Säuglingstod

Säuglingstod in Mülheim: Ermittler kommen nicht weiter

Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

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Mülheim.   Nach dem gewaltsamen Tod eines Säuglings in Mülheim durchleuchten Ermittler das Umfeld der jungen Familie. Die Rolle der Jugendämter ist unklar.

Die Mordkommission der Polizei tritt nach dem Tod eines acht Monate alten Säuglings, der nach massiven Schädelverletzungen in der Nacht auf den 30. April in der Essener Uniklinik gestorben ist, momentan weiter auf der Stelle.

Der dringend tatverdächtige Vater (22) bleibe bislang bei seiner unglaubwürdigen Version eines Unfalls, gab die ermittlungsleitende Duisburger Staatsanwältin am Donnerstag auf Nachfrage dieser Zeitung bekannt. Die Mordkommission der Polizei sei weiter dabei, das Umfeld der Familie zu durchleuchten. Weitere Zeugen würden gesucht, auch welche, die Vater und Säugling auf deren Weg ins St. Marien-Hospital gesehen haben könnten. Ebenso werde ermittelt, ob sich der junge Mann möglicherweise Personen aus seinem Umfeld anvertraut und dort die wahre Version des Geschehens preisgegeben habe, so die Staatsanwältin. Für die Zeit nach der Tat gebe es gleichwohl „immer wieder Hinweise“.

Sturz mit Säugling ist nicht glaubhaft

Ein Sturz mit dem Säugling, so die Version des Vaters, ist laut Ermittlungsbehörde nicht glaubhaft. Die Kopfverletzungen seien derart schwerwiegend gewesen, dass als Ursache nur massive Gewalt gegen den Säugling infrage komme. Die 17-jährige Mutter will während der Tat mit einem weiteren Kind (2) geschlafen haben, in ihren Vernehmungen hatte sie ihren 22-jährigen Partner laut Staatsanwaltschaft schwer belastet, so dass dieser in Untersuchungshaft verblieb. Der dringende Tatverdacht sei aber noch gerichtsfest zu machen, heißt es seitens der Ermittlungsbehörde.

Der Staatsanwaltschaft liegen immer noch keine Akten der Jugendämter aus Gelsenkirchen und Mülheim vor. Die junge Familie war erst kurz vor dem tragischen Tod des Säuglings von Gelsenkirchen nach Mülheim gezogen und war den Jugendämtern beider Städte bekannt. Ob die Jugendhilfe nach dem Umzug gegriffen hat und dem staatlich garantierten Kinderschutz unter welcher Verantwortung Rechnung getragen worden ist, bleibt unklar.

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