Schule

Schülerfirma entwickelt Puzzle mit Mülheimer Motiven

Die Jungunternehmer vom OP gründeten und leiten ihre Firma OPuzzle selber.

Die Jungunternehmer vom OP gründeten und leiten ihre Firma OPuzzle selber.

Foto: Mara Tröger

Mülheim.   An der Otto-Pankok-Schule machen junge Unternehmer ihre ersten Schritte in der Wirtschaftswelt mit Motiven wie Teerstegen-Haus und Camera Obscura.

13 Schüler arbeiten konzentriert an ihrer Firma: In einem Technikraum des Otto-Pankok-Gymnasiums wollen sie Puzzle mit Mülheimer Motiven herstellen. Die Jugendlichen haben alle den Kurs Wirtschaft als Differenzierungskurs in der achten Klasse gewählt. Dieser Kurs geht zwei Jahre lang. Im ersten Jahr lernen die Schüler theoretisch, was Steuern sind, wie man eine Steuererklärung macht und eben alles, was zum Grundwissen der Wirtschaft hinzugehört.

Kurz vor dem Wechsel in die neunte Klasse, überlegen die Schüler, was sie für eine Schulfirma gründen möchten. Im zweiten Jahr des Wirtschaftkurses können die Schüler dann ihr praktisch erlerntes Wissen in ihrer eigenen Firma anwenden. Das ganze läuft im Rahmen des Junior-Konzepts des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Weitere Motive etwa von Ruhr und Stadthalle geplant

„OPuzzle“ heißt die Firma, die die Jungunternehmer vom OP gründeten und selbst leiten. Der Vorstand besteht aus zwei Geschäftsführern und verschiedenen Abteilungen, die sich jeweils in einen Abteilungsleiter und zwei Angestellte aufteilen. Erdacht haben sie als Produkt ein Puzzle mit Mülheimer Motiven. Die Idee dazu kam von einem Partner der Firma, dem das Teerstegen-Haus als schönes Motiv aufgefallen war. Neben diesem Motiv gibt es die Mülheim-Puzzles jetzt auch mit der Camera Obscura. Laut Julian Sroka, einem der Geschäftsführer der Schülerfirma, sind noch weitere Motive im Gespräch wie beispielsweise die Ruhr oder die Stadthalle.

Produziert werden die Puzzle von einem Geschäftspartner, doch die Schüler legen Wert darauf, wenig Müll durch ihr Start-up zu produzieren. Deshalb packen sie die Puzzle selber in Verpackungen, die sie aus Papp-Rollen herstellen, die zuvor Badminton-Bällen beinhalteten.

Da das Unternehmen finanziert werden muss, haben die Jugendlichen 90 Anteilsscheine a zehn Euro an Familie, Freunde oder Fremde verkauft. „OPuzzle“ ist die erste Schülerfirma des Otto-Pankok-Gymnasiums, die alle Scheine verkaufen konnte. Die Teilhaber bekommen bei der Auflösung der Firma am Ende der neunten Klasse ihren Anteil ausgezahlt und können so auch Gewinn machen. Den Anteilseignern müssen die Schüler bei der Hauptversammlung Rechenschaft über die Firma ablegen. Dies wird für einige der Schüler zur Herausforderung, meinen sie, da sie spontan auf die Fragen der anwesenden Teilhaber reagieren müssen.

Die meiste Arbeit findet nach der Schule statt

Nach den zwei Jahren in dem Wirtschaftskurs entwickeln die Jugendlichen ihre Persönlichkeit, da sie lernen vor einer großen Gruppe von Leuten zu sprechen, sich zu präsentieren und ihre Firma gut zu verkaufen. So berichtet etwa Grete von Sonntag: „Als Geschäftsführerin lerne ich vor allem zu dirigieren.“ Die Leiter der verschiedenen Abteilungen und deren Mitarbeiter müssen sich auch um die komplette Organisation des Unternehmens alleine kümmern.

Der meiste Teil der Arbeit findet nach der Schule statt. Trotzdem verlieren die Schüler nicht den Spaß an ihrer Firma, sondern sind sehr engagiert bei der Arbeit. Es sind schon viele Vorbestellungen eingegangen, berichten sie. Und bei einer Schülerfirmen-Messe im Essener Einkaufszentrum wollen sie ihr Produkt präsentieren. Ihr erklärtes Ziel: Gewinn mit dem Unternehmen zu machen und es bis zum Landeswettbewerb nach Düsseldorf zu schaffen.

>> BASIS UNTERNEHMERISCHEN HANDELNS

Die Junior Schülerfirmenprogramme der am Institut der deutschen Wirtschaft Köln angesiedelten Junior GmbH werden bundesweit seit 24 Jahren angeboten. Im Team erlernen und erproben junge Menschen Grundprinzipien unternehmerischen Handelns. www.www.iwjunior.de

Eine Schülerfirmen-Messe findet am Freitag, 22. Februar, im Essener Einkaufszentrum Limbecker Platz statt. 16 Schülerfirmen stellen dort zwischen 10 und 18 Uhr ihre Produkte und Dienstleistungen vor.

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