Rad-Schnellweg

Rückenwind für Fahrradtrasse von Mülheim nach Oberhausen

Karl van den Mond (r.) erkundete im Frühjahr mit Udo Sommer und Manuela Kaiser den Zustand des Hibernia-Damms.

Karl van den Mond (r.) erkundete im Frühjahr mit Udo Sommer und Manuela Kaiser den Zustand des Hibernia-Damms.

Foto: privat

Mülheim/Oberhausen.   Die von einer Bürgergruppe vorgeschlagene Hibernia-Trasse zwischen Oberhausen und Mülheim stößt bei der Politik auf großes Interesse.

Wer einen neuen städteübergreifenden Radweg möchte, der muss an beiden Enden den Faden aufnehmen und kräftig ziehen. Das war der Gruppe um Karl van den Mond von Beginn an klar und das hat inzwischen ganz gut funktioniert. So stand das Thema Hibernia-Damm in den letzten Tagen sowohl in den Oberhausener als auch in den Mülheimer Ratsgremien auf der Agenda und stieß bei der Politik zunächst auf Wohlwollen.

Die Initiatoren haben inzwischen ihren Kreis erweitert und eine Partei- und städteübergreifende Impulswerkstatt gegründet, die Rückenwind von über 50 Interessierten erhalten hat. Sie haben Kontakt zum Regionalverband geknüpft, der bei der überregionalen Radwegeplanung die Federführung übernimmt, haben heute einen Termin bei der Mülheimer Klimaschutzinitiative und suchen auch das Gespräch mit dem ADFC und anderen.

Der Oberhausener Ausschuss stimmte schon zu

Der Oberhausener Hauptausschuss hat einstimmig ihrem Bürgerantrag zugestimmt, die Umwandlung der vor 40 Jahren aufgegebenen Bahnstrecke auf dem Hiberniadamm zu prüfen, die eine Verbindung vom Stadtpfad Styrum auf 1,7 Kilometern Länge bis zum Rand der Oberhausener Innenstadt (Grenzstraße) ermöglichen könnte.

Der Aufwand ist allerdings nicht gering, da mehrere Brücken inzwischen komplett entfernt und neu gebaut werden müssten. Die in bis zu sechs Metern Höhe verlaufende Bahntrasse müsste an fünf Punkten mit bis zu 90 Meter langen Rampen angebunden werden. „Wir dürfen den Anschluss an den Radschnellweg nicht verlieren“, warnt van den Mond, der auf das Interesse der Planer beim RVR an dieser Strecke verweist. Außerdem erhofft sich der 65-Jährige Rückenwind für den Radwegeausbau durch den Dieselskandal.

Planer führen aber ökologische Argumente dagegen an

Was van den Mond jedoch etwas befremdete, war, dass die Planer in einer ersten Stellungnahme das ökologische Argument gegen die Radtrasse verwendeten. Der Damm sei dicht bewachsen und diene als wichtige Frischluftschneise für die dicht besiedelte Stadt, die durch das Freischneiden gemindert würde. Van den Mond hält mehrere Tausend Pendler dagegen, die durch die schnelle, sichere und schöne Strecke zum umweltfreundlichen Umsatteln auf das Fahrrad bewogen werden könnten. Über 7000 fahren täglich nach Mülheim, knapp 8000 nach Duisburg und 5200 nach Essen; in umgekehrter Richtung kommen aus den drei Städten rund 17 000 Pendler nach Oberhausen.

Nach Mülheim führen viele Wege und daher sei keine Bündelung der Pendlerströme auf einer Route sinnvoll, wie Mülheims Fahrradbeauftragter Helmut Voß kürzlich in der Bezirksvertretung zu einem Antrag der Grünen feststellte. Gegenüber anderen Verbindungen sieht er die Verbindung über die Blaue Brücke, den Styrumer Damm und den Stadtpfad Styrum aber als „Gunstlinie“, die priorisiert werden solle, was hoffentlich, so Voß, bei der Planung des Regionalen Radverkehrsnetzes durch den RVR auch geschehe.

Die Politik müsste für zuvor für 2019 den Weg frei machen

Die ursprüngliche Fortführung des Stadtpfades am Bahnhof vorbei und über die Steinkampstraße und die A 40 in Richtung Meiderich nennt Voß „einen großen Gewinn“. Einfach ist aber auch das nicht. Die Grundbesitzverhältnisse sind schwierig und über die Steinkampstraße müsste eine neue Brücke gebaut werden. Leichter ist die Verbesserung zwischen Siegfriedbrücke und Stadtpfad, wo im Bereich des Stellwerkes noch mehrere Stümpfe von Bäumen stehen, die Ela umgerissen hat.

Sie werden gerade entfernt. Voß hat den Kollegen signalisiert, dass dort nicht in gleicher Weise nachgepflanzt werden soll, um das Planungsziel nicht zu gefährden. Außerdem sind dort einige Parkbuchten vorhanden. Ob die für einen verbesserten Radweg benötigt werden, müsste eine detaillierte Planung zeigen. Für eine solche Planung müsste aber die Politik zuvor für 2019 grünes Licht geben, sofern sie hier eine Priorität sieht. 300 000 Euro, zehn Prozent des Straßenbauprogramms, sollen in die Verbesserung des Radverkehrs fließen.

Info: https://impulswerkstatt-oberhausen.de

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