Ernährung

Slow Food sucht gute und faire Lebensmittel aus Mülheim

Die Mülheimerin Kerstin Gründel produziert im Dichterviertel „Mölmsche Honig“.

Foto: Oliver Müller

Die Mülheimerin Kerstin Gründel produziert im Dichterviertel „Mölmsche Honig“. Foto: Oliver Müller

mülheim.   Die Mülheimer Slow Food-Gruppe will ein Netzwerk mit Händlern, Erzeugern und Verbrauchern knüpfen. Ziel: Produkte aus der Region fördern.

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Händler und Erzeuger, die Lebensmittel verkaufen oder herstellen, die nachhaltig und fair im Einklang mit der Umwelt entstehen, gibt es auch vor der Haustür, ist der Verein Slow Food überzeugt. Der Bäcker, der ohne Fertigprodukte arbeitet, der Metzger, der das Fleisch der Tiere aus der Nachbarschaft einkauft.

Das „Convivium“, also die örtliche Tischgesellschaft der Slow Food-Bewegung, die sich regelmäßig in Essen trifft, hat auch in Mülheim viele Mitglieder, und auch hier will der Verein sein neues Netzwerk „Gute Lebensmittel im Revier“ knüpfen.

Internetseite und eine App sollen dieses Jahr kommen

Eine Arbeitsgruppe hat sich gebildet, die bis spätestens zum Sommer eine Webseite und eine App herausgeben will, um die „Genusshandwerker“ (Händler/Züchter/Erzeuger) und die Verbraucher zusammenzubringen. Der Workshop „Was ist ein gutes Lebensmittel“ am 28. Januar in Essen ist offen für jeden interessierten Erzeuger und jeden Verbraucher.Manfred Weniger, der die Slow Food-Gruppe Essen-Mülheim-Oberhausen vor sechs Jahren gegründet hat, steht auch dem Arbeitskreis vor.

Einen gedruckte Einkaufsführer soll es nicht geben, sagt er. Mit Webseite und App könne man auch viele kleine Produzenten und Initiativen berücksichtigen, die vielleicht gar nicht so lange auf dem Markt sind, erklärt er. „Es passiert so viel auf diesem Gebiet. Mit der Webseite und der App können wir ganz aktuell reagieren.“

Die Verbraucher sollen quasi Koproduzenten sein

Ein Biosiegel, das sich viele Genusshandwerker nicht leisten können oder wollen, sei nicht Pflicht. „Es kommt darauf an, dass unsere Kriterien erfüllt werden.“ Frisch, saisonal, schmackhaft müssen Lebensmittel aus der Region sein, verlangt das Slow Food Credo, ihre Produktion soll die Umwelt, das Wohlergehen von Tieren und die Gesundheit schützen.

Die Preise müssen angemessen sein, auskömmlich für die Erzeuger und deren Mitarbeiter. Die Idee hinter dem Netzwerk: Die Verbraucher sollen quasi als „Koproduzenten“ mitwirken. Eine noch zu entwerfende Slow Food-Plakette („Gute Lebensmittel im Revier“) soll signalisieren, dass der Verein diesen Händler oder jenen Erzeuger empfiehlt.

Ein Slow Food-Seminar für alle folgt Ende Januar

Kerstin Gründel von „Mölmsche Honig“ aus dem Dichterviertel, die es bereits auf die Empfehlungsliste der Slow Food-Homepage geschafft hat, hofft, auch Mitglied des neuen Netzwerks zu werden. Für den Workshop hat sie sich gemeinsam mit ihrem Mann angemeldet.

Das Ehepaar verkauft Honig, und Produkte aus Honig und Wachs aus eigener Herstellung von artgerecht gehaltenen Bienen. Derzeit warten Stammgäste schon auf die neue Honigernte, mit der im Mai/Juni zu rechnen ist. Genau das gehört zur Philosophie von Slow Food: Saisonale, regionale Lebensmittel muss man wertschätzen: Sie sind ja nicht allzeit und rund ums Jahr verfügbar.

>>> Infos zum Seminar

Das Slow Food-Seminar „Was ist ein gutes Lebensmittel“ für Erzeuger, Händler und Verbraucher findet Samstag, 28. Januar, 11 bis 15 Uhr, in Essen-Steele statt.

Anmeldung unter der Email-Adresse essen@slowfood.de. Dort können Verbraucher auch interessante Adressen von Händlern oder Erzeugern nennen.

Slow Food Essen/Mülheim/Oberhausen hat rund 180 Mitglieder, rund 50 kommen aus Mülheim. Info: www.slowfood.de

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