Stadtentwicklung

Saarner verärgert über Baustelle an Otto-Pankok-Straße

Es geht weiter an der Otto-Pankok-Straße – auch mit dem Unmut: Anwohner kritisieren den Umgang der Stadt mit der Baustelle. Bis vor kurzem mussten LKW noch rückwärts in die gesperrte Straße einfahren.

Es geht weiter an der Otto-Pankok-Straße – auch mit dem Unmut: Anwohner kritisieren den Umgang der Stadt mit der Baustelle. Bis vor kurzem mussten LKW noch rückwärts in die gesperrte Straße einfahren.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Jahrelang ging’s nicht weiter auf dem Grundstück zwischen Dorf und Damm. Jetzt sorgt der Baubeginn für Kritik. Lässt die Stadt zuviel durchgehen?

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Jahrelang ist es still gewesen um das rund 3000 Quadratmeter große Grundstück an der Saarner Otto-Pankok-Straße. 13 Luxuswohnungen waren einst an der Grenze zwischen Dorf und Damm geplant, sollten bereits im Herbst 2015 fertig sein. Das Vorhaben war in der Bürgerschaft umstritten. Doch der Investor, die Rheinberger Markus Pionke GmbH, ging vorher pleite. Jetzt ist der Startschuss erneut gefallen – und auch der Bürgerunmut geht weiter.

Kritik an Aufsicht der Stadt: Sie soll zu viel durchgehen lassen

Denn mit dem Dröhnen der Bagger, Betonmischer und des Krans, die sich allesamt durch die schmale Kopfsteinpflastergasse schieben müssen, grollt der Ärger. Diesmal nicht gegen das Bauvorhaben selbst, das gegenüber 2013 heute auf 14 so genannte Luxuswohnungen mit 28 Stellplätzen in einer Tiefgarage leicht angestiegen ist.

Vielmehr geht es einigen Anwohnern um das ,wie’. Die hauptsächliche Kritik: Die Stadt zeige nicht genügend Sensibilität für die örtlichen Bedingungen, lasse dem so genannten Investor zu viel durchgehen – zum Nachteil der Allgemeinheit. So ist als erstes die denkmalgeschützte Mauer entfernt worden, die das Grundstück säumte und dem Bauherrn offenbar bei der Umsetzung des Projekts im Wege stand. Sie war schon 2013 ein Zankapfel, am Ende des damaligen Streits sollte sie aber auf dem Gelände erhalten bleiben.

Denkmalgeschützte Mauer vorübergehend zurückgebaut

Die Stadt bestätigt den Rückbau; er sei in Absprache mit der Unteren Denkmalschutzbehörde erfolgt. Sobald aber die Baumaßnahme beendet sei, werde sie wieder aufgebaut. „Wie kann eine unter Denkmal stehende Mauer ,neu’ aufgebaut werden – und dann immer noch unter Denkmal stehen?“, findet ein Anwohner dies widersprüchlich. Anwohner Roland Starkloff hingegen begrüßt das Vorgehen: „Sie musste sowieso saniert werden, das kann man beim Wiederaufbau miterledigen.“

Doch auch die Mauer, die weiter an der Straße Richtung Holunderstraße führt, steht unter Schutz. Die Befürchtungen, dass die dicken Betonmischer und andere Mehr-Tonner nicht ohne Kollateralschaden durch die schmale Gasse mit Kopfsteinpflaster passen, haben sich offenbar schon bestätigt. Ein Anwohner verweist auf abgebrochene Steine, die vor dieser Mauer liegen und von einem Baustellenwagen abgefahren wurden. Den Crash habe man die Straße rauf gehört. Wer kommt für Schäden an der Mauer auf? „Der Verursacher“, antwortet die Verwaltung auf Anfrage dieser Zeitung knapp.

Kopfsteinpflaster und Mauerwerk durch Baufahrzeuge beschädigt?

Das gelte auch für das Kopfsteinpflaster, das laut Aussagen verschiedener Anwohner beim Einrichten der Baustelle beschädigt worden sei. Denn die aktuelle Baustellenstraße sei erst eingerichtet worden, nachdem der Schaden entstanden sei. Die Baustraße schützt zudem auch nur einen Teil des Pflasters. „Da haben wohl die Platten gefehlt“, merkt eine Anwohnerin spöttisch an.

Doch für den abschüssigen Bereich der Otto-Pankok-Straße in Richtung Holunderstraße konnte die Stadt wegen des Gefälles und der Kurven keine Baustraße einrichten. „Da die Baufahrzeuge praktisch ausschließlich Leerfahrten von der Baustelle durchführen, wird dieses nicht als problematisch angesehen“, winkt das Amt für Verkehrswesen ab.

Lärmende Bauarbeiten auch am Sonntag

Die Behörde versichert zudem, dass das Pflaster vor Einrichtung der Baustelle inspiziert worden sei, um solche Schäden später reklamieren zu können. Doch die Anwohner befürchten, dass sie am Ende die Schäden selbst nachweisen und eventuelle Schadensersatzansprüche selbst durchsetzen müssen – oder die Allgemeinheit dafür aufkommen wird. „Wir sehen die Stadt hier in der Pflicht, für Ordnung zu Sorgen. Aber wir haben noch keine Aufsicht entdecken können.“

Die Liste der großen wie kleinen Sorgen und Verstöße ist nicht klein: Sie reicht von der Sicherheit für die Schüler, die ihren Weg zur nahen Grundschule auch durch die schmale und unübersichtlich kurvige Otto-Pankok-Straße nehmen, bis zu verkehrswidrigen Durchfahrten eines Betonmischers entgegen der Einbahnstraße und zu lärmenden Bauarbeiten selbst am Sonntag. Hier allerdings hat die Polizei bereits eingegriffen, seitdem herrscht zumindest Sonntagsruhe.

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