SPORTFÖRDERUNG

Verein: Förderung des Leistungssports in Mülheim gefährdet

Spitzensport in Mülheim: Neben Badminton gilt Hockey als Aushängeschild der Stadt.

Foto: Oliver Müller

Spitzensport in Mülheim: Neben Badminton gilt Hockey als Aushängeschild der Stadt. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Der Mülheimer Sport Förderkreis kritisiert die von den Gemeindeprüfern angeregten Sparvorschläge im Bereich des Leistungs- und Spitzensports.

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Der Mülheimer Sport Förderkreis schlägt Alarm: In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister und die Fraktionen des Stadtrates fordert er, den Sparvorschlägen im Sportbereich, die die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) gemacht hat, nicht zu folgen. „Der Sport ist ein großes Stück städtischer Lebensqualität, die es zu erhalten gilt“, so der Vereinsvorsitzende Jörg Enaux.

Der Sport Förderkreis, 1980 als Unterstützer des Mülheimer Leistungssports von Vertretern aus Wirtschaft, Sport und Stadt ins Leben gerufen, kritisiert in seinem Brief die Vorschläge der überörtlichen Gemeindeprüfer, Vereine nicht länger mit Zuschüssen von jährlich 141 000 Euro zu unterstützen und deutlich mehr Geld für die Nutzung von Sporthallen einzutreiben.

Zusätzliches Einnahmepotenzial

Knapp über 90 000 Euro kassiert die Stadt etwa derzeit als Nutzungsentgelt für eine Hallenbelegung ab 20 Uhr. Die Gutachter sehen ein zusätzliches Einnahmepotenzial, wenn künftig alle Hallenbelegungen außerhalb des Schulsports kostenpflichtig wären – und das bei verdoppeltem Gebührensatz. So sollen 262 000 Euro pro Jahr zusätzlich in die Stadtkasse fließen. Der Sport Förderkreis sieht darin eine „übermäßige Belastung“ auch für den örtlichen Leistungs- und Spitzensport, für den er sich einsetzt.

Auch die Streichung von Vereinszuschüssen sei inakzeptabel, listet Enaux auf, was an Zuschüssen für den Leistungs- und Spitzensport auf dem Spiel steht. Da wäre etwa der Zuschuss, den die Stadt für das hochklassige Badminton-Turnier der Yonex German Open gewährt. Wie viel Geld fließt, gibt die Stadt öffentlich nicht preis, für Enaux steht fest: „Die Yonex German Open bedeuten für unsere Stadt einen enormen Imagegewinn. Diese Veranstaltung sollte nicht gefährdet werden.“

Enaux lehnt Kündigung der Mitgliedschaft ab

Auf der Streichliste der Gutachter stehen auch 10 000 Euro, mit denen die Stadt die Beschäftigung eines Nachwuchstrainers am hiesigen Deutschen Badminton-Zentrum bezuschusst, der für eine systematische Talentsuche und -förderung engagiert ist. Das Programm, so Enaux, sei von der Sportstiftung NRW als förderwürdig anerkannt und habe sich in fast zehnjähriger Laufzeit bewährt.

5400 Euro zahlt die Stadt für ihre Mitgliedschaft im Trägerverein des Olympiastützpunktes NRW – der Betrag wird ebenfalls auf der Rotliste der GPA-Prüfer geführt. In Essen würden 400 Athleten in 17 Sportarten betreut, darunter allein 168 Sportler aus den für Mülheim bedeutsamen Sportarten Hockey und Badmintion, lehnt Enaux eine Kündigung der Mitgliedschaft ab. Ohnehin hatte die Stadt ihre Mitgliedsbeiträge vor Jahren schon mal um zehn Prozent gekürzt.

GPA will auch kleine Beträge einsparen

Gestrichen werden soll nach Idee der GPA auch der Zuschuss, mit dem sich die Stadt an der jährlichen Ausschüttung des Sport Förderkreises für den Mülheimer Leistungssport (rund 60- bis 70 000 Euro jährlich) beteiligt. Es geht dabei um mickrige 3700 Euro, die die GPA eingespart sehen will.

Der Sport Förderkreis verweist auf sein bürgerschaftliches Engagement, hinter dem 550 Mitglieder stünden, und bittet, den Zuschuss nicht zu streichen. Insgesamt fordert Enaux von Oberbürgermeister und Ratsfraktionen, sich vor Augen zu führen, was sich die Stadt ­Mülheim vor nicht allzu langer Zeit erst mit einem Leitbild auf die Fahnen geschrieben habe: „Sportlerinnen und Sportler, die in Mülheim und Umgebung leben und in Mülheimer Vereinen trainieren, gezielt fördern, damit sie Olympiasieger werden!“

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