Bildung

Talentscout unterstützt Gesamtschüler bei der Studienwahl

Die Gesamtschule und die Hochschule Ruhr West kooperieren. Im Bild (Mitte):Talentscout Nils Bergenthun und Schulleiterin Claudia Büllesbach.

Foto: Herbert Höltgen

Die Gesamtschule und die Hochschule Ruhr West kooperieren. Im Bild (Mitte):Talentscout Nils Bergenthun und Schulleiterin Claudia Büllesbach. Foto: Herbert Höltgen

Mülheim.   Die Gesamtschule Saarn erhält von der Hochschule eine Talentscout-Plakette. Besonderes Beratungsangebot richtet sich an die Oberstufe.

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19 000 Studiengänge gibt es an deutschen Unis: Wer blickt da noch durch? Viele Eltern nicht – und auch diejenigen Schüler nicht, die das Zeug hätten, eine Universität erfolgreich zu besuchen. Die Gesamtschule Saarn bietet deshalb eigens Berater in der Sache an. Die Talentscouts greifen Abi-Absolventen frühzeitig unter die Arme bei der Entscheidung für ein Studium.

Talentscout-Schule darf sich die Gesa Saarn nun nennen. Zum Tag der Offenen Tür am Samstag übergab Nils Bergenthum die offizielle „Talentscout-Plakette“ an Schulleiterin Claudia Büllesbach. Bergenthum ist einer der vier Scouts, die vom Landesprogramm „Talentscouting“ finanziert werden und an der Hochschule Ruhr-West für die Städte Mülheim und Bottrop stationiert sind. Die Hochschule Ruhr West wiederum ist eine von aktuell sieben Hochschulen, die in NRW Talentförderung betreiben.

Nach dem Abi: Was kommt dann?

Es wundert daher kaum, dass Gesamtschulleiterin Büllesbach mehr als glücklich ist, einen Scout für die regelmäßige Beratung an der Schule zu haben. Und das übrigens seit Jahresbeginn. „Denn wir haben viele Schüler, die ursprünglich zwar eine Haupt- oder Realschulempfehlung bekommen haben, aber bei uns nun vor dem Abiturabschluss stehen“, sagt Büllesbach nicht ohne Stolz. Nur stehen die nun ebenfalls vor der Frage: Was dann? Dann kommt Bergenthum ins Spiel: Die Scouts beraten nach den Vorstellungen und Lebenszielen der Schüler, welcher Studienweg geeignet ist. Sie begleiten auch zur Uni, um den Campus kennenzulernen, sich zu immatrikulieren und Kontakte zu den Fakultäten und Studierenden zu knüpfen. „Wir sind quasi die Hausärzte, die an die Fachexperten vermitteln“, vergleicht Bergenthum.

Denn das Studi-Leben auf dem Campus kann ganz schön belasten, weiß der Scout: „Am Anfang fühlen sich viele fremd.“ Manche sind mit der hohen Eigenverantwortung auch überfordert. Der Beratungsbedarf an der Gesamtschule ist erwartungsgemäß hoch, zehn Schüler pro Termin wollen beraten werden, bis zum Jahresende ist der Scout ausgebucht. „Wir haben zunächst die Klasse 13 vorgezogen, Inzwischen aber kommen auch die Jahrgänge 11 und 12 dazu“, erläutert die Schulleiterin.

Durch gute Beratung Studienabbrüche vermeiden

Dass ein solches Programm neben der begleitenden Berufsberatung an den Schulen sinnvoll ist, ist für den Scout keine Frage: „Gerade an Gesamtschulen passt sie gut hinein, weil es hier unterschiedliche Bildungshintergründe und -niveaus gibt.“ Gerade Jugendliche mit Migrationshintergrund und solche, die als Erste aus ihrer Familie die akademische Laufbahn einschlagen, haben hohe Hürden zu überwinden. Sie findet man häufiger an Gesamtschulen als auf Gymnasien. Für Leiterin Büllesbach rechnet sich der Scout auch volkswirtschaftlich: „Man könnte gesellschaftlich viel Geld sparen, wenn man rechtzeitig gut berät und so Studienabbrüche vermeidet.“

Normalbetrieb läuft wieder

Der Schock war groß, als am 25. September die obere Etage im Hauptgebäude in Flammen stand. Zu Schaden kam zum Glück niemand, der Normalbetrieb ist jetzt wieder möglich, kündigt Schulleiterin Claudia Büllesbach an. „Wir können wieder alle Schulprofile – Sport, Musical, Deutschförderung – umsetzen.“ Eine wichtige Botschaft, denn es laufen die Infoabende und Anmeldungen für 2018/19.

Zwölf Klassenräume sind ausgebrannt, „wir haben zum Glück fünf Klassenräume im Berufskolleg nutzen können“, so der stellvertretende Leiter Michael Rölver. Durch „logistisches Geschick“ und viel Engagement von Kollegium und Eltern habe man den Unterricht gut fortführen können, lobt Büllesbach.

Heute sollen zwölf doppelstöckige Container auf den Sportplatz geliefert werden, für 24 Klassenräume. Die Abteilung 2 (Stufe 8 bis 10) zieht dort ein, solange das eigentliche Gebäude saniert wird. Dann wird mit den Stufen 5 bis 7 getauscht. Eine Übergangslösung, was mit dem Hauptgebäude passiert, muss die Politik noch entscheiden. Die Leitungsspitze hofft auf Neubau statt Sanierung. Rölver: „Das böte die Chance, unsere Schule fit zu machen mit neuer Infrastruktur für die Digitalisierung.“

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