierigkeiten des zwölfköpfigen Starensembles gescheitert.

Sieben Stücke bleiben, die, abgesehen von Elfriede Jelinek und Sibylle Berg, von jungen, meist Mitte der 80er Jahre geborenen Autoren stammen. Das Alter spricht nicht gegen Qualität, das sieht man an Enis Maci. Die gebürtige Gelsenkirchenerin ist mit 26 Jahren die jüngste Teilnehmerin, hat aber mit ihren Essays („Eiscafé Europa“) ebenso wie mit ihren bislang drei Stücken für Aufhorchen gesorgt. So ist sie für ihr Nachdenken über Formen des Widerstands gegen zunehmend rechtes Denken für den vom Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft ausgelobten und mit 20 000 Euro dotierten Preis „Text und Sprache“ nominiert. Dieser Preis war im vergangenen Jahr dem Stücke-Preisträger von 2018, Thomas Köck, zugesprochen worden, der gemeinsam mit Maci von „Theater Heute“ zum Nachwuchsautor des Jahres gekürt wurde.

Eröffnung am 11. Mai

Eröffnet wird das Festival am 11. Mai in der Stadthalle mit „Wonderland Ave“ von Sibylle Berg mit dem Kölner Schauspielhaus. Es ist ein Science-Fiction-Stück, dass die Freizeit- und Konsumgesellschaft von ihrer Selbstabschaffung her denkt. Auch Berg hat gerade jetzt einen Preis erhalten, den für grotesken Humor der Stadt Kassel und dieser Humor ist auch für ihre Stücke prägend.

Formal einzig in einer Excel-Tabelle mit neun Sprechern gleichzeitig verfasst und daher zum Lesen extrem schwierig, ist „Disko“ des zweimaligen Stücke-Preisträgers Wolfram Höll. Zu sehen vom Schauspiel Leipzig am Dienstag, 14. Mai, und Mittwoch, 15. Mai, jeweils um 19.30 Uhr in der Stadthalle. Am Freitag, 17. Mai, zeigt dann abermals das Schauspiel Köln um 19.30 Uhr Elfriede Jelineks „Schnee Weiss“, über Macht und Missbrauch im Skisport. Konstantin Küspert, der mit „Europa Verteidigen“ vor zwei Jahren den Publikumspreis erhielt, hat mit der „Der Westen“ einen Parforceritt durch die Kultur und Geschichte der westlichen Welt unternommen, in der die sowjetische U-Boot-Besatzung eine Schlüsselrolle spielt und während der Kuba-Krise den dritten Weltkrieg verhindert: Freitag, 24., und Samstag, 25. Mai in der Stadthalle.

Auch in der Dezentrale wird gespielt

Es spielt erneut das Bamberger Ensemble. Am Montag, 27. Mai, und Dienstag, 28i. Mai, geht es in der Stadthalle um 19.30 Uhr weiter mit Clemens J. Setz, der für seine opulenten Romane berüchtigt ist und mehrfach ausgezeichnet wurde. „Die Abweichungen“ heißt sein Stück, in dessen Mittelpunkt eine Putzfrau steht, die von jedem Haus, das sie gereinigt hat, Modelle angefertigt hat, sich aber das Leben genommen hat. Auf der Bühne steht das Schauspiel Stuttgart.

Die Dezentrale dient am Dienstag, 28. Mai (20.30 Uhr), Mittwoch, 29. Mai (19.30 Uhr), erstmals als Spielort. Dort präsentiert das Schauspiel Leipzig „Atlas“ von Thomas Köck. In der Inszenierung von Philipp Preuss dient auch die reale Straße als Kulisse. Den Abschluss bildet am Freitag, 31. Mai (19.30 Uhr), und Samstag, 1. Juni (18 Uhr), „Mitwisser“ von Enis Maci mit dem Wiener Schauspielhaus am Theater an der Ruhr. Im Anschluss beginnt die öffentliche Jurydebatte.

Nach den Aufführungen gibt es Gesprächsrunden

Nach jeder Aufführung gibt es wie immer Publikumsgespräche, die erstmals von Sven Ricklefs vom Bayerischen Rundfunk geleitet werden. Einen festen Platz im Begleitprogramm und seit dem vergangenen Jahr auch jährlich hat die Übersetzungswerkstatt. In Kooperation mit dem internationalen Theaterinstitut kommen neun Übersetzer, unter anderem aus dem Iran und Brasilien, um sich mit Texten und direkt mit den Autoren zu befassen. Erstmals geben sie auch öffentlich Einblicke in ihre spannende Arbeit.

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Das Publikum ist interessiert. Mit 3300 Zuschauern lag die Auslastung im letzten Jahr bei knapp 90 Prozent.

Die Preise bleiben konstant: von 24 bis 37 Euro in der Stadthalle. Ermäßigungen für Schüler, Studenten, Schwerbehinderte und Mülheim-Pass-Inhaber. Außerdem gibt es ein günstiges Stücke-Abo und Ermäßigung bei vier von sieben Stücken. Karten bei der Touristinfo.

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