Politik

SPD aus Mülheim-Speldorf probiert die Doppelspitze aus

Arzu Culha-Cavus und Sebastian Kirsch sind die SPD-Doppelspitze bei dem Ortsverband in Mülheim-Speldorf.

Arzu Culha-Cavus und Sebastian Kirsch sind die SPD-Doppelspitze bei dem Ortsverband in Mülheim-Speldorf.

Foto: Vladimir Wegener

Mülheim.  In Mülheim-Speldorf sind Arzu Culha-Cavus und Sebastian Kirsch Vorreiter. Sie setzen auf den Dialog mit Bürgern, die Mischung und haben Hoffnung.

Die SPD geht in den Ortsvereinen neue Wege. Künftig soll es möglich sein, dass eine Doppelspitze aus Mann und Frau den Ortsverein als Vorsitzende leitet. Was der Unterbezirksparteitag jüngst beschlossen hat, praktiziert der Ortsverein Speldorf mit seinen rund 150 Mitgliedern bereits seit Anfang des Jahres. Dort bilden Arzu Culha-Cavus (45) und Sebastian Kirsch (25) die Doppelspitze und äußern sich sehr positiv über das neue Modell und ihren Start.

„Vier Ohren hören mehr, vier Augen sehen mehr, und wir bringen auch unterschiedliche Blickwinkel auf Themen mit“, sagt Arzu Culha-Cavus, Mutter von zwei Kindern und derzeit pausierende Grundschullehrerin, die seit 2017 dem Ortsverein angehört. Außerdem komme mit ihr auch der weibliche Blick ins politische Geschäft, der gerade in Mülheim noch unterrepräsentiert ist. Beide finden es gut, dass sie ohne große Umwege innerhalb der Partei eine solche Verantwortung übernehmen dürfen. „Bisher haben wir viele positive Rückmeldungen erhalten“, berichten beide, was sie motiviere.

Von klein auf vom Solidaritätsgedanken begeistert

Arzu Culha-Cavus war politisch immer interessiert. Ihr Vater, der als türkischer Gastarbeiter nach Mülheim kam und bei Mannesmann und Krupp schuftete, habe sie quasi vom Solidaritätsgedanken der SPD begeistert. Letztlich aber habe ein Workshop der Mercator-Stiftung in Berlin zum Thema Europa den Ausschlag gegeben, dass sie in die SPD gegangen sei. „Ich will einen positiven Beitrag zur Gestaltung des Landes leisten“, sagt die 45-Jährige.

Kirsch studiert noch Politik an der Uni Duisburg/Essen, er ist aktiv bei den Jusos. Seit 2016 ist er Mitglied bei der SPD. Auch hier gab das Elternhaus den Ausschlag: „leidenschaftliche Sozialdemokraten“.

Modell soll in Mülheim Schule machen

Menschlich passe man gut zusammen, ergänze sich prima, sagen die beiden Vorsitzenden über sich. Als „kleiner, aber feiner Ortsverein“ wollen sie künftig ihre Stimme häufiger im Unterbezirk erheben. Die Zukunft des Tengelmann-Areals, das Theater an der Ruhr, der Raffelberg-Park und natürlich die Haushaltspolitik werden ihre künftigen Themen im Stadtteil sein. Generell gilt für beide: „Wir wollen vor Ort mit den Menschen in Kontakt kommen, mit ihnen reden und zuhören.“ Und: Sie hoffen, dass ihr Modell im Unterbezirk Schule macht.

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