Sogar der Tenno interessierte sich fürs Zupfen

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Dass sich das Mülheimer Zupforchester (MZO) bei seinem Herbstkonzert ganz der Musik „Aus dem Land der aufgehenden Sonne“ widmete, mag auf den ersten Blick erstaunen. Doch Insider wissen: Japan hat nicht nur eine große Tradition in der Zupfmusik, es verfügt auch über rund 600 Orchester sowie zahlreiche zeitgenössische Komponistinnen und Komponisten.

Um etwa 1880 seien die ersten Gitarren und Mandolinen in das sich dem Westen öffnende Land gekommen, verriet Dominik Hackner, seit 14 Jahren Leiter des MZO, im Kammermusiksaal der Stadthalle. Sogar der Tenno habe sich seinerzeit für die Instrumente und ihre Möglichkeiten interessiert.

Für den Abend hatte Hackner ein Programm zusammengestellt, das sein Orchester auf unterschiedliche Weise forderte. Wahrend es bei Yasuo Kuwaharas „Dance of the Fire Celebration“ und Takashi Kubotas „Tanz Suite Nr. 2“ ein Feuerwerk an Rhythmen und Expressivität entfachte, so forderten Herbert Baumanns „Japanische Impressionen“ über alte Volkslieder eher feine Nuancen bei einem langsameren Grundtempo.

Es ist verblüffend, welche fein abgestufte Dynamik und welche Klangfarben die rund zwei Dutzend Musiker aus Gitarren und Mandolinen herausholen. Da konnte man bei der „Tanz Suite“ für Sekunden glauben, mächtige Fanfarenstöße zu hören, und beim „Meteorshower“ von Kenji Suehiro klang ein Bläsersatz an. Gerade bei dem die Weite des Weltraums heraufbeschwörenden Meteorshower, aber auch beim munter fließenden „Paradiso“ der Komponistin Rie Muto konnte man den kompakten Klang des Orchesters und zugleich die Transparenz der Stimmenführung bewundern.

Die Begegnung von Ost und West thematisierte eine Komposition ursprünglich für Taiko-Trommeln und Zupforchester. Es stellte den majestätischen Klang der Trommeln in Kontrast zu flirrenden Mandolinen-Tremoli und kraftvollen Gitarren-Akkorden. Eine Herausforderung für Gastmusiker Thorben Richter und einen weiteren Perkussionisten. Es gab stehende Ovationen für einen ungewöhnlichen Klangkörper.

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