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Speldorfer hat sich auf virtuelle Rundgänge spezialisiert

Der Fotograf Alejandro Rodríguez Nava hat sich auf virtuelle Rundgänge spezialisiert und zeigt uns am Mittwoch, den 18.04.2018 seine Arbeit in Mülheim. Foto: Tamara Ramos / Funke Foto Services

Der Fotograf Alejandro Rodríguez Nava hat sich auf virtuelle Rundgänge spezialisiert und zeigt uns am Mittwoch, den 18.04.2018 seine Arbeit in Mülheim. Foto: Tamara Ramos / Funke Foto Services

Foto: Tamara Ramos

Mülheim.   Der Speldorfer Alejandro Rodríguez Nava (41) hat sich als Fotograf auf virtuelle Rundgänge, 360-Grad-Aufnahmen und Videoporträts spezialisiert.

Wer wissen möchte, wie der neue Frisörsalon oder das Café um die Ecke von innen aussehen, kann dies nun rund um die Uhr. Und das, ohne die Läden überhaupt zu betreten. Möglich macht das der Mülheimer Fotograf Alejandro Rodríguez Nava. Er erstellt virtuelle Rundgänge, 360 Grad-Aufnahmen und Videoporträts von Unternehmen. Der Betrachter kann sich die Räume vom Bildschirm aus ansehen – aus allen Perspektiven.

„Bei einem virtuellen Rundgang zum Beispiel durch ein Geschäft, ein Restaurant oder ein Hotel tauchen Nutzer viel tiefer in die Umgebung ein, als das bei klassischen Fotos der Fall ist“, erklärt der 41-Jährige. „Der Betrachter kann sich selbst im Raum bewegen und genauer anschauen, was ihn besonders interessiert“, erklärt Rodríguez Nava. Je nachdem, wie der Nutzer auf das Bild klickt, kann er sich im Raum bewegen. Zudem ließen sich in virtuelle Rundgänge Zusatzinformationen einbauen, etwa Verlinkungen zu einem Buchungsformular, so dass der Nutzer direkt aus dem Rundgang heraus etwas bestellen oder buchen kann.

Auch der Wissenstransfer ließe sich auf diese Weise digital herstellen. „Wenn ein Mitarbeiter etwa in Rente geht, kann sein Wissen in digitaler Form gespeichert werden.“ Ohnehin sind die Möglichkeiten vielfältig, mit virtueller Realität zu arbeiten. „Man geht davon aus, dass die Erkundung von Urlaubszielen vor einer Reise im Jahr 2025 ganz selbstverständlich sein wird“, erklärt der Freiberufler.

Auftritte in sozialen Netzwerken

Zu seinen Kunden zählen größere Unternehmen, für die er Imagefilme dreht, genauso wie kleinere Unternehmen, die ihre Räume und Mitarbeiter präsentieren wollen. „Noch ist die sogenannte Virtual Reality ein relativ neuer Trend, aber die Nachfrage steigt“, sagt Rodríguez Nava. Mittlerweile habe beinah jedes Unternehmen einen Auftritt in einem der sozialen Netzwerke. Um dort zu werben, bieten sich virtuelle Aufnahmen gut an.

Vom System her funktioniert es so: „Für eine 360 Grad-Aufnahme von einem Raum mache ich zunächst viele einzelne Fotos mit einem extremen Weitwinkelobjektiv hintereinander.“ Diese werden dann mit einem Programm auf dem Computer zusammengesetzt und mit einer weiteren Software zu einem Panorama erstellt.

Romanistik und Jura in Kanada studiert

Dabei hatte der gebürtige Mexikaner eigentlich etwas ganz anderes studiert. „Romanistik und Jura in Kanada“, sagt er mit einem Lachen. Dort lernte er auch seine Frau kennen, die aus Mülheim stammt. Vor 14 Jahren zog das Paar dann gemeinsam in die Ruhrstadt, heute leben sie in Speldorf. Vom heimischen Schreibtisch aus bearbeitet er seine Fotos und Videos.

Fürs Fotografieren hatte Rodríguez Nava schon immer ein Faible. „Das Wissen habe ich mir selbst angeeignet und von anderen Fotografen gelernt.“ Nachdem er einige Jahre als Berater für Firmen tätig war, schwenkte er schließlich zu seiner Leidenschaft, der Fotografie, um.

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