NRZ-Bürgerbarometer

Viele Mülheimer nutzen nur selten Busse und Bahnen

Viele Mülheimer sind nie mit Bussen und Bahnen unterwegs.

Viele Mülheimer sind nie mit Bussen und Bahnen unterwegs.

Mülheim.   Laut NRZ-Bürgerbarometer nutzen 40 Prozent der Befragten nie den öffentlichen Personennahverkehr. Nur für jeden Achten gehört er zum Alltag.

Mit dem Bus oder der Straßenbahn durch die Stadt zu fahren ist für viele Mülheimer wohl undenkbar: Eine deutliche Mehrheit (69 Prozent) der Bürger nutzt den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nur selten oder gar nicht. Ein Anteil von 40 Prozent der Mülheimer gibt darunter an, dass er weder Bus noch Bahn fährt. Dies geht aus den Ergebnissen des NRZ-Bürgerbarometers hervor. Nur knapp jeder fünfte Mülheimer (19 Prozent) ist etwa häufig oder sehr häufig mit Bussen und Bahnen unterwegs – für 12 Prozent der Befragten gehört der Nahverkehr quasi zum Alltag.

Unterschiede zwischen den Altersgruppen

Ihre kalten Schultern zeigen dem Angebot der Ruhrbahn vor allem Mülheimer aus den Stadtteilen mit einer höheren Sozialstruktur, sprich Menden-Holthausen, Saarn und Speldorf. Hingegen nutzen die Befragten aus Stadtteilen mit niedriger Sozialstruktur (Innenstadt/Styrum) Busse und Bahnen häufiger.

Deutliche Unterschiede gibt es zudem zwischen den verschiedenen Altersgruppen. Während sich die älteren Mülheimer in ihrer Ablehnung beziehungsweise Gleichgültigkeit gegenüber Bussen und Bahnen weitestgehend einig sind, sieht dies bei den jüngeren Bürgern anders aus. Befragte unter 20 Jahren nutzen den ÖPNV nämlich noch vergleichsweise häufig.

In der Gruppe der 14- bis 19-Jährigen gaben 40 Prozent an, häufig oder gar sehr häufig mit Bussen und Bahnen unterwegs zu sein. Am seltensten scheinen Mülheimer zwischen 30 und 39 Jahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. Nur etwa jeder Siebte gab an, häufig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein.

Fünf weitere Aspekte abgefragt

Neben der Frage nach der ÖPNV-Nutzung hat die NRZ zu fünf weiteren Teil-Aspekten die Meinung der Mülheimer abgeklopft: Linien-Angebot, Taktzeiten, Pünktlichkeit, Preise und Sicherheit. Dabei wird deutlich, dass die Befragten bei der Sicherheit noch am zufriedensten sind. Auf der Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (sehr unzufrieden) gibt es im Schnitt eine gute bis mittlere Bewertung von 2,63. Ein wenig schlechter schneidet der ÖPNV beim Linien-Angebot (2,84) und den Taktzeiten (3,01) ab. Die Pünktlichkeit erhält ebenfalls nur eine durchschnittliche Bewertung von 3,09. Insgesamt also in diesen Bereichen nur mittlere Werte.

Besonders unzufrieden sind die Befragten mit den Preisen. Fast die Hälfte der Mülheimer (44 Prozent) gibt beim Bürgerbarometer an, mit den Preisen für Bus- und Bahnfahrten unzufrieden beziehungsweise sogar sehr unzufrieden zu sein. Die Bürger, die aus einem Stadtteil mit niedriger Sozialstruktur kommen, üben dabei die schärfste Kritik – von ihnen fallen fast 60 Prozent der Befragten in den Bereich der Unzufriedenen.

Unwissenheit der Befragten ist groß

Insgesamt bewerten die Mülheimer die Preise im Schnitt mit einer 3,61. Auffällig: Die Unwissenheit der Befragten scheint groß zu sein. Jeder Fünfte beantwortete die Fragen nach der Zufriedenheit in den unterschiedlichen Bereichen mit „weiß nicht“.

Im Vergleich zu Düsseldorf, Essen und Duisburg, wo die NRZ ebenfalls nach der Zufriedenheit in den Bereichen Linien-Angebot, Pünktlichkeit und Preise gefragt hat, schneidet Mülheim am schlechtesten ab.

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