Musik

„The Almost Three“ liefern eine mitreißende Show im Sol

„The Almost Three“ mit Martin Ettrich, Benny Korn und Star-Gast Joseph Bowie (v.l.) in der Sol Kulturbar vor dem Live-Lichtspiel..

Foto: Sven Thielmann, Essen

„The Almost Three“ mit Martin Ettrich, Benny Korn und Star-Gast Joseph Bowie (v.l.) in der Sol Kulturbar vor dem Live-Lichtspiel.. Foto: Sven Thielmann, Essen

Mülheim.  Die Mülheimer Combo „The Almost Three“ präsentierte ihr neues Album. Star-Grafiker Hendrik Dorgathen lieferte live Illustrationen zum Konzert

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Im Ruhrgebiet liebt man’s ja eher bodenständig. Weshalb Martin „Ludo“ Ettrich bei der Live-Präsention der neuen CD von „The Almost Three“ in der rappelvollen Sol Kulturbar auch kein Gewese um die anwesenden Promis machte.

Neben seinem größten Fan, dem legendären, mittlerweile 79 Jahre alten Rockpalast-Macher Peter Rüchel, Tatort-Kommissar Joachim Król und Uwe Lyko, besser bekannt als Altrocker Herbert Knebel, ließ sich auch NRW-Innenminister Ralf Jäger mächtig eins auf die Ohren geben. Ganz unpolitisch, wenn man mal davon absieht, dass Stargast Joseph Bowie – so wie derzeit fast alle amerikanischen Musiker – zur Freude des Publikums einmal kurz und eindeutig seinen neuen Präsidenten verfluchte.

Heimspiel für Gitarren-Ass

Natürlich war der schweißtreibende Auftritt ein klares Heimspiel für Mülheims Gitarren-Ass Martin Ettrich und „The Almost Three“. Zumal der in bester Cream-Tradition rockende Dreier diesmal mit respektabler Verstärkung antrat. Hatten Benny Korn (Drums), Max Schmitz (Bass) und ihr auch singender Frontmann mit dem international renommierten Grafiker Hendrik Dorgathen doch einen vierten Mann an Bord, dessen Aufgabe mit „Illuminationskünstler“ nur allzu schwach beschrieben ist.

Der Ur-Mülheimer erweiterte die schnörkellos rockige Performance von „The Almost Three“ genial um live gezeichnete Illustrationen, rasant getaktete Animationen und gewitzt gewählte Filmschnipsel, die den mitreißenden Songs von Martin Ettrich ungeahnte Dimensionen hinzufügten. Was sich in der Sol Kulturbar als visuelles Vergnügen der Extraklasse erwies.

Ein gewitztes Spiel, das Hendrik Dorgathen da trieb: voller ironischer Brechungen, das die etwas nuschelig geröhrten Texte des auch mal an einem Vocoder nuckelnden Frontmanns, der seine völlig abgerockte Telecaster mit Verve jubeln ließ, genüsslich auf’s Korn nahm. So wie Ettrich zwischendurch seinen knackig groovenden Drummer mit Scherzen traktierte, die schwer nach Helge klangen, ohne Doc Schneider zu kopieren.

Der dritte Mülheimer im Bunde, Max Schmitz, legte derweil lächelnd beinharte Bass-Fundamente, die mächtig in die Beine gingen. Und mehr als eine Dame im Saal zum Tanzen animierten. Endgültig zur rauschenden Party wurde die fabelhafte Show dann mit „Defunkt“-Legende Joseph Bowie, der lässig den singenden Einheizer mimte und mit groovender Posaune dem wie entfesselt aufspielenden Ettrich mächtig Contra gab.

Gut drei Stunden lang gespielt

Very funky, very cool. Ein lautstark brodelndes Vergnügen, das „The Almost Three“ als „Die glorreichen Fünf“ gut drei Stunden lang servierten. „That’s Blues“ hieß es zum finalen Höhepunkt völlig korrekt. „Oh yeah“, verkündeten lauter begeisterte Gesichter. Nur die Stratocaster von Martin Ettrich guckte etwas traurig, weil sie diesmal nicht mitspielen durfte. Aber vielleicht ja am kommenden Samstag (siehe unten).

Neues Album und nächstes Konzert

Das neue Album der Band trägt den Titel „Three“ (PP 17001/ www.pottpeople.ruhr) und ist überall im Fachhandel sowie auch online erhältlich.

Live sind „The Almost Three“ am kommenden Samstag, 4. Februar, im „Südrock“ in Essen an der Rellinghauser Straße 124 zu erleben.

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