Bebauung:

Streit in Saarn spitzt sich zu

Anwohner Hartmut Traub zeigt auf der Nachbargrundstück, das bebaut werden soll.

Anwohner Hartmut Traub zeigt auf der Nachbargrundstück, das bebaut werden soll.

Foto: WAZ FotoPool

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Mülheim. Otto-Pankok-Straße und kein Ende. Der erbitterte Widerstand zweier Nachbarn gegen das Neubauprojekt im historischen Ortskern (wir berichteten) geht am Montag mit der öffentlichen Begehung von Vertretern aus Politik, Verwaltung und Investor in die nächste Runde.

In dieser Woche hatte Dr. Hartmut Traub, betroffener Nachbar des Bauvorhabens und Gründer der „Initiative zum Erhalt des historischen Dorfkerns Saarn“, Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld sowie den Leitern der entsprechenden Ämter und Bürgermeister Gerhard Allzeit die Liste mit 550 Unterschriften von Bürgern gegen den Plan der Bebauung zukommen lassen. Zusammen mit der Unterschriftenliste schickte Traub auch einen geharnischten Brief mit der Aufforderung an Politik und Verwaltung, für das Genehmigungsverfahren Öffentlichkeit herzustellen.

Politikverdrossenheit wird verursacht

Unter anderem schreibt Traub in dem Brief: „Dass eine nicht nur städtebaulich, sondern auch in ihren logistischen, verkehrstechnischen sowie verkehrssicherheitsrelevanten Problemen für den historischen Ortskern von Saarn und seine Bewohner derart gravierende Entscheidung unter Ausschluss der Öffentlichkeit und allein nach Gusto des Amtes gefällt wird, bestätigt das verbreitete Misstrauen gegen politische und administrative Institutionen. Es verursacht Verärgerung und Politikverdrossenheit.“

Dass Andreas Schmelzer, Vertriebsleiter des Investors Markus Pionke Klassik neu definiert GmbH & Co KG, das gesamte Bauvorhaben ziemlich anders bewertet, liegt in der Natur der Sache. Schmelzer wirft der Bürgerinitiative auch ganz bewusste Falschaussagen vor, „um Ängste zu schüren und die Bevölkerung zu verunsichern. Da wurde zum Beispiel wider besseren Wissens behauptet, dass wir 14 Wohnungen bauen wollen. Tatsache ist, dass es zehn Wohnungen sind.“ Außerdem, betont Schmelzer, könne von einem extrem erhöhten Verkehrsaufkommen keine Rede sein. Es werde eine Tiefgarage mit 28 Stellplätzen für die zehn Wohnungen gebaut, die Autos würden mit einer Art Fahrstuhl - geräuscharm - nach unten befördert. Letztenendes würde die Einbahnstraße von elf zusätzlichen Anliegerfamilien genutzt. Der Verkehr werde deshalb nicht exorbitant zunehmen.

Alle gesetzlichen Richtlinien eingehalten

„Wir haben alle gesetzlichen Richtlinien wirklich mehr als eingehalten. Es sollen anderthalbgeschossige Gebäude errichtet werden, die absolut dem Dorfcharakter entsprechen und die der Gestaltungsrat auch ausdrücklich gelobt hat. Zwei Kritikpunkte des Gestaltungsrates haben wir sofort überarbeitet und nachgebessert. Wir gehen auch hochsensibel mit der historischen Mauer um.“

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