Revision

Raubüberfall auf Mülheimer Seniorin: Bande zieht vor den BGH

Im Februar 2019 war der Prozess vor dem Bochumer Landgericht gestartet.   

Im Februar 2019 war der Prozess vor dem Bochumer Landgericht gestartet.   

Foto: Werner von Braunschweig

Mülheim/Bochum.  Nach dem brutalen Überfall auf eine Mülheimerin (85) ist die „Pfarrhaus-Bande“ zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Nun geht sie in Revision.

Die Verurteilung der drei mutmaßlichen Mitglieder der sogenannten „Pfarrhaus-Bande“ ist noch nicht das letzte Wort. Das Trio wehrt sich – die Akten gehen demnächst zum höchsten deutschen Strafgericht. Die Aufsehen erregende Serie von Einbrüchen in Pfarr- und Wohnhäuser in Mülheim und Umgebung wird zu einem Fall für den Bundesgerichtshof (BGH).

Alle drei Angeklagte haben Revision eingelegt

Alle drei Angeklagten wollen ihre Verurteilungen durch das Bochumer Landgericht nicht akzeptieren und haben fristgerecht Revision eingelegt. Das bestätigte Gerichtssprecher Michael Rehaag. Nach einer akribisch durchgeführten Beweisaufnahme über den Zeitraum von elf Monaten hatte die 7. Strafkammer am 31. Januar gegen den 45-jährigen Hauptangeklagten zwölf Jahre Haft verhängt. Seine Partnerin (48) war zu sechs und sein Sohn (29) zu neun Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

Richter Josef Große Feldhaus hatte das Trio in der Urteilsbegründung wörtlich als „Gewohnheitsverbrecher“ bezeichnet. Einzig der Hauptangeklagte hatte einige Taten eingeräumt, die zwei Mitangeklagten dagegen bis zuletzt geschwiegen.

Entscheidung beim Bundesgerichtshof frühestens im Herbst 2020

Als eine Art Schlüsselereignis des im Februar 2019 gestarteten „Marathon-Prozesses“ um zahlreiche Einbrüche im Pfarr- und Gemeindehäuser im Ruhrgebiet hatte sich zuletzt ein Raubzug in einem Wohnhaus in Speldorf entpuppt. Im September 2017 war eine heute 85 Jahre alte Hausbesitzerin an der Jägerhofstraße Opfer eines brutalen Überfalls geworden. Trotz vorhandener DNA-Spuren wollten die drei Angeklagten mit dem Coup in Speldorf bis zuletzt nicht zu tun haben und hatten immer neue Beweisanträge gestellt.

Die Bochumer Richter sahen das Trio dennoch am Ende als sicher überführt an. Durch das Einlegen von Revision sind die Urteile nicht rechtskräftig. Mit einer Entscheidung beim BGH ist wohl frühestens im Herbst 2020 zu rechnen.

Vor dem Landgericht Duisburg war in dem Zusammenhang auch eine 23-jährige Mülheimerin zu sieben Jahren verurteilt worden. Sie soll es gewesen sein, die die Seniorin mit einem Brotmesser bedroht hat.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben