Soziales

Schultüten für Kinder aus bedürftigen Familien

Lonara (vorne rechts) und andere Kinder freuen sich über ihre Schultüten von der WIM.

Foto: Oliver Müller

Lonara (vorne rechts) und andere Kinder freuen sich über ihre Schultüten von der WIM. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Die WIM hat Zuckertüten an Erstklässler aus 510 Familien verteilt, die von der Sozialagentur betreut werden. Die Aktion soll sich wiederholen.

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Am ersten Schultag bekommt man eine Schultüte. Einige der I-Dötzchen, die am Donnerstag zum ersten Mal im Klassenzimmer sitzen werden, gehören zu Familien, die von der Sozialagentur betreut werden. Bei der Stadt vermeidet man den Begriff „bedürftig“, klinge er doch zu diskriminierend. Klar ist aber: Für diese Familien, die Anspruch auf Leistungen nach dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket haben, kann die Anschaffung der Dinge, die in der Regel eine Schultüte füllen, zu einer finanziellen Belastung werden. Schreibgeräte, Malkasten, ein Mäppchen und noch etwas Süßes, da kann sich schon etwas zusammensummieren.

510 betroffene Familien wurden bedacht

An 510 betroffene Familien konnten nun prall gefüllte Schultüten verteilt werden, über die Initiative „Willkommen in Mülheim“ (WIM) in Kooperation mit der Sozialagentur und dank vieler Sponsoren. Im Vorfeld hatten die Familien einen Brief bekommen. Mit dem konnten sie Anfang der Woche in der WIM-Zentrale an der Friedrich-Ebert-Straße die gepackten Tüten abholen.

Dahinter steckt ein erheblicher logistischer Aufwand, so WIM-Vorsitzender Reinhard Jehles, rund 30 ehrenamtliche Helfer waren daran beteiligt. Gut die Hälfte von ihnen sind Flüchtlinge. Die WIM hatte sich vor gut drei Jahren als Hilfsinitiative für diese gegründet. Von Anfang an haben sich neben Einheimischen auch immer die Flüchtlinge selbst dort engagiert. Das Neue ist nun, dass dieses Engagement sich nicht mehr auf diesen Kreis beschränkt, sondern Mülheimer insgesamt angesprochen sind.

Bereits Verteilaktionen zu Nikolaus in den Vorjahren

Ganz neu ist der Ansatz aber auch nicht: Die Verteilaktionen zu Nikolaus im letzten Jahr und 2015 waren in gewisser Weise große Generalproben. Denn auch damals schon wurden die Tüten nicht nur an Flüchtlingskinder ausgegeben. In der Vorweihnachtszeit in diesem Jahr soll diese Aktion ihre Fortsetzung finden. Wiederum in Kooperation mit der Sozialagentur sollen dann ausgewählte Familien zu Nikolaus bedacht werden. Die genaue logistische Umsetzung stehe noch nicht fest, aber die Planung beginne bald, sagt Jehles.

Mittlerweile kann er auch auf einen festen Stamm von Sponsoren zählen, unter ihnen etwa das Verlegerehepaar Stascheit, das über seine Stiftung viele Kinderbücher beigesteuert hat. Zu den ehrenamtlichen Helfern, die an beiden Tag aktiv waren, gehört auch der 35-jährige Beshwar Derki. Der Syrer, der in seiner Heimat als Apotheker gearbeitet hat, engagiert sich seit zwei Jahren zusammen mit seiner Frau bei WIM.

Schulanfang ist großes Erlebnis für die Kinder

Er ist Vater einer kleinen Tochter, deswegen hat ihn besonders die Freude der Kinder berührt: „Man hat gemerkt, dass der erste Schultag für sie ein großes Erlebnis sein wird.“

Viele der Kinder wollten ihre Tüte am liebsten gleich an Ort und Stelle plündern. „Doch dann haben die Eltern gesagt, dass ja erst am Donnerstag Schulanfang ist.“

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