Wasserversorgung

RWW will Folgen des Rohrbruchs schnellstmöglich beseitigen

Schweres Gerät rückte nach dem Bruch der fast 100 Jahre alten Wasserleitung in Styrum  an, um die Schäden zu beseitigen. Rund 20 Keller der Häuser an der Stockhecke liefen am späten Donnerstagabend voll.

Schweres Gerät rückte nach dem Bruch der fast 100 Jahre alten Wasserleitung in Styrum an, um die Schäden zu beseitigen. Rund 20 Keller der Häuser an der Stockhecke liefen am späten Donnerstagabend voll.

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Leck in einer 100 Jahre alten Hauptwasserleitung ließ 150.000 Menschen in Mülheim und Oberhausen auf dem Trockenen sitzen. Nachbarn räumen auf.

Das Rauschen muss weit über die Straße hinaus zu hören gewesen sein, und fragt man die Menschen, die da an der Stockhecke in Styrum eigentlich einen ganz normalen Donnerstagabend verbringen wollten, sagen sie so etwas wie: „Das waren echt chaotische Zustände. Das Wasser schoss in einer riesigen Fontäne aus dem Boden.“ Monika Köllings Haus steht direkt an der Ecke und eben auch direkt an diesem riesigen Loch, das geblieben ist von dem Wasserrohrbruch, der Teile von Mülheim und fast ganz Oberhausen hat auf dem Trockenen sitzen lassen.

Mehr als 150.000 Menschen in Styrum und Oberhausen waren nach dem Rohrbruch ab etwa 22.15 Uhr für knapp eine Stunde von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Der Bruch der 70 Zentimeter dicken und fast 100 Jahre alten Hauptwasserleitung – sie stammt aus dem Jahr 1920 – hatte zu Druckproblemen geführt, berichtete die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) auf ihrer Facebookseite.

In 20 Häusern liefen die Keller voll

Die Feuerwehr Mülheim und auch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr waren bis drei Uhr in der Nacht im Einsatz. Aufgrund des hohen Drucks hatte sich die Straßendecke auf einer Fläche von zirka zehn mal zehn Metern angehoben, so die Feuerwehr. In insgesamt 20 Häusern liefen die Keller voll.

„Das Wasser ist nur so gesprudelt“, berichtet eine Anwohnerin, mit dem Besen in der Hand. Sie beseitigt die letzten Reste des Abends vor ihrem Eingang. Der Dreck auf der Straße, er bleibt. „Es stand alles unter Wasser, der Gehweg, die Straße, einfach alles“, sagt auch sie. Und blickt zu dem Bagger, der gerade wieder anrollt und seine Schaufel tief in die Erde drückt. Schweres Gerät, das schon am Abend zuvor angerückt war.

„Der ganze Keller stand unter Wasser, alles ist hin“, sagt auch Monika Kölling. Sie wohnt seit 42 Jahren an der Stockhecke, es war der dritte Rohrbruch in den vergangenen acht Jahren, schätzt sie. „Das aber war mit Abstand der Schlimmste.“ Sie hätten auch dieses Mal sofort Feuerwehr und RWW angerufen – und dennoch: Die ersten Arbeiten haben sie und ihre Mieter erledigt. „Wie an einer Kette haben wir mit Eimern das Wasser aus dem Keller geholt“, berichtet sie. Dann kam die Feuerwehr mit ihren Pumpen, „sehr lange, bis in die Nacht hinein“, waren die Einsatzkräfte vor Ort.

Ursache des Rohrbruchs ist noch nicht geklärt

Nun ist auch bei Köllings Aufräumen angesagt, im Partykeller kann wohl erstmal nicht mehr gefeiert werden. „Der Spaß fängt ja jetzt erst richtig an“, sagt Monika Kölling dann auch. Und, das ist ihr wichtig: „Die Jungs haben alle eine super Arbeit geleistet.“

Über 150.000 Menschen in Oberhausen und Mülheim ohne Wasser

Ein Rohrbruch der Hauptwasserleitung in Mülheim sorgt für großen Schaden. Mehrere Keller, sowie Straßen in Mülheim sind überflutet worden, der Asphalt zerstört. Die Wasserversorgung der beiden Städte konnte zeitweise nicht gewährleistet werden.
Über 150.000 Menschen in Oberhausen und Mülheim ohne Wasser

„Die Ursache des Rohrbruchs ist noch nicht geklärt“, sagt Ramon Steggink, Pressesprecher der RWW auf Nachfrage. Die Reparaturarbeiten indes dauern an: Im Verlauf des Wochenendes soll ein sechs Meter langes Rohr eingesetzt werden, „so dass wir die Leitung voraussichtlich Montagnachmittag wieder in Betrieb nehmen können“, so Steggink weiter. Bis zum Ende der kommenden Woche wird es dann wohl noch dauern, bis alle Schäden beseitigt sind.

Internetseite des RWW war überlastet

Die Internetseite der RWW war aufgrund des enormen Zugriffs am Abend völlig überlastet und zeitweise nicht erreichbar. „Wir arbeiten daran, dass so etwas nicht noch einmal passiert“, so Birgit Kirch, stellvertretende RWW-Pressesprecherin. „Es war das erste Mal, dass wir so einen Fall hatten“, sagt Birgit Kirch auch.

Für den Fall eines Rohrbruchs in diesem Ausmaß gibt es Notfallpläne: Ersatzleitungen werden im Fall der Fälle genutzt – neben der Hauptleitung liegt eine weitere, die nur dann ihren Betrieb aufnimmt, wenn die Hauptleitung, etwa aufgrund eines Rohrbruches wie dem in Styrum, ausfällt.

>>> HINWEISE ÜBER WARN-APP NINA

Über die Warn-App Nina kamen am Donnerstagabend die ersten Hinweise zum Ausfall der Trinkwasserversorgung in Oberhausen. Nina ist eine App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für Smartphones. Sie lässt der Bevölkerung wichtige und dringende Warnmeldungen, geordnet nach Städten, zukommen. Via Nina gibt es auch Notfalltipps und ganz konkrete Verhaltensweisen.

Die Warn-App Nina wird sowohl von den Betriebssystemen Android als auch von iOS unterstützt. Die App ist kostenfrei in den App Stores erhältlich.

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